London: Airbnb gibt Frauen mit gewalttätigen Partnern Unterschlupf
Der Londonder Bürgermeister Sadiq Khan will das Problem fehlender Plätze in Frauenhäusern jetzt durch Kooperationen mit der Wirtschaft in den Griff bekommen. Eine Zusammenarbeit mit der Plattform Airbnb konnte nun öffentlich vorgestellt werden.
Hintergrund ist ein massiver Mangel an freien Plätzen in Frauenhäusern. Viele Einrichtungen sind überfüllt, sodass mehr als die Hälfte der hilfesuchenden Frauen abgewiesen werden muss. In London wurden allein im vergangenen Jahr über 90.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Landesweit waren laut Schätzungen rund 3,8 Millionen Erwachsene betroffen. Für viele Opfer bedeutet dies, dass sie trotz akuter Gefahr keinen sicheren Zufluchtsort finden.
Das Pilotprojekt wird zu gleichen Teilen vom Londoner Bürgermeister und Airbnb finanziert. Während des Aufenthalts erhalten die Opfer individuelle rechtliche Beratung sowie psychologische Unterstützung durch die Organisation Women's Aid. Ziel ist es, Betroffenen nicht nur eine sichere Umgebung zu bieten, sondern ihnen auch konkrete Perspektiven für einen Neuanfang aufzuzeigen.
Seit 2021 hat das Rathaus nach eigenen Angaben bereits über 40.000 Betroffenen den Zugang zu sicherem Wohnraum ermöglicht. Dennoch bleibe der Bedarf hoch. Women's-Aid-Geschäftsführerin Farah Nazeer sprach von einem "chronischen Versorgungsproblem": Viele spezialisierte Angebote seien seit Jahren unterfinanziert. Das neue Modell könne dazu beitragen, dass weniger Menschen in ihrer Not ohne Unterstützung bleiben oder sogar gezwungen seien, zu ihren gewalttätigen Partnern zurückzukehren.
Airbnb sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, das eigene Netzwerk sinnvoll einzusetzen. Mitarbeitende der Hilfsorganisationen können die Unterkünfte direkt über die Plattform buchen - schnell und unbürokratisch, hieß es.
Siehe auch:
Frauenhäuser sind voll
Gemeinsam mit dem Unternehmen wird in London ein neues Hilfsprogramm für Opfer häuslicher Gewalt erprobt, bei dem Betroffene vorübergehend in Wohnungen von Airbnb untergebracht werden, berichtet der britische Standard. Die Initiative hat ein Finanzvolumen von rund 100.000 Pfund (114.000 Euro) und soll vor allem Frauen und ihren Kindern kurzfristig Schutz bieten. Geplant ist, dass bis zu 60 Betroffene jederzeit für bis zu zwei Wochen in den bereitgestellten Unterkünften unterkommen können, während ihnen weitere Hilfe vermittelt wird.Hintergrund ist ein massiver Mangel an freien Plätzen in Frauenhäusern. Viele Einrichtungen sind überfüllt, sodass mehr als die Hälfte der hilfesuchenden Frauen abgewiesen werden muss. In London wurden allein im vergangenen Jahr über 90.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Landesweit waren laut Schätzungen rund 3,8 Millionen Erwachsene betroffen. Für viele Opfer bedeutet dies, dass sie trotz akuter Gefahr keinen sicheren Zufluchtsort finden.
Das Pilotprojekt wird zu gleichen Teilen vom Londoner Bürgermeister und Airbnb finanziert. Während des Aufenthalts erhalten die Opfer individuelle rechtliche Beratung sowie psychologische Unterstützung durch die Organisation Women's Aid. Ziel ist es, Betroffenen nicht nur eine sichere Umgebung zu bieten, sondern ihnen auch konkrete Perspektiven für einen Neuanfang aufzuzeigen.
Breite Kooperation
Kaya Comer-Schwartz, Londons stellvertretende Bürgermeisterin für Polizei und Verbrechensbekämpfung, betonte bei einem Besuch einer der vorgesehenen Wohnungen, wie wichtig solche Notunterkünfte seien. Die Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Wohlfahrtsorganisationen und Privatunternehmen zeige neue Wege auf, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen entschlossen entgegenzutreten. Neben unmittelbarer Hilfe für Betroffene sei auch Präventionsarbeit nötig, etwa durch Aufklärung und Sensibilisierung.Seit 2021 hat das Rathaus nach eigenen Angaben bereits über 40.000 Betroffenen den Zugang zu sicherem Wohnraum ermöglicht. Dennoch bleibe der Bedarf hoch. Women's-Aid-Geschäftsführerin Farah Nazeer sprach von einem "chronischen Versorgungsproblem": Viele spezialisierte Angebote seien seit Jahren unterfinanziert. Das neue Modell könne dazu beitragen, dass weniger Menschen in ihrer Not ohne Unterstützung bleiben oder sogar gezwungen seien, zu ihren gewalttätigen Partnern zurückzukehren.
Airbnb sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, das eigene Netzwerk sinnvoll einzusetzen. Mitarbeitende der Hilfsorganisationen können die Unterkünfte direkt über die Plattform buchen - schnell und unbürokratisch, hieß es.
Zusammenfassung
- London startet mit AirBnB Pilotprojekt für Opfer häuslicher Gewalt
- Programm bietet bis zu 60 Betroffenen kurzfristigen Schutz für zwei Wochen
- Massive Überfüllung: Über 50 Prozent der hilfesuchenden Frauen abgewiesen
- Londons Bürgermeister und AirBnB teilen sich das Budget von 114000 Euro
- Organisation Women's Aid bietet rechtliche und psychologische Unterstützung
- Über 90000 Fälle häuslicher Gewalt wurden letztes Jahr in London registriert
- Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft zeigt neue Wege auf
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