Flugzeugbauer in tiefer Krise:
Boeing entlässt jeden zehnten Mitarbeiter

Boeing plant eine massive Umstrukturierung: Der angeschlagene Flugzeugbauer will 17.000 Stellen abbauen und die Einführung des 777X-Modells verschieben. CEO Kelly Ortberg sieht harte Entscheidungen als notwendig an, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Logo, Flugzeug, Boeing, Rost

Radikaler Umbau beim US-Flugzeugbauer

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing steht vor einem massiven Umbau. Das Unternehmen plant, rund 17.000 Stellen abzubauen - das entspricht etwa 10 Prozent der gesamten Belegschaft. Von den Kürzungen sind sowohl Führungskräfte als auch normale Angestellte betroffen. Gleichzeitig verschiebt Boeing die Einführung seines neuen Großraumflugzeugs 777X auf das Jahr 2026.

Die drastischen Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern ohnehin schon mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Seit Mitte September streiken rund 33.000 Beschäftigte an den wichtigsten Produktionsstandorten. Der Arbeitskampf hat die Fertigung weitgehend lahmgelegt und belastet die Finanzen des Unternehmens stark.


Traditionsreicher Konzern vor großen Herausforderungen

Boeing wurde 1916 gegründet und hat seitdem zahlreiche Meilensteine in der Luftfahrtgeschichte gesetzt.

Einschnitte alternativlos

Das Unternehmen entwickelte unter anderem die Boeing 747, das erste Großraumflugzeug der Welt, das den Spitznamen "Jumbo-Jet" erhielt und den Langstreckenflugverkehr revolutionierte. Heute steht der Konzern vor der Herausforderung, seine lange Tradition mit den Anforderungen des modernen Luftverkehrs in Einklang zu bringen.

Wie Boeing in einer offiziellen Mitteilung erklärte, sieht Konzernchef Kelly Ortberg die Einschnitte als alternativlos an.

Unser Unternehmen befindet sich in einer schwierigen Lage, und es ist kaum zu überschätzen, vor welchen Herausforderungen wir gemeinsam stehen. Um unsere Firma wieder auf Kurs zu bringen, müssen wir strukturelle Veränderungen vornehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und langfristig für unsere Kunden liefern zu können.
Kelly Ortberg, CEO Boeing

Milliarden-Abschreibungen belasten Bilanz

Neben dem Stellenabbau und der 777X-Verzögerung kündigte Boeing auch Sonderbelastungen in Milliardenhöhe an:

  • Passagierflugzeuggeschäft: Abschreibungen von etwa 3 Milliarden Dollar erwartet
  • Rüstungs- und Raumfahrtsparte: Voraussichtlich 2 Milliarden Dollar Abschreibungen

Probleme häufen sich in den letzten Jahren

Die Probleme bei Boeing haben sich in den letzten Jahren zugespitzt:

  1. Zwei Abstürze des Bestsellers 737 Max mit 346 Toten
  2. Verzögerungen beim Raumschiff Starliner
  3. Qualitätsmängel bei der 787
  4. Anfang 2024: Rumpfteil einer 737 Max 9 löst sich während eines Fluges

Die Vorfälle führten zu Rücktritten in der Führungsetage - erst im August übernahm Kelly Ortberg den CEO-Posten.

Trotz der Krise bleibt Boeing einer der weltweit wichtigsten Flugzeughersteller. Das Unternehmen liefert sich mit dem europäischen Konkurrenten Airbus (Airbus Modelle auf Amazon) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft. Um diese Position zu behaupten, setzt Boeing nun auf einen harten Sparkurs. Ob die Strategie aufgeht, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen müssen.

Was denkt ihr über Boeings radikalen Umbauplan? Kann der Konzern damit wieder auf Kurs kommen oder seht ihr weitere Herausforderungen? Teilt eure Einschätzungen in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Boeing streicht 17.000 Stellen, etwa 10% der Belegschaft
  • Einführung des 777X-Modells auf 2026 verschoben
  • 000 Beschäftigte streiken seit Mitte September
  • CEO Ortberg hält Einschnitte für unvermeidlich
  • Abschreibungen in Milliardenhöhe erwartet
  • Boeing konfrontiert mit 737 Max Abstürzen
  • Boeing bleibt führender Hersteller im Wettbewerb mit Airbus

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