Blindsight-Implantat: Neuralink will jetzt auch Blindheit "heilen"
Elon Musks Neuralink hat von der US-Arzneimittelbehörde eine erste(!) Genehmigung für ein "Blindsight" genanntes Implantat erhalten. Das Gerät soll Blinden das Sehen ermöglichen, stößt aber auf viel Skepsis. Experten warnen vor überzogenen Erwartungen.
Das Ziel des Implantats ist es, Blinden das Sehen zu ermöglichen - selbst jenen, die von Geburt an blind sind oder beide Augen und den Sehnerv verloren haben. Musk verkündete auf der Plattform X (versuchte aber auch selbst, den Ball halbwegs flach zu halten und gleichzeitig übers Ziel zu schießen): "Um die Erwartungen richtig zu setzen: Die Sicht wird zunächst eine niedrige Auflösung haben, wie die Atari-Grafik, aber sie hat das Potenzial, irgendwann einmal besser als das natürliche Sehen zu sein und zu ermöglichen, in Infrarot-, Ultraviolett- oder sogar Radarwellenlängen zu sehen, wie Geordi La Forge."
Devin Coldewey von TechCrunch betont, dass die Technologie, auf der Blindsight basiert, seit Jahrzehnten experimentell eingesetzt wird. Das Hauptproblem liegt in der geringen Dichte der Elektroden auf dem Array. Bisher führte dies dazu, dass Patienten lediglich ein paar "blinkende Sterne" ohne erkennbares Muster wahrnehmen konnten.
Die Idee, Blindheit durch technologische Lösungen zu behandeln, ist wie erwähnt nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren begannen Wissenschaftler mit der Entwicklung von Sehprothesen. Die ersten klinischen Versuche mit retinalen Implantaten fanden in den 1990er Jahren statt. Heute arbeiten neben Neuralink auch andere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an ähnlichen Technologien. Das Argus II Retinal Prosthesis System von Second Sight Medical Products erhielt bereits 2013 die FDA-Zulassung für die Behandlung bestimmter Formen von Blindheit.
Siehe auch:
Neues Kapitel in der Neurotech-Geschichte
Elon Musks Gehirn-Computer-Schnittstellen-Unternehmen Neuralink hat einen wichtigen Meilenstein erreicht - oder besser gesagt, hat man den ersten Schritt in diese Richtung getan. Wie Reuters berichtet, erhielt das experimentelle "Blindsight"-Implantat von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Status eines "Breakthrough Device". Diese Bezeichnung wird für medizinische Geräte vergeben, die lebensbedrohliche Zustände behandeln oder diagnostizieren können.Das Ziel des Implantats ist es, Blinden das Sehen zu ermöglichen - selbst jenen, die von Geburt an blind sind oder beide Augen und den Sehnerv verloren haben. Musk verkündete auf der Plattform X (versuchte aber auch selbst, den Ball halbwegs flach zu halten und gleichzeitig übers Ziel zu schießen): "Um die Erwartungen richtig zu setzen: Die Sicht wird zunächst eine niedrige Auflösung haben, wie die Atari-Grafik, aber sie hat das Potenzial, irgendwann einmal besser als das natürliche Sehen zu sein und zu ermöglichen, in Infrarot-, Ultraviolett- oder sogar Radarwellenlängen zu sehen, wie Geordi La Forge."
Kritische Stimmen mahnen zur Vorsicht
Trotz des FDA-Status warnen Experten vor überzogenen Erwartungen. Die "Breakthrough Device"-Kennzeichnung bedeutet lediglich eine beschleunigte Entwicklung und Überprüfung durch die FDA, nicht jedoch eine Zulassung oder gar einen Beweis für die Wirksamkeit des Geräts.Devin Coldewey von TechCrunch betont, dass die Technologie, auf der Blindsight basiert, seit Jahrzehnten experimentell eingesetzt wird. Das Hauptproblem liegt in der geringen Dichte der Elektroden auf dem Array. Bisher führte dies dazu, dass Patienten lediglich ein paar "blinkende Sterne" ohne erkennbares Muster wahrnehmen konnten.
Herausforderungen und offene Fragen
Neuralinks Fortschritt liegt in der Erhöhung dieser Elektrodendichte. Dennoch bleiben grundlegende Herausforderungen bestehen. Coldewey erklärt: "Menschen, die von Geburt an blind sind, werden nicht die biologische Fähigkeit entwickelt haben, durch ihre Augen zu sehen." Das bedeutet, dass die neuronalen Bahnen, die das Konzept des Sehens, wie Sehende es verstehen, erzeugen, nicht existieren.Die Idee, Blindheit durch technologische Lösungen zu behandeln, ist wie erwähnt nicht neu. Bereits in den 1960er Jahren begannen Wissenschaftler mit der Entwicklung von Sehprothesen. Die ersten klinischen Versuche mit retinalen Implantaten fanden in den 1990er Jahren statt. Heute arbeiten neben Neuralink auch andere Unternehmen und Forschungseinrichtungen an ähnlichen Technologien. Das Argus II Retinal Prosthesis System von Second Sight Medical Products erhielt bereits 2013 die FDA-Zulassung für die Behandlung bestimmter Formen von Blindheit.
Zusammenfassung
- Neuralink erhält FDA-Genehmigung für "Blindsight"-Implantat
- Implantat soll Blinden das Sehen ermöglichen
- Musk betont niedrige Anfangsauflösung der Sicht
- FDA-Status beschleunigt Entwicklung, garantiert keine Wirksamkeit
- Technologie seit Jahrzehnten in experimenteller Nutzung
- Erhöhte Elektrodendichte bei Neuralinks Implantat
- Blindheit durch Technologie behandeln ist nicht neu
Siehe auch:
- Neuralink-Patient 2 spielt mit seinem Gehirnimplantat Counter-Strike
- Neuralink: Zweiter Patient testet Gehirn-Interface der Zukunft
- Neuralink: Implantat des ersten Patienten stabil, nächster schon bald
- Neuralink: Implantat zu 85 Prozent abgelöst, muss aber drinbleiben
- Neuralink: Probleme mit Implantat schon lange vor OP bekannt
Thema:
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