The Day Before: Entwickler versucht wohl ähnliche Masche bei 2. Spiel

Fntastic dürfte vielen Gamern noch ein Begriff sein. Das Studio ging nur Tage nach der Veröffentlichung ihres ersten Spiels pleite. Bei dem handelte es sich um einen riesigen Betrug. Jetzt sind die Entwickler zurück und versuchen auf ähnliche Weise noch einmal.

Gigantischer Steam-Betrug

Es war einer der spektakulärsten Fehlschläge der letzten Jahre. Denn The Day Before war von Entwickler Fntastic als sowohl grafisch als auch spielerisch herausragend beworben und vermarktet worden. Das führte dazu, dass der Titel sogar zum meistgewünschten Spiel bei Steam aufstieg. Doch zur Veröffentlichung entpuppte sich The Day Before als ein Scherbenhaufen.

Abgesehen von der Tatsache, dass das Spiel nicht einmal im Entferntesten etwas mit dem zu tun hatte, was die Entwickler beworben hatten, führten etliche Bugs dazu, dass der Titel beinahe unspielbar war. Und auch die angepriesene herausragende Grafik entpuppte sich als falsches Versprechen. Denn The Day Before stellte sich zudem als dreister Asset Flip heraus. Viele der verwendeten Objekte, Grafiken und Texturen wurden schlicht aus dem Marketplace für die Unreal Engine abgegriffen und zusammengepuzzelt.


Entwickler mit ähnlicher Masche bei zweitem Spiel

Kurz nach der Veröffentlichung des Spiels war Fntastic pleite. Doch jetzt ist das Unternehmen als "Fntastic 2.0" zurück. Gelernt hat man aus dem Desaster rund um The Day Before aber wohl nichts. Denn das neue Spiel der Firma entpuppt sich schon wenige Tage nach der Ankündigung als weiterer Asset Flip, wie Gameswelt berichtet.

Trotzdem möchte man über Kickstarter gerade knapp 14.000 Euro für das Projekt namens Escape Factory von Spielern einsammeln. Zwar ist das Co-op Party-Spiel in allen Belangen deutlich kleiner als The Day Before, doch die Taktik der Brüder Gotovtsev, die das Studio leiten, scheint immer noch dieselbe zu sein: mit möglichst wenig Aufwand und Kosten möglichst viel Geld verdienen. Dabei scheint es auch egal zu sein, dass man Käufer falsche Versprechungen macht.

Copy-Paste von Demo-Code

Wie mehrere Dataminer, allen voran ein Nutzer namens Ocular Malice, nach der Analyse der Steam-Demo des Spiels herausgefunden haben, handelt es sich beim zweiten Projekt von Fntastic um einen weiteren exzessiven Asset Flip. So sollen die Backend-Mechaniken für das Networking, die Lobby oder das Matchmaking schlicht aus dem Unity Demo-Code für entsprechende Funktionen bestehen. Der soll eigentlich als Beispiel bzw. Anleitung für Programmierer dienen, die das Handwerk gerade erlernen. Bei Fntastic hat man den Code aber wohl einfach 1 zu 1 in das Spiel übernommen.

Auch der Rest des Spiels besteht laut Ocular Malice zu einem Teil aus frei verfügbaren und kostenlosen Assets. Seinen Post, den er zu diesem Thema in das Steam-Forum gestellt hatte, wurde von Fntastic mittlerweile kommentarlos gelöscht. Eine Kopie davon ist aber weiterhin über die Wayback Machine einsehbar. Zudem blockt das Studio wohl rigoros alle Nutzer auf Social Media, die sich kritisch zum neuen Titel der Entwickler äußern.


Erschreckenderweise scheint es dennoch ein paar gutgläubige Menschen zu geben. Denn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat die Kickstarter-Kampagne bereits 10.273 der insgesamt angestrebten 13.987 Euro eingesammelt. Bei den 31 Unterstützern könnte es sich aber auch um Familie und Freunde der Gotovtsevs handeln.

Zusammenfassung
  • The Day Before war ein massiver Betrugsfall bei Steam
  • Studio Fntastic ging nach erstem Spiel pleite
  • Neues Spiel von Fntastic mit gleicher Masche, ist wieder ein Asset Flip
  • Dataminer entdeckten verwendete Demo-Codes und kostenlose Assets
  • Fntastic blockiert erneut Kritiker und löscht negative Kommentare
  • Kickstarter-Kampagne soll 13.987 Euro für Escape Factory sammeln
  • Trotz Betrugsvorwürfen sind bereits 10.273 Euro gesammelt

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