Studie: Mehr Airbnb-Vermietungen sorgen für höhere Kriminalitätsraten

Airbnb-Boom und steigende Kriminalität: Eine neue Studie zeigt einen beunruhigenden Zusammenhang zwischen der Zunahme von Kurzzeitvermietungen und höheren Verbrechensraten. Die Ergebnisse werfen Fragen zur Regulierung von Plattformen wie Airbnb auf.
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Studie: Airbnb fördert lokale Kriminalität

Die Untersuchung, durchgeführt von Forschern der Universitäten Cambridge und Pennsylvania, analysierte Daten aus London aus den Jahren 2015 bis 2018. Das Ergebnis: ein Anstieg der aktiven Airbnb-Vermietungen um 10% korreliert mit zusätzlichen 1.000 Raubüberfällen pro Jahr in London.

Besonders betroffen sind Gebiete mit Komplettimmobilien, also ganzen Häusern, die auf der Plattform zur Vermietung stehen. London gehört zu den weltweit gefragtesten Airbnb-Märkten. Schätzungen zufolge übernachteten im Untersuchungszeitraum etwa 4,5 Millionen Gäste in einem Airbnb-Angebot der Stadt.


Die stärksten Zusammenhänge wurden bei Raub und Einbruch festgestellt, gefolgt von Diebstahl und Gewaltdelikten. Im Durchschnitt war eine zusätzliche Airbnb-Unterkunft mit einem Anstieg der Raubüberfälle um 2% in der unmittelbaren Nachbarschaft verbunden. Obwohl der kriminalitätsfördernde Effekt einer einzelnen Airbnb-Vermietung gering ist, kann die Gesamtwirkung vieler Vermietungen in einem Viertel oder tausender in der ganzen Stadt erheblich sein, so die Forscher.

Außerdem: Alternative Erklärungen konnten ausgeschlossen werden. "Wir haben die plausibelsten alternativen Erklärungen getestet, von Änderungen bei Polizeistreifen über touristische Hotspots bis zu Fußballspielen", sagte Dr. Charles Lanfear vom Cambridge Institute of Criminology, Mitautor der Studie. "Nichts änderte etwas an der Kernaussage, dass Airbnb-Vermietungen mit höheren Kriminalitätsraten in Londoner Stadtvierteln zusammenhängen."

Schattenseite für Anwohner

Lanfear erklärt weiter: "Während Airbnb Vorteile für Touristen und Gastgeber bietet, kann die Umwandlung großer Teile von Stadtvierteln in kaum regulierte Hotels soziale Folgen haben." Die Studie, veröffentlicht in Criminology, deutet aber darauf hin, dass der Effekt eher auf erhöhte kriminelle Gelegenheiten, als auf nachlassenden sozialen Zusammenhalt zurückzuführen ist. Die Forscher betonen, dass nicht Airbnb oder die Vermieter die negativen Auswirkungen spüren, sondern die lokalen Bewohner.

Update 25.10: Eine Sprecherin von Airbnb hat zu der Studie Stellung bezogen und widerspricht dieser vehement. Sie verweist unter anderem auf saisonale und andere Effekte, welche die Wissenschaftler nach ihren Aussagen ausschließen können.

"Dieser Bericht ist irreführend, da er weder den allgemeinen Anstieg der Kriminalitätsraten noch die saisonalen Reisehöhepunkte in London berücksichtigt, die einen weit größeren Einfluss auf die Kriminalität haben als die zitierten, zehn Jahre alte Daten. Auf Airbnb gelistete Unterkünfte, die für mehr als 90 Nächte pro Jahr vermietet werden, machen nur 0,17 % der Wohnungen in London aus. Airbnb schafft neues Einkommen für Familien, Unternehmen und Gemeinden und stärkte Londons Wirtschaft allein im letzten Jahr um 1,5 Milliarden Pfund, während es über 16.800 Arbeitsplätze unterstützte", so Airbnb.

Zusammenfassung
  • Studie zeigt Zusammenhang zwischen Airbnb und Kriminalität in London
  • 10% mehr Airbnb-Angebote korrelieren mit 1.000 zusätzlichen Raubüberfällen
  • Besonders betroffen sind Gebiete mit Komplettimmobilien zur Vermietung
  • Stärkste Zusammenhänge bei Raub, Einbruch, Diebstahl und Gewaltdelikten
  • Alternative Erklärungen für den Kriminalitätsanstieg wurden ausgeschlossen
  • Effekt eher durch erhöhte kriminelle Gelegenheiten als sozialen Zerfall
  • Negative Auswirkungen betreffen vor allem lokale Bewohner, nicht Airbnb

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