WinAmp: Open-Sourcing endet im völligen Chaos - Code wieder offline
Die Freigabe des legendären Audio-Players WinAmp als Open-Source-Projekt endet für die Fans der Software erst einmal in einer Enttäuschung. Nach mehreren Problemen hat der Eigentümer den Quellcode jetzt wieder von GitHub entfernt.
Der veröffentlichte Code enthielt unter anderem Bestandteile von Shoutcast DNAS, einem Audio-Streaming-Server, der jedoch nicht mehr im Besitz der Llama Group ist, sondern zu Radionomy gehört. Auch Codec-Quellcode, dessen Rechte bei Microsoft und Intel liegen, war im Repository zu finden, was weitere rechtliche Fragen aufwarf. Diese Mischung führte nun schließlich zur Löschung des Repositories.
Zuvor war das Projekt bereits wegen seiner Lizenzen in die Kritik geraten, von einer Freigabe des alten Players konnte nicht die Rede sein. So enthielt die ursprüngliche Lizenz eine Forking-Klausel, die es Entwicklern verbot, Abwandlungen der Software zu erstellen und zu verbreiten. Dies stieß auf Kritik, da eine solche Regelung gegen die Nutzungsbedingungen GitHubs verstieß.
Trotz des chaotischen Starts weckte die Öffnung des WinAmp-Codes großes Interesse. Entwickler hatten den Code bereits mehrfach geforkt, was bedeutet, dass er trotz der Löschung weiterhin in der Entwicklergemeinschaft kursiert. Die Veröffentlichung zeigt jedoch, wie komplex und risikobehaftet es sein kann, ältere Softwareprojekte mit teils fremdem Code als Open Source freizugeben. Oftmals erfordern solche Projekte umfangreiche Bereinigungen, die sowohl zeitaufwendig als auch kostspielig sind - insbesondere, wenn das ursprüngliche Entwicklungsteam nicht mehr verfügbar ist.
Die Llama Group hat sich bislang nicht zu den rechtlichen Fragen geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen mit diesen Problemen umgehen wird und ob es künftig eine sauberere Version des Quellcodes freigeben wird.
Siehe auch:
Fremd-Code inside
WinAmp, einst der bevorzugte Audio-Player der Napster-Generation, wurde 2023 von der Llama Group neu aufgelegt. Im Mai 2024 kündigte das Unternehmen an, den Quellcode der Software noch im Laufe des Jahres zu veröffentlichen, was schließlich im September geschah. Allerdings beinhaltete die Veröffentlichung nicht nur den Quellcode von WinAmp, sondern auch den anderer Produkte, was schnell zu rechtlichen und technischen Problemen führte, wie das Magazin The Register berichtet.Der veröffentlichte Code enthielt unter anderem Bestandteile von Shoutcast DNAS, einem Audio-Streaming-Server, der jedoch nicht mehr im Besitz der Llama Group ist, sondern zu Radionomy gehört. Auch Codec-Quellcode, dessen Rechte bei Microsoft und Intel liegen, war im Repository zu finden, was weitere rechtliche Fragen aufwarf. Diese Mischung führte nun schließlich zur Löschung des Repositories.
Zuvor war das Projekt bereits wegen seiner Lizenzen in die Kritik geraten, von einer Freigabe des alten Players konnte nicht die Rede sein. So enthielt die ursprüngliche Lizenz eine Forking-Klausel, die es Entwicklern verbot, Abwandlungen der Software zu erstellen und zu verbreiten. Dies stieß auf Kritik, da eine solche Regelung gegen die Nutzungsbedingungen GitHubs verstieß.
Forking verboten
Der Anbieter reagierte auf die Kritik, indem die Lizenz leicht verändert und Forking erlaubt wurde - allerdings wiederum unter der Bedingung, dass veränderte Versionen nicht weiterverbreitet werden durften. Dies lief darauf hinaus, dass externe Entwickler zwar Beiträge zum Code liefern sollten, aber keinerlei Vorteile dadurch bekamen - denn alle maßgeblichen Rechte verblieben beim ursprünglichen Eigner.Trotz des chaotischen Starts weckte die Öffnung des WinAmp-Codes großes Interesse. Entwickler hatten den Code bereits mehrfach geforkt, was bedeutet, dass er trotz der Löschung weiterhin in der Entwicklergemeinschaft kursiert. Die Veröffentlichung zeigt jedoch, wie komplex und risikobehaftet es sein kann, ältere Softwareprojekte mit teils fremdem Code als Open Source freizugeben. Oftmals erfordern solche Projekte umfangreiche Bereinigungen, die sowohl zeitaufwendig als auch kostspielig sind - insbesondere, wenn das ursprüngliche Entwicklungsteam nicht mehr verfügbar ist.
Die Llama Group hat sich bislang nicht zu den rechtlichen Fragen geäußert. Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen mit diesen Problemen umgehen wird und ob es künftig eine sauberere Version des Quellcodes freigeben wird.
Zusammenfassung
- WinAmp als Open-Source-Projekt gestartet und gestoppt
- Code enthielt unerlaubte Bestandteile anderer Produkte
- Rechtliche Probleme durch Code von Shoutcast und Codecs
- Ursprüngliche Lizenz verbot Forking, was gegen GitHub-Regeln verstieß
- Lizenzänderung erlaubte Forking, untersagte aber Weiterverbreitung
- Trotz Löschung des Codes bleibt Interesse in der Entwicklergemeinschaft
- Llama Group hat rechtliche Fragen bisher nicht kommentiert
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Christian Kahle
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