Black Myth: Wukong - Macher wollen keine "feministische Propaganda"

Black Myth: Wukong, das Action-Rollenspiel des chinesischen Entwicklers Game Science, konnte in den vergangenen Tagen und Wochen viel Hype erleben und ab morgen können sich alle überzeugen, ob dieser gerechtfertigt war. Doch es gibt auch einiges an Aufregung.
Zensur, Sperre, Meinungsfreiheit, Zensurmaßnahmen, Tape, Mund, Freie Meinungsäußerung, zugeklebt

Viel Interesse an Black Myth: Wukong

Chinesische Spielentwickler bzw. deren Erfolg und Bekanntheit sind im Westen immer noch eine Ausnahme, wenn nicht sogar so etwas wie eine Kuriosität. Doch mit Black Myth: Wukong ändert sich das nun, denn das Spiel, das die Geschichte des Affenkönigs Sun Wukong erzählt, hat bei uns und auch in den USA sehr viel Interesse geweckt.

Doch der chinesische Entwickler und Publisher Game Science ist offenbar nicht ganz so erfahren, wenn es darum geht, die öffentliche Meinung zu seinem Spiel zu beeinflussen. Denn man hat Vorab-Testern einen Leitfaden mitgegeben, in dem sie zahlreiche "Tipps" bekommen, was sie im Spiel machen und was sie ansprechen sollen. Konkret hat das Dokument einige Dos and Don'ts, die berücksichtigt werden sollen. Dabei handelt es sich um ein Schreiben, das (nur) Influencer und Streamer bekommen haben, laut Eurogamer haben Spielejournalisten kein vergleichbares Begleitdokument erhalten.


Den Influencern wird zunächst harmloses geraten, nämlich dass sie das Spiel genießen sollen, dazu kommen Hinweise, dass sie "keine anderen Influencer oder Spieler beleidigen" und auch "keine beleidigende Sprache bzw. beleidigenden Humor" verwenden sollen. Dagegen kann man auch nicht viel sagen, derartige Hinweise sind auch bei westlichen Studios alles andere als ungewöhnlich.

Politik nicht erwünscht

Doch danach wird es politisch und nach Meinung von Kritikern nimmt sich Game Science hier zu viele Freiheiten, um den Diskurs zu seinem Spiel zu beeinflussen. Denn man schreibt: "Vermeide politische Themen, Gewalt, Nacktheit, feministische Propaganda, Fetischismus und andere Inhalte, die zu negativen Diskussionen führen können." Außerdem verbietet man sich "Trigger-Wörter" wie "Quarantäne", "Isolation" oder "Covid-19". Natürlich wünscht man sich auch keine Diskussionen "über Inhalte im Kontext der Richtlinien, Meinungen, Nachrichten usw. der Spielebranche in China".

Laut Eurogamer ist es derzeit nicht klar, ob solche Vorgaben in China üblich sind oder ob es sich hier um Unerfahrenheit eines Studios handelt. Game Science hat sich dazu bislang nicht geäußert.

Zusammenfassung
  • Black Myth: Wukong erzeugt Vorab-Hype, Release am morgigen Dienstag
  • Spiel basiert auf der Legende des Affenkönigs Sun Wukong
  • Entwickler Game Science gibt Influencern Verhaltensrichtlinien
  • Anweisungen umfassen Vermeidung politischer Themen und Trigger-Wörter
  • Keine vergleichbaren Dokumente für Spielejournalisten
  • Kritik an Game Science für Versuch, den Diskurs zu steuern
  • Unklar, ob solche Vorgaben in China üblich sind

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