Russland: Sondersteuer für Nutzung ausländischer Software kommt
In Russland wird man zukünftig seitens des Staates zur Kasse gebeten, wenn Software ausländischer Hersteller zum Einsatz kommt. Auf diese Weise will das Moskauer Regime für mehr Unabhängigkeit der eigenen Infrastrukturen sorgen.
Im Rahmen dieser Bestrebungen unterzeichnete Putin Anfang Mai ein Dekret, wonach mindestens 80 Prozent der russischen Unternehmen in wichtigen Wirtschaftszweigen bis 2030 komplett auf Software aus russischer Produktion umsteigen sollen. Um die Entwicklung voranzutreiben, sollen Firmen, die diesen Weg beschreiten, zumindest keine finanziellen Nachteile haben.
Deshalb soll nun eine Sonderabgabe eingeführt werden, die von jenen Unternehmen zu zahlen ist, die zu stark auf Software ausländischer Hersteller setzen, berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS (via Reuters) unter Berufung auf Maksut Shadaev, Minister für digitale Entwicklung.
Das allerdings steigert das Risiko, dass Prozesse irgendwann ins Stocken geraten, etwa weil wichtige Updates nicht genutzt werden können. "Wir glauben, dass wir zusätzliche wirtschaftliche Anreize für Unternehmen schaffen müssen, um auf russische Lösungen umzusteigen", erklärte Shadaev. Und da sich der Staat aktuell kaum noch Förderprogramme leisten kann, wird man eben auf der anderen Seite aktiv und belegt die Nutzung ausländischer Software mit zusätzlichen Abgaben.
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Unabhängigkeit als Ziel
Der russische Diktator Wladimir Putin hat die technologische Unabhängigkeit des Landes zu einem seiner Hauptziele erklärt. Das ist auch folgerichtig, da die westlichen Sanktionen wegen des Krieges in der Ukraine Moskaus Fähigkeit, Technologie und Ausrüstung aus dem Ausland zu erwerben, infrage gestellt sind.Im Rahmen dieser Bestrebungen unterzeichnete Putin Anfang Mai ein Dekret, wonach mindestens 80 Prozent der russischen Unternehmen in wichtigen Wirtschaftszweigen bis 2030 komplett auf Software aus russischer Produktion umsteigen sollen. Um die Entwicklung voranzutreiben, sollen Firmen, die diesen Weg beschreiten, zumindest keine finanziellen Nachteile haben.
Deshalb soll nun eine Sonderabgabe eingeführt werden, die von jenen Unternehmen zu zahlen ist, die zu stark auf Software ausländischer Hersteller setzen, berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS (via Reuters) unter Berufung auf Maksut Shadaev, Minister für digitale Entwicklung.
Risiko für den Betrieb
Verschiedene Anwendungen dürfen aufgrund der internationalen Sanktionen schon länger nicht nach Russland geliefert werden. Dazu gehören unter anderem Applikationen für das Management von Unternehmensprozessen und auch Design-Software. Trotzdem arbeiten noch immer viele Unternehmen mit diesen Tools - entweder, weil eine Umstellung langwierig und teuer ist, oder auch weil es gar keinen adäquaten Ersatz aus russischer Fertigung gibt.Das allerdings steigert das Risiko, dass Prozesse irgendwann ins Stocken geraten, etwa weil wichtige Updates nicht genutzt werden können. "Wir glauben, dass wir zusätzliche wirtschaftliche Anreize für Unternehmen schaffen müssen, um auf russische Lösungen umzusteigen", erklärte Shadaev. Und da sich der Staat aktuell kaum noch Förderprogramme leisten kann, wird man eben auf der anderen Seite aktiv und belegt die Nutzung ausländischer Software mit zusätzlichen Abgaben.
Zusammenfassung
- Russland erhebt Gebühren für ausländische Software-Nutzung
- Ziel ist die technologische Unabhängigkeit Russlands
- Putin strebt 80 % russische Software-Nutzung bis 2030 an
- Sonderabgabe für Firmen, die auf ausländische Software setzen
- Sanktionen verhindern Lieferung vieler ausländischer Anwendungen
- Unternehmen nutzen oft weiterhin ausländische Software
- Staat will wirtschaftliche Anreize für russische Lösungen schaffen
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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