KI-Blase platzt bereits: Viele leer stehende Datenzentren in China

Wie schnell der KI-Boom in eine Blase führen kann, die den Be­tei­lig­ten so manche Probleme beschert, zeigt sich bereits in China. Dort stehen zahlreiche Datenzentren ungenutzt herum und Schmuggler bleiben auf ihren eilig besorgten Nvidia-Chips sitzen.
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Hunderte Rechenzentren errichtet

Noch vor wenigen Monaten boomte in China der Bau neuer Rechenzentren. Zwischen 2023 und 2024 wurden über 500 Projekte gestartet, gefördert durch staatliche und private Investoren. Die chinesische Regierung hat KI-Infrastruktur als nationale Priorität ausgerufen, um das Land als führenden KI-Standort zu etablieren. Doch inzwischen stehen viele dieser Zentren leer. Laut lokalen Medienberichten bleiben bis zu 80 Prozent der neu geschaffenen Rechenkapazitäten ungenutzt, berichtet das US-Magazin Technology Review.

Ein zentrales Problem liegt demnach in der Fehlplanung: Viele Investoren hatten kaum Erfahrung mit KI-Infrastruktur. Unternehmen aus fachfremden Branchen wie der Lebensmittel- und Textilindustrie sprangen auf den Trend auf, ohne die Details zu berücksichtigen. Zudem führten zwielichtige Mittelsmänner zu ineffizienten Projekten, indem sie Bedarfsprognosen manipulierten, um staatliche Subventionen zu erschleichen.


Doch nicht nur die Bauherren der Datenzentren stehen nun häufig dumm da. Auch der vor einiger Zeit noch florierende Schmuggel mit Nvidia-Chips, die laut den US-Embargos nicht nach China verkauft werden dürfen, funktioniert nicht mehr so recht. Auf Plattformen wie WeChat prahlten Händler noch vor einiger Zeit damit, trotz der Sanktionen leistungsstarke GPUs zu beschaffen und nach Shenzhen zu bringen. Besonders gefragt waren die Nvidia H100-Chips, essenziell für das Training von KI-Modellen, die auf dem Schwarzmarkt bis zu 28.000 Dollar kosteten.

Schlanke Algorithmen

Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Die Preise sind gefallen, der Handel findet nur noch im Verborgenen statt, und Investoren verlieren das Vertrauen. Außerdem versuchen bereits Betreiber von Datenzentren, überschüssige GPUs zu verkaufen. "Jeder will verkaufen, aber kaum jemand kauft", beschreibt ein Unternehmer die Situation.

Verschärft wird die ohnehin angespannte Situation von Fortschritten in der Forschung an besseren Algorithmen. Mit dem Aufstieg neuer, effizienter KI-Modelle wie DeepSeek R1 sei das Geschäftsmodell so mancher Rechenzentren ins Wanken geraten, heißt es. Der Fokus verschiebt sich dabei vor allem auf niedrige Latenzzeiten - was die großen, in ländlichen Regionen errichteten Rechenzentren unattraktiv macht.

Zusammenfassung
  • In China stehen viele neu gebaute KI-Datenzentren ungenutzt leer
  • Fehlplanung und mangelnde Erfahrung führten zu ineffizienten Projekten
  • Bis zu 80 Prozent der neuen Rechenkapazitäten bleiben ungenutzt
  • Der Schwarzmarkt für geschmuggelte Nvidia-Chips ist zusammengebrochen
  • Fortschritte bei KI-Algorithmen machen große Rechenzentren unattraktiv
  • Investoren verlieren das Vertrauen in KI-Infrastrukturprojekte
  • Die KI-Blase in China zeigt erste Anzeichen des Platzens

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