Große Entlastung: KI-Tool guckt Bodycam und schreibt Polizeibericht

Wenn es um den Einsatz von KI-Technologien bei der Polizei geht, haben viele direkt ausgeklügelte Überwachungssysteme und Drohnengeschwader im Kopf. In der Realität geht es aber erst einmal um viel Profaneres: Den alltäglichen und umfangreichen Papierkram.
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Mehr Zeit auf der Straße

Entwickler des Systems ist das Unternehmen Axon, das man eigentlich über die von ihm gebauten Taser kennt. Jetzt beabsichtigt die Firma ein Tool bereitzustellen, das für den gewöhnlichen Streifenpolizisten wohl die größte Arbeitserleichterung überhaupt mit sich bringen kann: Es liefert direkt zum Ende des Einsatzes auf der Straße einen schriftlichen Bericht ab.

Das KI-Tool greift dafür auf die Aufnahmen der Körperkameras zurück, mit denen die Beamten ihre Arbeit bereits in vielen Regionen dokumentieren. Anhand der Analyse der Audiospur transkribiert die KI hier die Aussagen und generiert daraus dann einen schriftlichen Einsatzbericht. Der Beamte selbst bekommt diesen dann auf seinen Rechner geliefert und kann vor der endgültigen Abgabe beim Vorgesetzten noch Änderungen vornehmen.


Das Tool soll vor allem den Beitrag leisten, die Polizisten effektiver einsetzen zu können. Denn bisher geht ein durchaus beachtlicher Anteil der Dienstzeit für die Ausfertigung der Berichte drauf, in denen die Polizisten nicht ihren praktischen Aufgaben nachkommen können, berichtet das US-Magazin Forbes.

Nicht für komplexe Fälle

Laut Axon habe ein früher Test des Tools beim Fort Collins Colorado Police Department eine Zeitersparnis bei den anfallenden Berichten von 82 Prozent gebracht. Mit einer weiteren Optimierung sollte noch mehr möglich sein. "Wenn ein Beamter die Hälfte seines Tages mit dem Verfassen von Berichten verbringt und wir diese Zeit halbieren können, haben wir die Möglichkeit, 25 Prozent der Zeit eines Beamten zusätzlich für die eigentliche Polizeiarbeit freizuschaufeln", erklärte Axon-Chef Rick Smith.

Aufgrund von Bedenken, dass Polizisten in ihrem Alltag kaum auch die Probleme überblicken können, die solche Verfahren hervorbringen können, rät allerdings auch Smith zu einem vorsichtigen Einsatz. "Eine Schießerei mit Beteiligung von Polizisten ist wahrscheinlich ein Szenario, in dem es nicht verwendet werden sollte, und ich würde den Leuten wahrscheinlich davon abraten, einfach weil es so komplex ist und so viel auf dem Spiel steht", sagte er. Den größten Anteil am Arbeitsalltag haben aber nun einmal Berichte über kleine Ordnungswidrigkeiten und Vergehen, bei denen solch ein System zu einer erheblichen Entlastung beitragen kann.

Zusammenfassung
  • KI-Technologien bei der Polizei dienen oft dem Papierkram
  • Entwickler des Systems ist das bekannte Unternehmen Axon
  • KI-Tool erstellt automatisch Berichte aus Körperkamera-Aufnahmen
  • Polizisten können die automatisch generierten Berichte anpassen
  • Das Tool soll die Dienstzeit für praktische Polizeiarbeit erhöhen
  • Frühe Tests zeigen eine Zeitersparnis von 82 Prozent
  • Einsatz des Tools bei komplexen Fällen wird nicht empfohlen

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