Neuralink: Das erste menschliche Implantat wird offenbar abgestoßen

Neuralink will eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer erschaffen, einem ersten Menschen wurde ein solcher Chip bereits erfolgreich eingesetzt. Doch das bedeutet nicht, dass das langfristig erfolgreich ist, denn das Implantat könnte abgestoßen werden.
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Neuralink arbeitet an Gehirn-Computer-Schnittstelle

Es ist ein alter Traum der Science-Fiction und genauer gesagt des Cyberpunk-Subgenres, nämlich die direkte Verbindung zwischen Gehirn und Computern bzw. den daran hängenden Netzwerken. Bislang war das auch Sci-Fi, die Büchern und Filmen vorbehalten war, doch Startups und Forschungseinrichtungen wollen das seit einer Weile in die Realität umsetzen.

Neuralink ist das auch gelungen: Man konnte mittlerweile einem Menschen seinen Spezialchip ins Gehirn einsetzen und auch erfolgreich eine Verbindung herstellen. Der US-Amerikaner Noland Arbaugh, der unterhalb der Schultern vollständig gelähmt ist, setzte dieses auch gleich sinnvoll ein und spielte nächtelang u. a. Civilization 6 und Mario Kart 8.

Doch das Vergnügen könnte von verhältnismäßig kurzer Dauer gewesen sein, denn einige Wochen und Monate nach der Operation hat Neuralink bekannt gegeben, dass es zu ersten Fehlfunktionen gekommen sei. In einem Blogbeitrag schreibt das Startup (via Wall Street Journal), dass sich einige der neuronalen Fäden aus dem Gehirn des Patienten "gelöst" haben.

Derzeit ist noch nicht klar, welches Ausmaß und welche Folgen dieses "Zurückziehen" der Verbindungsfäden (ein Neuralink-Implantat hat 64 flexible Fäden mit insgesamt 1024 Elektroden) hat, zumindest machte Neuralink dazu keine Angaben. Es ist derzeit auch nicht bekannt, ob das ein Sicherheitsrisiko darstellt. Laut Neuralink hat dieses Problem Ende Februar begonnen, man konnte es aber durch ein Anpassen des Algorithmus ausgleichen.

Neuralink: "Keine Gefahr"

Die ersten öffentlichen Präsentationen bzw. Videos von Arbaughs neu bzw. zurückgewonnen Fähigkeiten wurden bereits mit den zurückgezogenen Fäden durchgeführt, es ist nicht bekannt, ob und wie weit sich das Problem später fortgesetzt hat. Man kann an dieser Stelle allerdings nur spekulieren, ob das Gehirn bzw. das Immunsystem das Implantat abstößt. Die Sicherheit von Arbaugh scheint aber nicht in Gefahr zu sein, laut Wall Street Journal hat Neuralink die zuständige Behörde Food and Drug Administration darüber in Kenntnis gesetzt und auch mitgeteilt, dass man eine Lösung hat.

Zusammenfassung
  • Neuralink hat einem Menschen erfolgreich einen Gehirn-Computer-Chip eingesetzt
  • Der Empfänger, Noland Arbaugh, ist unterhalb der Schultern gelähmt
  • Arbaugh nutzte den Chip, um Spiele wie Civilization 6 zu spielen
  • Nach einigen Wochen traten Fehlfunktionen und ein Lösen der neuronalen Fäden auf
  • Die langfristigen Auswirkungen und Sicherheitsrisiken sind noch unklar
  • Neuralink hat Anpassungen vorgenommen, um die Probleme zu mindern
  • Die FDA wurde über die Situation und die getroffenen Maßnahmen informiert

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