Eigenzensur bitte: Russland findet Kompromiss mit Piraten-Seiten

Russland führt seit mehr als einem Jahr Krieg gegen die Ukraine und es wäre eine Untertreibung, wenn man sagt, dass es für das Putin-Regime nicht ganz so läuft wie erhofft. Es gibt eine ganze Reihe an Sanktionen, diese treffen auch die Unterhaltung. Das führt nun zu "kreativen" Ideen.
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Die wirtschaftlichen Sanktionen des Westens betreffen so gut wie alle Bereiche des täglichen Lebens, dazu zählen natürlich auch Soft- und Hardware sowie das Internet. Die zuständigen russischen Ministerien - allen voran das Ministerium für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien ("MinTsifry") - werden dabei nicht müde, zu betonen, dass alles nach Plan laufe und es keine oder kaum Einschränkungen gebe. Denn schließlich entwickle man seine eigenen Software-Alternativen, biete mittlerweile hauseigene Hardware an u.v.m.

Die Realität ist freilich eine ganz andere, denn wie TorrentFreak berichtet, hat das MinTsifry auf die meisten Fragen keine Antwort. Vor allem dann, wenn diese Dienste betreffen, deren westliche Anbieter sich aus Russland komplett zurückgezogen haben.

Dazu zählen auch die großen Software- und Unterhaltungskonzerne aus dem Westen. Hier hat man zwar ein und manchmal sogar zwei Augen zugedrückt, doch das hat das Problem nicht gelöst, nämlich dass es in Russland keine westlichen Inhalte zu sehen gibt. Denn viele Piraterie-Seiten bieten auch Inhalte an, die die Zensoren nicht im Land haben wollen und so werden diese geblockt.


Wollen Piraten einen Deal mit dem Teufel?

Laut lokalen Medienberichten erwägt das Digitalministerium, über Provider blockierten Piraterie-Seiten das Angebot zu machen, dass diese wieder freigeschaltet werden, wenn sie sich bereit erklären, unerwünschte Inhalte zu entfernen. Gemeint sind damit aber nicht zwangsläufig Urheberrechtsverstöße, sondern politische Inhalte zum Krieg sowie der russischen Führung etc.

"Das Ministerium für digitale Entwicklung arbeitet zusammen mit Vertretern der Industrie an Vorschlägen, die Zugangsbeschränkungen zu Websites, die unlizenzierte Videoinhalte westlicher Majors anbieten, unter bestimmten Bedingungen aufzuheben", schreibt TorrentFreak unter Berufung auf eine Quelle. "Solche Videoinhalte sollten nicht legal in russischen Online-Diensten präsentiert werden, sollten nicht in Kinos ausgeliehen werden und sollten keine extremistischen Materialien und LGBT-Propaganda enthalten."

Außerdem dürften diese dann auch keine lokal produzierten Filme und Serien anbieten. Ob Piraten an diesem Deal interessiert sind, darf bezweifelt werden, da sich diese normalerweise keinen Regeln staatlicher Einrichtungen unterwerfen wollen.

Zusammenfassung
  • Russische Sanktionen betreffen auch Unterhaltung
  • Ministerien: Alles läuft nach Plan - Realität ist eine andere.
  • Behörde erwägt, blockierte Piraterie-Seiten freizuschalten.
  • Die dürfen keine Extremisten-Materialien oder LGBT-Propaganda enthalten.
  • Piraten werden sich nicht regeln lassen.

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