TÜV-Hammer: Kommt die jährliche Pflichtprüfung für alte Autos?
Diskussionen rund um das Auto werden in Deutschland oft emotional geführt. Auch beim jetzigen Vorstoß des Chefs des TÜV Süd dürfte das nicht anders sein. Der möchte Millionen Autofahrer in Zukunft jährlich zur Kontrolle und damit zur Kasse bitten.
Der Geschäftsführer der Prüfstelle möchte Autos, die älter als zehn Jahre sind, in Zukunft alle zwölf Monate auf den Prüfstand stellen. Das sei aufgrund der im Schnitt immer älter werdenden Autos, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, angebracht.
Inklusive Abgasuntersuchung werden für einen TÜV-Besuch aktuell 150 Euro fällig. Doch dieser Betrag könnte bald deutlich steigen. Denn Prüfunternehmen wie der TÜV und die DEKRA stellten erst vor einigen Wochen ihre Charta 2030 vor, die weitreichende Veränderungen bei den Prüfverfahren vorsieht, die mit höheren Kosten für die Fahrzeugbesitzer verbunden sind.
Sollte die Häufigkeit der TÜV-Untersuchung sowie deren Umfang tatsächlich im angedeuteten Maße steigen, müsste sich die Hälfte aller Autofahrer in den kommenden Jahren wohl auf deutliche Mehrkosten einstellen, wenn sie mit ihrem Fahrzeug auch weiterhin am Verkehr auf deutschen Straßen teilnehmen wollen.
Siehe auch:
Jedes Jahr zum TÜV
Im Vergleich zu anderen Ländern werden in Deutschland zugelassene Autos bereits recht häufig und umfänglich auf ihre Straßentauglichkeit bzw. Verkehrssicherheit überprüft. Besitzer eines Neuwagens müssen nach drei Jahren das erste Mal zum TÜV. Danach ist alle zwei Jahre ein Besuch in der Werkstatt fällig. Für den Chef vom TÜV Süd ist das allerdings nicht häufig genug, wie er in einem Interview mit Auto Motor und Sport mitteilt.Der Geschäftsführer der Prüfstelle möchte Autos, die älter als zehn Jahre sind, in Zukunft alle zwölf Monate auf den Prüfstand stellen. Das sei aufgrund der im Schnitt immer älter werdenden Autos, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, angebracht.
Was wir (...) befürworten, ist eine jährliche HU bei mehr als zehn Jahre alten Fahrzeugen. Bei diesen Autos ist die Mängelquote deutlich höher, insbesondere wenn sie nicht regelmäßig gewartet werden.
Knapp 23 Millionen Fahrzeuge betroffen
In Deutschland sind laut Kraftfahrt-Bundesamt momentan knapp 49,1 Millionen Pkw zugelassen. Davon sind 46,3 Prozent zehn Jahre oder älter. Eine neue Regelung, die einen jährlichen Besuch beim TÜV vorschreibt, beträfe momentan also knapp 23 Millionen Fahrzeughalter, Tendenz steigend.Inklusive Abgasuntersuchung werden für einen TÜV-Besuch aktuell 150 Euro fällig. Doch dieser Betrag könnte bald deutlich steigen. Denn Prüfunternehmen wie der TÜV und die DEKRA stellten erst vor einigen Wochen ihre Charta 2030 vor, die weitreichende Veränderungen bei den Prüfverfahren vorsieht, die mit höheren Kosten für die Fahrzeugbesitzer verbunden sind.
Aufwendiger und teurer
So soll die Untersuchung mit dem Fortschritt bei den Autos mithalten können. Daher sollen auch Komponenten wie Fahrassistenten in Zukunft genau auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Auch die Abgaskontrollen bei Benzinern dürften ausgeweitet werden. Insgesamt wird die Fahrzeugkontrolle nach dem Plan deutlich umfänglicher, dauert dadurch länger und wird in der Folge entsprechend teurer.Sollte die Häufigkeit der TÜV-Untersuchung sowie deren Umfang tatsächlich im angedeuteten Maße steigen, müsste sich die Hälfte aller Autofahrer in den kommenden Jahren wohl auf deutliche Mehrkosten einstellen, wenn sie mit ihrem Fahrzeug auch weiterhin am Verkehr auf deutschen Straßen teilnehmen wollen.
Zusammenfassung
- TÜV-Süd-Chef fordert jährliche Prüfung für Autos älter als 10 Jahre
- 46,3 Prozent der zugelassenen PKW in Deutschland sind 10 Jahre oder älter
- Jährliche Prüfung würde aktuell ca. 23 Millionen Fahrzeughalter betreffen
- TÜV-Kosten von derzeit 150 Euro könnten zukünftig deutlich steigen
- Charta 2030 sieht umfangreichere Prüfverfahren für Fahrzeuge vor
- Prüfung von Fahrassistenten und erweiterte Abgaskontrollen sollen eingeführt werden
- Autofahrer müssen sich auf potenzielle Mehrkosten in den kommenden Jahren einstellen
Siehe auch:
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