Kosmische Geldverbrennung: Boeings Starliner-Verlust jetzt bei 1,8 Mrd.

Boeing verbucht erneut hohe Verluste beim Starliner-Projekt. Der Luftfahrtkonzern muss weitere 250 Millionen Dollar abschreiben. Die Gesamtverluste belaufen sich mittlerweile auf 1,85 Milliarden Dollar. Trotz der Rückschläge plant man, an dem Raumschiff festzuhalten.
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Neuer Rückschlag für Boeing

Der US-amerikanische Luftfahrtkonzern Boeing muss beim Starliner-Projekt erneut hohe Verluste hinnehmen. Wie das Unternehmen in seinem jüngsten Quartalsbericht mitteilte, werden weitere 250 Millionen Dollar für das Raumschiffprogramm abgeschrieben. Als Gründe nannte Boeing Verzögerungen im Zeitplan sowie höhere Kosten für Tests und Zertifizierungen.

Der Starliner ist Teil des kommerziellen Crew-Programms der NASA und soll künftig Astronauten von und zur Internationalen Raumstation ISS befördern. Allerdings wird das Projekt von technischen Problemen und Verzögerungen geplagt. Erst im Juni dieses Jahres absolvierte das Raumschiff seinen ersten bemannten Testflug zur ISS.


Während des Flugtests, bei dem die Kapsel erfolgreich an der Internationalen Raumstation andockte, traten Probleme mit den Triebwerken auf. Zusätzlich wurden Heliumlecks festgestellt, was auf weitere potenzielle technische Mängel hindeutete. Diese Vorfälle führten zu Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Sicherheit des Raumfahrzeugs für bemannte Flüge. Nach langem Ringen von Boeing und der NASA kehrte es ohne Besatzung zur Erde zurück.

Als Folge dieser Probleme wurde die geplante Rückkehr der NASA-Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams auf Februar 2025 verschoben, die nun stattdessen mit einem SpaceX-Raumschiff zurückkehren. Diese Verzögerungen und technischen Herausforderungen tragen zu den anhaltenden finanziellen Verlusten und Rückschlägen bei, die Boeing mit dem Starliner-Programm erlebt.

Steigende Verluste und Festhalten am Projekt

Wie Business Insider berichtet, summieren sich die Verluste für Boeing durch die neuerliche Abschreibung auf insgesamt 1,85 Milliarden Dollar. Trotz der immensen finanziellen Belastungen will das Unternehmen offenbar am Starliner-Programm festhalten. Der neue Boeing-CEO Kelly Ortberg stellte in einer Telefonkonferenz mit Analysten klar:

Selbst wenn wir es wollten, ich glaube nicht, dass wir von diesen Verträgen zurücktreten können. Das sind unsere Kernkunden, die diese Fähigkeiten benötigen.
Kelly Ortberg, Boeing-CEO

Herausforderungen für Boeing

Ortberg, der erst seit August an der Spitze des Konzerns steht, räumte ein, dass Boeing bei einigen Projekten "harte Verträge" habe. "Es gibt keine Wunderlösung dafür. Wir werden uns durch einige dieser schwierigen Verträge durcharbeiten müssen", so der CEO.

Die Probleme beim Starliner-Programm reihen sich in eine ganze Reihe von Herausforderungen ein, mit denen Boeing derzeit zu kämpfen hat:

  • 737 Max 9 Zwischenfall: Seit dem Vorfall mit einer losgerissenen Kabinentür im Januar steht der Konzern unter verstärkter Beobachtung.
  • Arbeitskämpfe: Seit Mitte September streiken Teile der Belegschaft für höhere Löhne.
  • Finanzielle Verluste: Für das dritte Quartal 2024 meldete Boeing einen Nettoverlust von 6,1 Milliarden Dollar.
  • Aktienkurs: Die Aktie des Unternehmens (NYSE:BA) hat seit Jahresbeginn knapp 40 Prozent an Wert verloren.

Was haltet ihr von Boeings Entscheidung, trotz der hohen Verluste am Starliner-Projekt festzuhalten? Seht ihr darin eine kluge langfristige Strategie oder ein zu hohes finanzielles Risiko? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Boeing verbucht weitere 250 Millionen Dollar Verlust beim Starliner
  • Gesamtverluste des Starliner-Projekts belaufen sich auf 1,85 Mrd. Dollar
  • Verzögerungen und technische Probleme plagen das Raumschiffprogramm
  • Boeing-CEO: Festhalten am Projekt trotz finanzieller Belastungen
  • Weitere Herausforderungen: 737 Max 9, Streiks und hohe Quartalsverluste

Siehe auch:


Bresser National Geographic
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