Unterseekabel: Russische Attacken können zu Internet-Blackout führen

Nach den Sabotage-Akten gegen Unterseekabel in der Ostsee geht die Angst um, dass es zukünftig weitaus größere Attacken gegen wichtige Verbindungen geben kann, die zu globalen Internet-Black­outs führen.
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Unternehmen warnen vor Angriffen

Mehrere große Telekommunikationsunternehmen haben sich mit entsprechenden Warnungen an die NATO, die EU sowie britische Behörden gewandt, berichtet The Telegraph. In einem offenen Schreiben an politische Entscheidungsträger äußerten Firmen wie Vodafone, Telefónica und Orange große Besorgnis über die steigende Zahl von Zwischenfällen.

Die Zerstörung oder Beschädigung wichtiger Glasfaserkabel könne weltweit kritische Dienste beeinträchtigen - darunter internationale Kommunikation, Finanztransaktionen, Energieversorgung und das Internet selbst. Seit Oktober 2023 kam es allein in der Ostsee zu mindestens elf Beschädigungen von Unterseekabeln. Ähnliche Störungen wurden auch in der Nordsee registriert.


Besonders beunruhigend: Über 50 russische Schiffe wurden in Regionen mit hoher Kabeldichte gesichtet. Großbritannien überwacht derzeit das russische Spionageschiff Yantar, das offenbar dabei ist, wichtige Unterwasserinfrastrukturen systematisch zu kartografieren. Aber auch aus Ostasien gibt es Hinweise auf mögliche Sabotage - insbesondere in der Region um Taiwan, wo chinesische Einmischung vermutet wird.

Der britische Verteidigungsminister John Healey sprach bereits im Januar von einem "weiteren Beispiel zunehmender russischer Aggression". In einer Botschaft an den Kreml sagte er: "Wir sehen, was Sie tun, und wir werden entschlossen handeln, um unser Land zu schützen."

"Verletzliche Achillesferse"

Das britische Parlament hat mittlerweile eine Untersuchung zur Verteidigungsfähigkeit der nationalen Unterseeinfrastruktur eingeleitet. Matt Western, Vorsitzender des sicherheitspolitischen Ausschusses, bezeichnete die Kabelnetzwerke als eine "verletzliche Achillesferse" westlicher Staaten.

Die Telekommunikationsfirmen fordern nun, das gesamte Netz an Unterseekabeln als kritische Infrastruktur einzustufen. Nur so könne ein angemessenes Maß an Schutz und Investitionen sichergestellt werden. Zudem plädieren sie für vereinfachte Genehmigungsverfahren, eine verbesserte internationale Zusammenarbeit bei der Überwachung sowie eine engere Abstimmung zwischen Politik, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft. Derzeit verlaufen rund 95 Prozent des internationalen Datenverkehrs über gerade einmal etwas mehr als 500 Unterseekabel - eine Infrastruktur, die in ihrer Bedeutung also kaum überschätzt werden kann.

Zusammenfassung
  • Telekommunikationsunternehmen warnen vor möglichen Attacken auf Unterseekabel
  • Beschädigung wichtiger Glasfaserkabel könnte globale Dienste beeinträchtigen
  • Mindestens elf Kabelbeschädigungen in der Ostsee seit Oktober 2023 registriert
  • Über 50 russische Schiffe in Regionen mit hoher Kabeldichte gesichtet
  • Britisches Parlament leitet Untersuchung zur Verteidigung der Infrastruktur ein
  • Telekommunikationsfirmen fordern Einstufung als kritische Infrastruktur
  • 95 Prozent des internationalen Datenverkehrs laufen über ca. 500 Unterseekabel

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