Neuralink: Probleme mit Implantat schon lange vor OP bekannt

Teile des ersten Neuralink-Implantats in einem menschlichen Gehirn lösen sich schon kurz nach der Operation. Das Unternehmen soll bereits lange vor dem Eingriff von diesem Problem gewusst haben. Trotz Sicherheitsbedenken stimmte die zuständige Behörde zu.
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Neuralink-Implantat mit Problemen

Die Mission von Neuralink, Elon Musks Firma für Neurotechnologie, ist klar definiert als die "Schaffung einer allgemeinen Gehirnschnittstelle zur Wiederherstellung der Autonomie von Menschen mit unerfüllten medizinischen Bedürfnissen heute und zur Erschließung des menschlichen Potenzials in der Zukunft". Zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen dann zum ersten Mal einem Menschen eines ihrer Implantate ins Gehirn eingesetzt. Zunächst mit Erfolg.

Wie jedoch letzte Woche bekannt wurde, gibt es mittlerweile Schwierigkeiten mit dem Implantat. Einige der neuronalen Fäden hätten sich demnach "gelöst" beziehungsweise verschoben, sodass die Elektroden nicht mehr an den richtigen Stellen sitzen, um die Gehirnimpulse korrekt weiterzugeben.


Problem ist schon lange bekannt

Reuters berichtet jetzt unter Berufung auf unternehmensinterne Quellen, dass Neuralink von dem Auftreten dieses Problem schon seit Jahren gewusst haben soll. So zeigte sich bereits bei Tierversuchen, die das Unternehmen in der Vergangenheit durchgeführt hatte, dass sich die Elektroden mit der Zeit verschieben können. Neuralink erachtete das Risiko aber als gering genug, dass sich eine Überarbeitung der Komponenten nicht lohnte, sagte eine der Quellen. Stattdessen wurden die aufgrund der verschobenen Elektroden fehlenden Signale durch eine softwareseitige Verstärkung der noch korrekt platzierten Einheiten kompensiert.

Robert Gaunt, ein Neuro-Ingenieur an der Universität von Pittsburgh, sagte, die ersten Tage und Wochen nach einer solchen Implantation seien immer "die anfälligste Zeit". Dennoch bezeichnete er die Bewegung der Fäden so kurz nach der Operation als enttäuschend.

Zulassung trotz Sicherheitsbedenken

Ursprünglich hatte die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA den Antrag von Neuralink zum Start der Versuche an menschlichen Probanden im Jahr 2022 aufgrund von Sicherheitsbedenken bezüglich der neuronalen Fäden abgelehnt. Obwohl es bei weiteren Tierversuchen teilweise zu entzündetem Gehirngewebe gekommen war, änderte die Behörde ihre Meinung letztes Jahr. Auf eine Anfrage im Zuge der aktuellen Geschehnisse erfolgte bisher keine Reaktion.

Die Sicherheit des menschlichen Patienten mit dem Neuralink-Implantat scheint momentan aber nicht in Gefahr zu sein.

Zusammenfassung
  • Erstes Neuralink-Implantat wurde Anfang des Jahres erfolgreich eingesetzt
  • Schwierigkeiten traten auf, da sich neuronale Fäden verschoben haben
  • Reuters berichtet, dass Neuralink von dem Problem seit Jahren wusste
  • Tierversuche zeigten bereits, dass sich Elektroden mit der Zeit verschieben
  • Neuralink kompensierte fehlende Signale durch softwareseitige Verstärkung
  • FDA lehnte 2022 den Antrag wegen Sicherheitsbedenken bezüglich der Fäden ab
  • Behörde änderte ihre Meinung letztes Jahr trotz entzündetem Gehirngewebe bei Tierversuchen
  • Sicherheit des menschlichen Patienten scheint momentan nicht in Gefahr zu sein

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