800 Megahertz: Die nächste Mobilfunkauktion wird wohl ausfallen

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Bundesnetzagentur die nächste zu erwartende Mobilfunkauktion ausfallen lassen wird. In dem Fall geht es um die Neuvergabe beziehungsweise Verlängerung der Spektren im 800-Megahertz-Band.
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Mehr Geld für den Netzausbau

Die aktuell gültigen Lizenzen laufen im Laufe dieses Jahres aus. Bisher wurden in solchen Fällen jeweils Versteigerungen organisiert, die dem Staat regelmäßig recht ordentliche Zusatzeinnahmen bescherten. Die zuständige Bundesnetzagentur plant nun aber eine formale Verlängerung der bestehenden Lizenzen, berichtet die Nachrichtenagentur DPA unter Berufung auf ein entsprechendes Schreiben der Behörde.

Einen entsprechenden Schritt hatten die drei etablierten Netzbetreiber und auch verschiedene andere Institutionen gefordert. Das Hauptargument bestand hier darin, dass die hohen Ausgaben für den Erwerb der Lizenzen letztlich im Budget für Investitionen in den Netzausbau fehlen und es somit länger dauert, die Infrastruktur voranzubringen.


Weniger begeistert zeigt man sich allerdings bei 1&1. Das Unternehmen arbeitet am Aufbau einer vierten Mobilfunk-Infrastruktur und hat dabei nun keine Chance, ebenfalls an 800-Megahertz-Spektren zu kommen. Diese sind allerdings nützlich, wenn das Netz in der Fläche ausgebaut werden soll.

Vier sind zu viel

Ob sich an der Verteilung etwas geändert hätte, ist allerdings ohnehin unklar. Denn das 800-Megahertz-Band ist letztlich auch relativ eng bemessen - die Frequenzen sind bereits bei drei Anbietern ziemlich voll. Wenn sie nun stattdessen in vier Teile aufgespalten werden müssten, dürfte dies wenig Vorteile für alle und vor allem für die Verbraucher mit sich bringen. Die Verlängerung ohne Auktion wäre dann aber auch damit verbunden, dass die Betreiber zusätzliche Auflagen für den Netzausbau in der Fläche bekommen.

Bisher steht die Entscheidung über das Vorgehen aber nicht endgültig fest. Die Bundesnetzagentur hat sich zwar faktisch für ihre favorisierte Maßnahme entschieden, es handelt sich dabei aber letztlich erst einmal um einen Konsultationsentwurf, zu dem verschiedene Beteiligte nun Stellung nehmen können. Erst auf dieser Grundlage wird es dann eine abschließende Entscheidung geben - auch wenn wenig dafür spricht, dass es doch noch in Richtung Auktion gehen könnte.

Zusammenfassung
  • Bundesnetzagentur könnte Mobilfunkauktion ausfallen lassen
  • Lizenzen im 800-MHz-Band sollen formal verlängert werden
  • Bisherige Auktionen brachten dem Staat hohe Zusatzeinnahmen
  • Netzbetreiber fordern Verlängerung zur Budgetschonung für Netzausbau
  • 1&1 kritisiert den Plan, da es keine 800-MHz-Spektren erwerben kann
  • Verlängerung könnte mit Auflagen für flächendeckenden Netzausbau verbunden sein
  • Entscheidung steht noch aus, bisher nur ein Konsultationsentwurf vorhanden

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