Kunden werden manipuliert:
Verbraucherschützer mahnen Temu ab

Verbraucherschützer haben jetzt den nächsten Schritt eingeleitet, um den chinesischen Online-Marktplatz Temu einzuhegen. Da bisher keine Unterlassungserklärung unterzeichnet wurde und damit auch kaum noch zu rechnen ist, wird demnächst wohl eine Klage folgen.
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Viel zu manipulativ

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat eine ganze Menge Kritikpunkte gesammelt, die wohl gegen hiesige Gesetze verstoßen dürften. So werden auf der Plattform beispielsweise Kunden mit angeblichen Rabatten von 70 Prozent angelockt, Informationen zu den Referenzpreisen finden sich dann aber nicht.

Während des Bestellens zeigt der Online-Marktplatz auch zahlreiche Hinweise, wie "Beeile dich! Über 126 Personen haben diesen Artikel in ihrem Warenkorb" und "Mehr als 54 Nutzer haben wiederholt gekauft! Warum nicht 2 auf einmal...". Dabei handelt es sich aus Sicht des VZBV um manipulative Designs, sogenannte Dark Patterns, die laut dem Digital Services Act der EU seit Februar verboten sind.

Der Online-Marktplatz informiert aus VZBV-Sicht auch unzureichend darüber, wie die Echtheit von Produktbewertungen gewährleistet wird. Anbieter sind gesetzlich jedoch verpflichtet, Informationen hierzu zur Verfügung zu stellen. Und auch Informationen zu den eigentlichen Produktanbietern, die auf der Plattform ihre Waren vertreiben, bleibt man oft schuldig.

Kurioser CO2-Hinweis

Auf eine Kuriosität weisen die Verbraucherschützer zusätzlich hin: Temu wirbt damit, dass man sich die bestellten Waren nicht nach Hause, sondern in eine Abholstelle liefern lassen könne - denn damit würde sich der CO2-Fußabdruck verringern. Angesichts dessen, dass die Produkte aber aus China geliefert werden, dürfte dies quasi keinen messbaren Einfluss haben und lediglich dazu dienen, die Logistikkosten für den Konzern etwas zu reduzieren.

"In Deutschland und der Europäischen Union gelten Gesetze zum Schutz der Verbraucher, an die sich alle Unternehmen halten müssen. Die Plattform Temu verunsichert und übervorteilt Verbraucher mit willkürlich erscheinenden Rabatten, fragwürdigen Bewertungen und manipulativen Designs, das muss aufhören", sagte VZBV-Vorständin Ramona Pop.

Zusammenfassung
  • Verbraucherschützer planen Klage gegen Temu
  • VZBV sammelt Kritikpunkte gegen Online-Marktplatz
  • Plattform lockt mit irreführenden Rabatten
  • Temu nutzt manipulative Designs beim Bestellvorgang
  • Unzureichende Infos zu Echtheit von Produktbewertungen
  • Anbieter auf Temu oft ohne ausreichende Informationen
  • Temu bewirbt CO2-sparende Abholstellen, trotz China-Versand
  • VZBV-Vorständin fordert Einhaltung von Verbraucherschutzgesetzen

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