TSMC steckt 100 Mrd. Dollar in US-Werke - um Trumps Gunst zu kaufen

Der weltweit größte Chip-Vertragsfertiger TSMC hat eine wohl durch­aus "strategische" Investition angekündigt. Innerhalb der nächsten Jahre will der Konzern aus Taiwan mindestens 100 Mil­liar­den US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion in den USA stecken.
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Trump verkündet gigantische Investitionen von TSMC

Nachdem das Wall Street Journal (WSJ) zuerst entsprechend berichtet hatte, hat US-Präsident Trump die Ankündigung von TSMC bestätigt (via CNBC), laut der der Chiphersteller innerhalb der nächsten Jahre insgesamt 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner Chipproduktion investieren will.

Es handele sich um einen "hervorragenden Schritt der wichtigsten Firma der Welt", verkündete Trump am Abend deutscher Zeit im Rahmen einer Pressekonferenz. TSMC hatte schon unter der Biden-Regierung in Aussicht gestellt, dass man seine Investitionen nach dem Bau eines ersten neuen Werks in Arizona für 12 Milliarden Dollar auf 65 Milliarden Dollar erhöhen wolle.

Insgesamt sollen jetzt 165 Milliarden Dollar fließen

Mit der neuen Ankündigung steigert TSMC seine geplanten Ausgaben in den USA offenbar auf insgesamt 165 Milliarden Dollar. Das Geld soll unter anderem für den Bau von fünf weiteren Fabriken in den USA aufgewendet werden, wobei der US-Bundesstaat Arizona als Standort gewählt wurde. Hintergrund des Ganzen sind natürlich die Drohungen des US-Präsidenten bezüglich der Einführung diverser Strafzölle auf die Einfuhr von Chips und Elektronikprodukten in die USA.

TSMC ist weltweit der größte Auftragsfertiger von Halbleiterprodukten und produziert unter anderem die Chips von Apple, Qualcomm, MediaTek, Nvidia, AMD und seit einiger Zeit auch Intel. Der Konzern ist mit einem Marktanteil jenseits der 60-Prozent-Marke und einer Vielzahl hochkarätiger Kunden auch zu einer Art Schutzschild für das seit Jahrzehnten von China beanspruchte Taiwan geworden.

Für TSMC, dessen größter Anteilseigner übrigens nach wie vor ein taiwanischer Staatsfonds ist, ist es deshalb von größter Bedeutung, dass man seine Chips auch weiterhin ohne große Zusatzkosten an US-Abnehmer verkaufen kann.

Offenbar versucht man also, sich die Gunst der US-Regierung auch unter dem erratisch agierenden neuen US-Präsidenten zu sichern, gleichzeitig aber auch dafür zu sorgen, dass die Abhängigkeit der USA von der in Taiwan entwickelten Technologie und deren Fertigung weiter bestehen bleibt. Hinter den Kulissen dürften die Interessen der großen Chipgiganten, allen voran natürlich Apple mit dem iPhone und Nvidia mit seinen KI-Chips, ebenfalls eine Hauptrolle spielen.
Zusammenfassung
  • TSMC plant Investitionen von 100 Mrd. Dollar in die US-Chipproduktion
  • Ausbau der Produktion in den USA mit fünf neuen Fabriken in Arizona
  • Trumps Drohungen mit Strafzöllen als Hintergrund für die Investitionen
  • TSMC als wichtiger Schutzschild für Taiwan gegenüber China
  • Sicherung der Gunst der US-Regierung und Erhalt der Abhängigkeit
  • Interessen großer Chipkunden wie Apple und Nvidia spielen eine Rolle
  • Gesamtinvestitionen in den USA steigen auf 165 Milliarden Dollar

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