So groß sind Boeings Verluste durch den Desaster-Flug von Starliner

Boeing steckt weiter in der Krise: Das Raumfahrtprojekt Starliner ver­ursacht massive Verluste. Der Flugzeugbauer muss für das vergangene Jahr einen Rekordverlust von über einer halben Milliarde Dollar verkraf­ten. Die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss.
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NASA

Boeing steckt tief in der Krise

Neben den an­haltenden Problemen in der zivilen Luftfahrt bereitet dem Konzern weiterhin auch sein Raumfahrtprojekt Starliner massive Kopfschmerzen. Im ver­gan­ge­nen Jahr musste Boeing allein für das Starliner-Programm einen Rekord­ver­lust von 523 Millionen Dollar verbuchen.

Unerwartet kommt das nach dem ganzen Debakel um die seit Juni 2024 ge­stran­deten Astronauten Suni Williams und Barry Wilmore nicht. Sie sitzen auf­grund technischer Probleme seit Monaten auf der ISS fest, da die Rückkehr mit dem Starliner zu gefährlich war. Die Raumkapsel kam aus Sicherheits­gründen ohne Besatzung zur Erde zurück. Beide Astronauten sollen vermutlich noch im ersten Quartal 2025 mithilfe von Elon Musks SpaceX Crew Dragon-Kapsel nun endlich wieder zur Erde zurückkehren.


Jetzt klafft ein Milliarden-Loch

Die Gründe für die finanziellen Einbußen des Konzerns sind dabei vielfältig. Laut Unternehmensangaben führten Verzögerungen, höhere Test- und Zertifizierungs­kosten sowie gestiegene Ausgaben für Missionen zu den enormen Verlusten. Besonders der problembehaftete bemannte Testflug im Juni 2024 trug zu den Mehrkosten bei. Ausgestanden ist das auch bisher nicht, wie es in einer Börsen­notiz heißt.

Das Risiko weiterer Verluste in künftigen Perioden besteht.
Boeing in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht
Wie Ars Technica berichtet, summieren sich die Verluste für das Starliner-Programm seit Ende 2019 auf insgesamt 2 Milliarden Dollar. Das bedeutet jetzt aber auch: Die Zukunft des Projekts ist ungewiss. Ursprünglich sollte der "CST-100 Starliner" bereits im Jahr 2017 einsatzbereit sein. Er wurde von Boeing im Auftrag der NASA als bemanntes, wiederverwendbares Raumschiff für Flüge zur Internationalen Raumstation (ISS) entwickelt.

Technische Probleme verzögerten jedoch mehrfach die Inbetriebnahme. Der erste bemannte Start erfolgte schließlich im Juni 2024, verlief aber nicht wie geplant.

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Managementwechsel und Konkurrenzdruck

Boeing hat kürzlich einen Wechsel im Management des Starliner-Programms vor­ge­nommen. John Mulholland, der das Programm bereits von 2011 bis 2020 leitete, übernimmt erneut die Leitung. Er ersetzt Mark Nappi, der in den Ruhe­stand geht. Ob dieser Schritt neue Impulse für das kriselnde Projekt bringen wird, ist aber fraglich.

Während Boeing mit dem Starliner kämpft, hat Konkurrent SpaceX seinen ursprünglichen NASA-Vertrag für Crew-Missionen bereits erfüllt und arbeitet an einer Vertragsverlängerung. Die Zeit für Boeing wird knapp, denn die ISS soll voraussichtlich um 2030 außer Betrieb genommen werden. Die Chancen für Boeing, alle sechs vertraglich vereinbarten Crew-Rotationsflüge durchzuführen, schwinden damit.

Was haltet ihr von der Zukunft des Starliner-Projekts? Sollte Boeing weiter daran festhalten oder sich auf andere Bereiche konzentrieren? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Boeing verbucht Rekordverlust von 523 Millionen Dollar für Starliner
  • Astronauten Williams und Wilmore seit Juni 2024 auf der ISS gestrandet
  • Rückkehr der gestrandeten Astronauten mit SpaceX geplant
  • Starliner-Programm verursacht seit 2019 Verluste von 2 Milliarden Dollar
  • John Mulholland übernimmt erneut die Leitung des Starliner-Programms
  • SpaceX hat NASA-Vertrag für Crew-Missionen bereits erfüllt
  • Zukunft des Starliner-Projekts aufgrund anhaltender Probleme ungewiss

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