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AVM wechselt den Besitzer: Dieser Investor schluckt FritzBox-Hersteller
Bereits vor einem Dreivierteljahr gab es Gerüchte, dass der deutsche Router-Hersteller und Netzwerk-Profi AVM zum Verkauf steht. Nun gibt es dazu weitere Details - und die stammen von der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde.
Update vom 10. Juli 2024: Mittlerweile bestätigt AVM selbst den Einstieg von Imker Capital Partners als neuer, langfristiger Investor. Die Gründer des Berliner IT-Unternehmens sollen mit einem Minderheitsanteil als Gesellschafter und als Beirat erhalten bleiben - Mehr dazu in unserem Update.
Die Veröffentlichung richtet sich nun aus kartellrechtlichen Gründen an die Öffentlichkeit, um eventuelle Äußerungen zu der Übernahme im Vorfeld zu berücksichtigen.
Da heißt es zu einem geplanten Erwerbsvorgang: "Rucio Investment S.à r.l. (Luxemburg), eine von Imker kontrollierte Gesellschaft, beabsichtigt mittelbar durch die Spree 24 Beteiligung GmbH (Deutschland) sämtliche Anteile an der AVM Computersysteme Vertriebs GmbH ("AVM", Deutschland) von den derzeitigen Gesellschaftern der AVM und damit die alleinige Kontrolle über die AVM und ihre unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften (gemeinsam "AVM-Gruppe") zu erwerben." Details zu den Unternehmen haben wir am Ende des Beitrags gesammelt.
Smarte Heizregler, Repeater und FritzFon gehören neben Fritzbox zu den Verkaufsschlagern
Die Bundesbehörde gibt nun eine Frist für schriftliche Äußerungen: "Die Frist zur Stellung eines Antrages gem. § 11 Abs. 1 KartG durch die Amtsparteien (Antrag auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren) endet am 05.08.2024."
Unternehmen, deren rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, können sich nun binnen 14 Tagen ab dieser Bekanntmachung gegenüber der Behörde äußern.
Einzelheiten findet man auf der Seite der Bundeswettbewerbsbehörde.
AVM erzielte im Jahr 2022 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 620 Millionen Euro, der Betriebsgewinn lag nach Schätzung in Finanzkreisen bei 80 bis 90 Millionen Euro. Im Jahr 2023 lagt der Umsatz bei nur noch 580 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 890 Mitarbeiter.
Das für die Abwicklung genannte Unternehmen Spree 24 Beteiligung GmbH wurde im März dieses Jahres noch unter einem anderen Namen gegründet und dann im Juni unter dem jetzigen Namen eingetragen. Der Firmensitz hat die gleiche Postadresse wie AVM.
Ende der 1990er-Jahre stand ein Verkauf an einen US-Investor im Raum, als die Bank ihre Anteile verkaufen wollte. Die Gründer wurden kurzzeitig verdrängt, kauften aber die Anteile zurück, was sie hoch verschuldete. Medienberichten zufolge planen die Gründer nun den Verkauf für ihren Ruhestand. AVM erklärte gegenüber im vergangenen Jahr gegenüber iFun, dass sie seit fast 40 Jahren erfolgreich seien und nun auch an andere Zeiten denken.
Die Gründer, die auf die 70 zugehen, wollen den Übergang sorgfältig planen, um die Kontinuität zu sichern. Ziel ist ein Generationswechsel bei fortlaufendem Erfolg.
Siehe auch:
Bist du Mitarbeiter bei AVM? Hallo Nachbar! :) Schreib uns doch mal! Sicher und anonym an WinFuture@protonmail.com
Investor mit Sitz in Luxemburg als Käufer genannt
Die Bundeswettbewerbsbehörde hat mit einer Veröffentlichung vom 8. Juli 2024 mitgeteilt, dass ein Investor mit Sitz in Luxemburg plant, das Berliner Unternehmen AVM, bekannt vor allem für die FritzBox, zu kaufen.Die Veröffentlichung richtet sich nun aus kartellrechtlichen Gründen an die Öffentlichkeit, um eventuelle Äußerungen zu der Übernahme im Vorfeld zu berücksichtigen.
Da heißt es zu einem geplanten Erwerbsvorgang: "Rucio Investment S.à r.l. (Luxemburg), eine von Imker kontrollierte Gesellschaft, beabsichtigt mittelbar durch die Spree 24 Beteiligung GmbH (Deutschland) sämtliche Anteile an der AVM Computersysteme Vertriebs GmbH ("AVM", Deutschland) von den derzeitigen Gesellschaftern der AVM und damit die alleinige Kontrolle über die AVM und ihre unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften (gemeinsam "AVM-Gruppe") zu erwerben." Details zu den Unternehmen haben wir am Ende des Beitrags gesammelt.
Smarte Heizregler, Repeater und FritzFon gehören neben Fritzbox zu den Verkaufsschlagern
Die Bundesbehörde gibt nun eine Frist für schriftliche Äußerungen: "Die Frist zur Stellung eines Antrages gem. § 11 Abs. 1 KartG durch die Amtsparteien (Antrag auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren) endet am 05.08.2024."
Unternehmen, deren rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, können sich nun binnen 14 Tagen ab dieser Bekanntmachung gegenüber der Behörde äußern.
Einzelheiten findet man auf der Seite der Bundeswettbewerbsbehörde.
Interessanter Zeitpunkt
Die Nachricht kommt zu einem brisanten Zeitpunkt für AVM. Erst vor wenigen Tagen machte die Schlagzeile die Runde, dass das Unternehmen eine Strafzahlung von fast 16 Millionen Euro an das deutsche Bundeskartellamt leisten muss. AVM wird vorgeworfen, die Preise seiner Produkte im Handel künstlich in die Höhe getrieben zu haben. Dies betrifft vor allem Router und Repeater der Fritz-Serie.AVM erzielte im Jahr 2022 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 620 Millionen Euro, der Betriebsgewinn lag nach Schätzung in Finanzkreisen bei 80 bis 90 Millionen Euro. Im Jahr 2023 lagt der Umsatz bei nur noch 580 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 890 Mitarbeiter.
Update: FRITZ!Box-Hersteller AVM regelt Nachfolge
Einen Tag nach dem Bekanntwerden der Übernahme durch die von Imker Capital Partners kontrollierte Gesellschaft Rucio Investment S.à r.l. nimmt auch AVM selbst Stellung und bestätigt, dass die Nachfolge des FritzBox-Herstellers durch den Einstieg des europäischen Family-Office nun geregelt sei."Wir sind den Generationswechsel aktiv und systematisch angegangen, um den Erfolg von AVM fortzuschreiben. Wir freuen uns, Imker als neuen Investor zu begrüßen, da sie unsere Vorstellungen zur Zukunft von AVM teilen. Das Engagement von Imker ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens und wird die Fähigkeit von AVM, innovative Lösungen anzubieten, weiter fördern."AVM und sein neuer Investor streben dabei weiterhin ein starkes Wachstum und die verstärkte Internationalisierung an - vor allem auch durch die Entwicklung neuer Produkte aus dem Fritz-Ökosystem. Die Gründer und Gesellschafter bleiben AVM erhalten, wenn auch nur mit einem Minderheitsanteil.
Das für die Abwicklung genannte Unternehmen Spree 24 Beteiligung GmbH wurde im März dieses Jahres noch unter einem anderen Namen gegründet und dann im Juni unter dem jetzigen Namen eingetragen. Der Firmensitz hat die gleiche Postadresse wie AVM.
"Inzwischen gehen die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter von AVM bereits auf die 70 zu. Ihnen ist wichtig, dass der Erfolg von AVM weitergeht, auch wenn sie eines Tages nicht mehr im Unternehmen sind. Diesen Übergang planen sie seit geraumer Zeit aktiv und diskutieren ohne Zeitdruck verschiedene Möglichkeiten."
Holprige Firmengeschichte
Die Gründung von AVM verlief nicht reibungslos, wie die Studenten gehofft hatten. Einem Spiegel-Bericht zufolge gab es Probleme bei der Finanzierung des Start-ups. Nach der Gründung ihrer WG ging es jedoch steil bergauf. Schließlich gewann AVM die Unterstützung einer Berliner Bank zur Finanzierung ihres Wachstums.Ende der 1990er-Jahre stand ein Verkauf an einen US-Investor im Raum, als die Bank ihre Anteile verkaufen wollte. Die Gründer wurden kurzzeitig verdrängt, kauften aber die Anteile zurück, was sie hoch verschuldete. Medienberichten zufolge planen die Gründer nun den Verkauf für ihren Ruhestand. AVM erklärte gegenüber im vergangenen Jahr gegenüber iFun, dass sie seit fast 40 Jahren erfolgreich seien und nun auch an andere Zeiten denken.
Die Gründer, die auf die 70 zugehen, wollen den Übergang sorgfältig planen, um die Kontinuität zu sichern. Ziel ist ein Generationswechsel bei fortlaufendem Erfolg.
Ist AVM schon verkauft?
Nein, AVM ist bislang nicht verkauft. Es gibt jedoch konkrete Pläne für einen Verkauf. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde hat bekannt gegeben, dass die Rucio Investment S.à r.l. aus Luxemburg beabsichtigt, sämtliche Anteile an AVM zu erwerben.
Der Verkaufsprozess befindet sich derzeit in einer frühen Phase. Es wird erwartet, dass die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden könnte, sofern keine Einwände von Wettbewerbsbehörden oder anderen Interessengruppen vorgebracht werden.
Der Verkaufsprozess befindet sich derzeit in einer frühen Phase. Es wird erwartet, dass die Übernahme noch in diesem Jahr vollzogen werden könnte, sofern keine Einwände von Wettbewerbsbehörden oder anderen Interessengruppen vorgebracht werden.
Was bedeutet der Verkauf von AVM?
Der geplante Verkauf von AVM markiert einen bedeutenden Wendepunkt für das Unternehmen. Es handelt sich um einen Generationswechsel, da die Gründer, die alle Mitte 60 sind, einen geordneten Übergang planen.
Für Kunden könnte der Verkauf zunächst wenig spürbare Auswirkungen haben. Langfristig könnten jedoch Änderungen in der Unternehmensstruktur oder -strategie folgen. Die Gründer betonen, dass das Ziel ist, die Erfolgsgeschichte von AVM fortzusetzen und die Kontinuität zu wahren.
Für Kunden könnte der Verkauf zunächst wenig spürbare Auswirkungen haben. Langfristig könnten jedoch Änderungen in der Unternehmensstruktur oder -strategie folgen. Die Gründer betonen, dass das Ziel ist, die Erfolgsgeschichte von AVM fortzusetzen und die Kontinuität zu wahren.
Was ist AVM wert?
Der genaue Wert von AVM ist nicht öffentlich bekannt, aber es gibt Schätzungen aus der Branche. Laut Medienberichten wird AVM mit einem Wert zwischen 750 Millionen und einer Milliarde Euro bewertet.
Diese Bewertung basiert vermutlich auf den Finanzzahlen des Unternehmens. Im Jahr 2023 erzielte AVM einen Umsatz von 580 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn wurde in Finanzkreisen auf 80 bis 90 Millionen Euro geschätzt. Diese starke finanzielle Position trägt zur hohen Bewertung bei.
Diese Bewertung basiert vermutlich auf den Finanzzahlen des Unternehmens. Im Jahr 2023 erzielte AVM einen Umsatz von 580 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn wurde in Finanzkreisen auf 80 bis 90 Millionen Euro geschätzt. Diese starke finanzielle Position trägt zur hohen Bewertung bei.
Wofür steht die Abkürzung AVM?
Die Abkürzung AVM steht für "Audiovisuelles Marketing". Dieser Name bezieht sich auf die Anfänge des Unternehmens als BTX-Dienstleister.
Interessanterweise hat sich der Tätigkeitsbereich des Unternehmens seit seiner Gründung stark verändert. Heute ist AVM hauptsächlich für seine Netzwerktechnik und insbesondere die FRITZ!Box bekannt, was weit über das ursprüngliche audiovisuelle Marketing hinausgeht.
Interessanterweise hat sich der Tätigkeitsbereich des Unternehmens seit seiner Gründung stark verändert. Heute ist AVM hauptsächlich für seine Netzwerktechnik und insbesondere die FRITZ!Box bekannt, was weit über das ursprüngliche audiovisuelle Marketing hinausgeht.
Wo lässt AVM produzieren?
AVM produziert seine Produkte hauptsächlich in Europa. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Fertigungsschwerpunkt in Deutschland, Polen und Ungarn.
Einige Fritz!-Boxen werden vom deutschen Hersteller RAFI gefertigt. Allerdings stammen einzelne Komponenten wie Netzteile und unbestückte Platinen aus Asien. Diese Mischung aus europäischer und asiatischer Produktion ist in der Elektronikindustrie nicht ungewöhnlich.
Einige Fritz!-Boxen werden vom deutschen Hersteller RAFI gefertigt. Allerdings stammen einzelne Komponenten wie Netzteile und unbestückte Platinen aus Asien. Diese Mischung aus europäischer und asiatischer Produktion ist in der Elektronikindustrie nicht ungewöhnlich.
Wer steckt hinter AVM?
AVM wurde 1986 von vier Studenten gegründet: Johannes Nill (geb. 1958), Peter Faxel (geb. 1959), Ulrich Müller-Albring (geb. 1957) und Jörg-Detlef Gebert. Heute sind noch drei der ursprünglichen Gründer in der Geschäftsführung tätig, während Gebert das Unternehmen verlassen hat.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt aktuell rund 890 Mitarbeiter. AVM hat sich von einem Start-up zu einem führenden Hersteller von Produkten für Breitbandanschlüsse und das digitale Zuhause in Europa entwickelt, bekannt vor allem für die FRITZ!Box.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt aktuell rund 890 Mitarbeiter. AVM hat sich von einem Start-up zu einem führenden Hersteller von Produkten für Breitbandanschlüsse und das digitale Zuhause in Europa entwickelt, bekannt vor allem für die FRITZ!Box.
Wie alt sind die Gründer von AVM?
Die Gründer von AVM sind heute Mitte 60. Johannes Nill wurde am 18.02.1958 geboren und ist somit 66 Jahre alt. Peter Faxel, geboren am 11.06.1959, ist 64 Jahre alt. Ulrich Müller-Albring, der älteste der Gründer, wurde am 01.01.1957 geboren und ist 67 Jahre alt.
Diese Informationen bestätigen die frühere Aussage des Unternehmens, dass die Gründer "auf die 70 zugehen". Der vierte Gründer, Jörg-Detlef Gebert, ist heute nicht mehr im Unternehmen aktiv und über sein genaues Alter liegen keine öffentlichen Informationen vor.
Diese Informationen bestätigen die frühere Aussage des Unternehmens, dass die Gründer "auf die 70 zugehen". Der vierte Gründer, Jörg-Detlef Gebert, ist heute nicht mehr im Unternehmen aktiv und über sein genaues Alter liegen keine öffentlichen Informationen vor.
Gab es Probleme bei AVM?
Ja, AVM hatte in seiner Geschichte einige Herausforderungen zu bewältigen. In den Anfangsjahren gab es laut einem Spiegel-Bericht Probleme bei der Finanzierung des Start-ups.
Ende der 1990er-Jahre stand AVM kurz vor einem Verkauf an einen US-Investor. Die Gründer wurden sogar kurzzeitig aus dem Unternehmen gedrängt. Sie konnten jedoch alle ausstehenden Anteile zurückkaufen, was sie persönlich hoch verschuldete. Kürzlich verhängte das Bundeskartellamt ein Bußgeld von 16 Millionen Euro gegen AVM wegen vertikaler Preisbindung.
Ende der 1990er-Jahre stand AVM kurz vor einem Verkauf an einen US-Investor. Die Gründer wurden sogar kurzzeitig aus dem Unternehmen gedrängt. Sie konnten jedoch alle ausstehenden Anteile zurückkaufen, was sie persönlich hoch verschuldete. Kürzlich verhängte das Bundeskartellamt ein Bußgeld von 16 Millionen Euro gegen AVM wegen vertikaler Preisbindung.
Zusammenfassung
- AVM steht zum Verkauf, Investor aus Luxemburg interessiert
- Österreichische Bundeswettbewerbsbehörde veröffentlicht Details
- Frist für schriftliche Äußerungen gegen die Übernahme läuft bis 05.08.2024
- AVM muss Strafzahlung wegen Preismanipulation leisten
- Umsatz von AVM im Jahr 2022 bei 620 Millionen Euro
- Gründer von AVM planen Verkauf für den Ruhestand
- Ziel der Gründer ist ein Generationswechsel bei AVM
Siehe auch:
Bist du Mitarbeiter bei AVM? Hallo Nachbar! :) Schreib uns doch mal! Sicher und anonym an WinFuture@protonmail.com
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