AirBNB: Zehntausende Fälle versteckter Kameras in den Unterkünften

Wer über die Plattform AirBNB private Unterkünfte in anderen Orten sucht, kann natürlich auch mal an schwierige Anbieter geraten. Allerdings ist es ein Problem, dass die Betreiber der Plattform hier selbst Sexualstraftäter teilweise gewähren lassen sollen.
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Lieber verschweigen

Schwierigkeiten in Verbindung mit AirBNB drehen sich meist um das Verhalten der Mieter. Das reicht von der Veranstaltung zu lauter Partys über gestohlene Haustiere bis dahin, dass Anbieter ihre vermieteten Privaträume plötzlich als Kulisse eines Pornofilms wiedererkennen. Ein neuer Bericht des US-Senders CNN beleuchetet hingegen die andere Seite.

Demnach laufen in der Firmenzentrale in jedem Jahr Tausende von Beschwerden über Vermieter auf, die Kameras in den Gästezimmern oder -wohnungen verstecken und die Besucher offenbar auch in intimen Momenten filmen. Solche Meldungen sollen immer wieder unter den Teppich gekehrt worden sein, hieß es.

Polizei selten informiert

Im Zuge eines Gerichtsverfahrens wurde nun bekannt, dass in einem Zeitraum über zehn Jahre insgesamt 35.000 entsprechende Kundenbeschwerden gegeben habe. Dies hatte ein Vertreter des Unternehmens in einer entsprechenden Zeugenaussage eingeräumt. Das unbefugte Filmen von Betten oder Duschen stellt eigentlich eine Straftat dar. Bei entsprechenden Beschwerden soll AirBNB aber nur selten die Polizei informiert haben.

Erst kürzlich wurden überhaupt die Nutzungsbedingungen geändert: Seit dem 1. April dieses Jahres ist es Vermietern ausdrücklich verboten, Kameras in den Innenräumen der Mietobjekte zu installieren. Gute Durchsetzungsmechanismen und Strafen gibt es aber kaum. Hinzu kommt, dass Beschwerden laut den Vertragsklauseln einem Schiedsverfahren unterworfen werden, wodurch sich die Plattform selbst aus der Verantwortung stehlen kann.

Man kann all diese tollen Regeln haben, aber wenn niemand überprüft, ob sie eingehalten werden, ist es immer noch wie im Wilden Westen.
Bianca Zuniga-Goldwater, Anwältin mehrerer Betroffener
In einem Fall, der von CNN vorgestellt wurde, ging es um ein Paar, das eine Kamera bei einem Vermieter in Texas entdeckte, die auf das Bett gerichtet war. Nachdem AirBNB nichts tat, wandten die Nutzer sich selbst an die Polizei. Diese fand dann bei einer Hausdurchsuchung Aufnahmen von mehr als 30 Opfern, darunter auch Kindern. Ein Einzelfall soll das nicht sein. Teilweise sollen sogar vorbestrafte Sexualstraftäter es bis zum Status eines Superhost gebracht haben.

Zusammenfassung
  • AirBNB kämpft mit Beschwerden über versteckte Kameras in Vermietungen
  • Sexualstraftäter unter den Vermietern, teilweise sogar als Superhosts
  • 000 Kundenbeschwerden über zehn Jahre zu unerlaubten Aufnahmen
  • Neue Nutzungsbedingungen verbieten Kameras in Mietobjekten seit 1. April
  • Effektive Durchsetzung der Regeln und Strafen fehlen weitgehend
  • Beschwerden werden oft zu Schiedsverfahren, Verantwortung der Plattform gering
  • CNN-Bericht enthüllt Fall in Texas mit versteckter Kamera und 30 Opfern

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