Nach CrowdStrike-Chaos: Ist die Welt zu stark von Windows abhängig?

Im Nachgang der weitreichenden Ausfälle vieler in Behörden und Unter­nehmen genutzter Windows-PCs in Folge des fehlerhaften CrowdStrike-Updates am Freitag kommt jetzt wieder vermehrt Kritik auf, wonach die Welt viel zu stark von Windows als Betriebssystem abhängig ist.
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Fehlerhaftes Update legte 8,5 Mio. PCs weltweit lahm

Kritiker fordern nach dem Ausfall von gut 8,5 Millionen Windows-PCs nach der Auslieferung eines fehlerhaften Updates für die Sicherheitslösung der Firma CrowdStrike jetzt, dass Behörden und Unternehmen ihre Abhängigkeit von Windows als Betriebssystem reduzieren müssen.

Die Chefin der Federal Trade Commission der USA, Lina Khan, erklärte noch am Freitag über ihr Profil bei X/Twitter, dass die Vorfälle zeigten, wie durch die Konzentration (der Marktmacht bei einem Anbieter, Anm. d. Red.) letztlich "fragile Systeme entstehen" könnten. Eine Microsoft-Sprecherin reagierte darauf laut des Wall Street Journals mit dem Argument, dass die Auswirkungen der Ausfälle durch die weitreichende Verwendung von CrowdStrike definiert wurden, nicht durch die häufige Verwendung von Microsofts Produkten.

Lobbygruppe fordert Zerschlagung von Microsoft

Auch bei der Lobbygruppe NextGen Competition, die sich für die rigorose Umsetzung von Wettbewerbsregeln einsetzt, war man ähnlicher Meinung wie die FTC-Chefin. Die weitreichenden Ausfälle seien "Folge eines Software-Monopols, das für zu große Teile der weltweiten Wirtschaft zu einem 'Single Point of Failure' geworden" sei. Man warnt Microsoft erneut davor, Wettbewerb zu unterdrücken und forderte eine "Zerschlagung" des Konzerns zugunsten eines stärkeren Wettbewerbs.


Von einer libertären Denkfabrik namens Reason Foundation war hingegen zu hören, dass viele Regierungsvertreter zwar ironischerweise häufiger über die Monopolbildung im Technologiebereich klagten, sie aber gleichzeitig dabei helfen würden, dass Microsofts Würgegriff bei Verträgen mit Regierungsbehörden durch den dabei erfolgenden "Lock-In" weiter verstärkt werde.

US-Kongress fordert Aufklärung

Auch innerhalb des US-Kongresses wurde Kritik angemeldet und es wurde Aufklärung gefordert. Mindestens drei Kongressgruppen forderten Microsoft und CrowdStrike auf, umfangreiche Informationen zu den Gründen und den Auswirkungen des Ausfalls durch das fehlerhafte Update zu liefern.

Der Chef des Homeland Security Committee des US-Kongresses, der Republikaner Mark Green, erklärte, dass die Ausfälle deutlich machten, wie abhängig man in allen Bereichen des Lebens von IT geworden sei und welch starke Wellen ein einziger Defekt für die gesamte Wirtschaft schlagen könne. Sein Parteikollege William Timmons forderte sofortige Anhörungen zu dem Thema und erklärte, dass die Ausfälle mehrere Flaschenhälse in der IT- und Cyber-Infrastruktur der USA offengelegt hätten.

Microsoft informiert Weißes Haus

Die Microsoft-Sprecherin bestätigte, dass man bereits Informationen zu dem Thema an verschiedene Regierungsmitglieder der USA liefere. Außerdem hieß es vom Weißen Haus, dass US-Präsident Biden zu dem Thema informiert wurde und man Rücksprache mit CrowdStrike halte. Quellen zufolge führt auch Microsoft Gespräche mit dem Weißen Haus.

Verschiedene Mitglieder der amerikanischen Republikaner erklärten außerdem, dass man hier einmal mehr sehen könne, welch katastrophale Auswirkungen die Konsolidierung und Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter hat. Von einem Vertreter der US-FTC war anonym zu hören, dass die "dominanten Firmen oft zu groß sind", um Probleme wirklich anzugehen, weil "ihre Kunden niemand anderen mehr haben, von dem sie besseren Service bekommen können".

Wie seht ihr das? Liegt es wirklich an einer zu starken Verbreitung von Windows, dass das CrowdStrike-Update so weitreichende Folgen hatte? Oder ist es eher die scheinbar große Abhängigkeit von CrowdStrike in vielen Behörden und Unternehmen, die zu den massiven Auswirkungen führte?

Zusammenfassung
  • Fehlerhaftes CrowdStrike-Update legt 8,5 Millionen Windows-PCs lahm
  • Kritiker sehen zu starke Abhängigkeit von Windows als Problem
  • FTC-Chefin Lina Khan kritisiert Entstehung fragiler Systeme
  • NextGen Competition fordert Zerschlagung von Microsoft
  • Reason Foundation sieht Ironie in Regierungshaltung zu Technologiemonopolen
  • US-Kongress fordert Aufklärung über Ursachen und Folgen des Ausfalls
  • Republikaner betonen Risiken der IT-Abhängigkeit und fordern Anhörungen

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