UEFA Ticket-App teilt Standortdaten der Nutzer 'heimlich' mit Polizei
Tickets für Spiele der Fußball-Europameisterschaft gibt es nur in der UEFA-Ticket-App. Wie jetzt bekannt geworden ist, sendet die App Live-Standortdaten der Ticketinhaber an die Polizei. Dass dies geschieht, ist für die Nutzer praktisch nicht ersichtlich.
Wie der unten eingefügten Video-Beitrag des Bayerischen Rundfunks nun zeigt, erfasst die Ticket-App Live-Standortdaten aller Ticketinhaber und teilt diese anonymisiert mit der Polizei. So sollen Fan-Ansammlungen und dadurch eventuell entstehende Unruheherde in Echtzeit identifiziert und möglichst schnell neutralisiert werden. In dem Beitrag ist zu sehen, wie anhand der Standortinformationen eine Heatmap generiert wird, die die Fan-Ströme zeigt. Auch auf Grundlage dieser Informationen koordinieren die Einsatzkräfte ihr Vorgehen.
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Ein Hinweis darauf, dass die App überhaupt den Standort erfasst, finden nur Nutzer, die nachsehen, welche Berechtigungen die App verlangt. Im Apple App Store ist die Lage ähnlich.
Ist das Teilen der Standortdaten mit der Polizei eurer Meinung nach generell falsch? Sollte dieser Umstand lediglich eindeutiger kommuniziert werden? Oder seht ihr keinerlei Probleme beim Vorgehen der UEFA oder der Polizei?
Siehe auch:
Ticket-App teilt Standortdaten mit der Polizei
Die Fußball-EM geht mit dem ersten Viertelfinalspiel zwischen Spanien und Deutschland am heutigen Freitag in die heiße Phase. Wer das Spiel im Stadion ansieht, muss sein Ticket in der offiziellen UEFA Ticket-App gespeichert haben und am Einlass vorzeigen. Eine Alternative gibt es nicht. Alles ist komplett digital.Wie der unten eingefügten Video-Beitrag des Bayerischen Rundfunks nun zeigt, erfasst die Ticket-App Live-Standortdaten aller Ticketinhaber und teilt diese anonymisiert mit der Polizei. So sollen Fan-Ansammlungen und dadurch eventuell entstehende Unruheherde in Echtzeit identifiziert und möglichst schnell neutralisiert werden. In dem Beitrag ist zu sehen, wie anhand der Standortinformationen eine Heatmap generiert wird, die die Fan-Ströme zeigt. Auch auf Grundlage dieser Informationen koordinieren die Einsatzkräfte ihr Vorgehen.
Auf YouTube ansehenKeine Hinweise in App oder auf Store-Seiten
Dass diese Standortdaten gesammelt und mit der Polizei geteilt werden, wird jedoch nur recht intransparent kommuniziert. So findet sich unter dem Eintrag zur UEFA Ticket-App im Google Play Store unter dem Punkt Datensicherheit keinerlei Erwähnung des Trackings. Die einzigen Daten, die laut des Eintrags geteilt würden, seien die App-Interaktionen. Auch bei den erfassten Daten wird eine Aufzeichnung des Standortes nicht erwähnt.Ein Hinweis darauf, dass die App überhaupt den Standort erfasst, finden nur Nutzer, die nachsehen, welche Berechtigungen die App verlangt. Im Apple App Store ist die Lage ähnlich.
Vergraben in UEFA-Datenschutzbestimmungen
Laut Golem finden Nutzer lediglich auf der Internetseite der UEFA in den dort bereitgestellten Datenschutzbestimmungen einen Hinweis auf die Weitergabe der gesammelten Standortdaten der Fans. Wie es dort heißt, gehöre zu den "gesetzlichen Pflichten im Bereich der Gesundheit und der Sicherheit" der UEFA auch "die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten und deren Weitergabe an die Polizei, staatlichen Behörden oder andere Organe, sofern es das Gesetz verlangt." Von der UEFA-Ticket-App ist an dieser Stelle nicht konkret die Rede, sondern etwas allgemein von UEFA-Plattformen, was die App aber einschließt.Ist das Teilen der Standortdaten mit der Polizei eurer Meinung nach generell falsch? Sollte dieser Umstand lediglich eindeutiger kommuniziert werden? Oder seht ihr keinerlei Probleme beim Vorgehen der UEFA oder der Polizei?
Zusammenfassung
- Tickets für die Fußball-EM nur über UEFA-App erhältlich
- App übermittelt Live-Standortdaten an die Polizei
- Details zur Datenweitergabe sind schwer auffindbar
- Bericht zeigt anonymisierte Datenübermittlung zur Fan-Überwachung
- Google Play Store und Apple App Store zeigen keine Informationen über Weitergabe des Standortes
- Nur UEFA-Webseite erwähnt Datenweitergabe unter Datenschutzbestimmungen
Siehe auch:
- Bilderkennungs-KI: Microsoft untersagt die Nutzung durch die Polizei
- Große Entlastung: KI-Tool guckt Bodycam und schreibt Polizeibericht
- YouTube musste Daten über alle Nutzer eines Videos an Polizei geben
- Handy zum Trocknen in den Ofen: Polizei rückte wegen Rauch an
- Ring-Sicherheitskameras: Polizei bekommt nicht mehr einfach Zugriff
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