Fall Megaupload: Kim Dotcom fürchtet "geheime Befehle" aus den USA

Die Polizeiaktion gegen den Filehoster Megaupload liegt gut zwölf Jahre zurück, von den vier Hauptangeklagten kämpft nur noch der gebürtige Deutsche Kim Dotcom gegen seine Auslieferung in die USA. Für seine Ex-Mitstreiter hat er aber kaum noch ein gutes Wort übrig.

Dotcom kämpft alleine weiter

Kim Dotcom ist seit dem Geständnis von Mathias Ortmann und Bram van der Kolk der letzte, der offiziell mit zahlreichen Vorwürfen im Zusammenhang mit Megaupload konfrontiert ist. Ortmann und van der Kolk sind im Sommer 2022 einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen, sie haben zahlreiche Punkte der Anklage zugegeben und auch Dotcom belastet und mussten dafür nur zweieinhalb Jahre Haft in Neuseeland absitzen.

Für Dotcom war das natürlich eine alles andere als gute Nachricht, der gebürtige Deutsche (damals noch unter dem Namen Kim Schmitz) gibt aber dennoch nicht auf. Der Angeklagte sieht hier aber immer weitere Anzeichen für eine Verschwörung und lässt auch keine Gelegenheit aus, auf die "Megaupload Conspiracy" zu verweisen. Für seine ehemaligen Mitstreiter hatte Dotcom anfangs noch durchaus Verständnis, mittlerweile wird sein Ton aber immer schriller.

"Ich habe gehört, dass meine Mitangeklagten im Fall Megaupload vor kurzem nach zehn Monaten entlassen wurden, und zwar aus einem neuseeländischen Wellness-Retreat, jedenfalls aus Sicht US-amerikanischer Häftlinge. Ursprünglich drohten ihnen vom US-Justizministerium für die sogenannte 'Mega-Verschwörung' bis zu 186 Jahren Haft, sie kamen im Austausch für falsche Geständnisse mit einem Nachlass von 99,5 Prozent davon", schrieb Dotcom vor kurzem auf Twitter, wie TorrentFreak berichtet.


"Zweifellos werden das US-Justizministerium und die neuseeländische Polizei meine ehemaligen Freunde und Partner für jedes bisschen krimineller Fantasie, das sie herausholen konnten, gemolken haben", so Dotcom weiter.

Er kündigte an, bis zum bitteren Ende kämpfen zu wollen und meinte, dass das für seine Wahlheimat (moralisch) schlecht ausgehen werde: "Wenn ich schließlich an die USA ausgeliefert werde, wird das Neuseeland viel kosten. Ich bin mir sicher, dass die Täter, die die neuseeländischen Gesetze für die US-Regierung untergraben haben, sich wenig darum scheren werden."

Die Erzählungen Dotcoms haben sich in den letzten Jahren auch nicht sonderlich verändert, er sieht seine Anklage als von Joe Biden sanktioniertes Komplott, um ihn und Megaupload im Namen Hollywoods zu zerstören. Zuletzt habe es aber wieder Bewegung gegeben, da die US-Justiz "geheime Anordnungen" erlassen habe, auf die er und seine Anwälte nicht reagieren können: "Was auch immer diese neue Aktion des US-Justizministeriums ist, sie ist bösartig, schmutzig und ohne Substanz. Ich habe nichts Falsches getan."

Dotcom weiter: "Sie wollen mich zum Schweigen bringen und mir meine Freiheit wegnehmen. Ich erwarte eine weitere Razzia, die Beschlagnahmung meiner Geräte und eine Verhaftung mit dem Ziel, meine Kaution aufzuheben und mich daran zu hindern, so erfolgreich gegen die Korruption zu protestieren, die die Vereinigten Staaten ruiniert und Neuseeland in eine Nation verwandelt hat, die ihre eigenen Gesetze untergräbt, um ihren US-Herren zu gefallen."

Zusammenfassung
  • Kim Dotcom kämpft als letzter gegen Auslieferung in die USA
  • Ex-Mitstreiter Ortmann und van der Kolk gestanden im Sommer 2022
  • Dotcom kritisiert milde Strafen der Ex-Mitstreiter als "Wellness-Retreat"
  • Er sieht seine Anklage als Verschwörung der USA und Neuseelands
  • Dotcom behauptet, Anklage sei von Joe Biden und Hollywood initiiert
  • US-Justizministerium soll "geheime Anordnungen" gegen ihn erlassen haben
  • Dotcom befürchtet neue Razzia und Verhaftung in Neuseeland

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