Orbital-Lasers: Japan will Weltraumschrott mit Lasersatelliten entsorgen

Wenn es um die Beseitigung von Weltraumschrott geht, setzen verschiedene Länder auf ebenso unterschiedliche Ideen. Aus Japan ist jetzt von einem Satellitenbetreiber zu hören, der zwar wie die ESA auf Laser setzen will, um ausgediente Raumfahrzeuge zu entsorgen - aber nicht vom Boden aus, sondern mithilfe eigener Satelliten.
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Sky Perfect JSAT

Mini-Laser soll ab 2025 verfügbar sein

Der japanische Satellitenbetreiber Sky Perfect JSAT hat in der letzten Woche bekannt gegeben, dass man eine neue Firma gegründet hat, die sich auf die Beseitigung von Weltraumschrott spezialisieren soll. Damit erweitert JSAT sein Angebot an satellitenbasierten Dienstleistungen über Breitbandinternet, Erdbeobachtungen und Sicherheits-Services hinaus. Der Name der neuen Firma: "Orbital Lasers".

Orbital Lasers soll bald damit beginnen, die an Bord seiner Satelliten installierten Pulslaser zu verwenden, um mit ihnen Weltraumschrott zu stabilisieren. Im Grunde geht es darum, insbesondere alte Satelliten ohne Treibstoff oder Kontrolle über ihre Flughöhe so zu drehen, dass sie auf eine stabilere Laufbahn kommen. Im Anschluss will man die nicht mehr selbst steuerbaren Fluggeräte dazu bringen, kontrolliert in der Erdatmosphäre zu verglühen.


Sky Perfect JSAT und eine Reihe von Partnern haben nach eigenen Angaben bereits seit 2020 an der entsprechenden Technologie gearbeitet. Dabei musste man unter anderem einen Laseremitter entwickeln, der die Vibrationen eines Raketenstarts aushält und gleichzeitig klein genug ist, um an Bord eines nur rund 200 Kilogramm schweren Satelliten untergebracht zu werden. Außerdem musste man gewährleisten, dass die Laser-Pulse stark genug sind, um das gewünschte Ziel zu erreichen, dabei aber nicht zu viel Energie benötigen.

Orbital Lasers will ab Anfang 2025 mit der Vermarktung eines entsprechenden Systems beginnen. Ab 2029 will man dann einen eigenen Dienst an den Start bringen, mit dem man als Serviceanbieter die Entsorgung von Weltraumschrott mittels Pulslaser vermarktet.

Dem Unternehmen zufolge soll das System künftig in der Lage sein, die angepeilten Objekte aus einem Abstand von rund 100 Metern mit seinem Pulslaser zu "beschießen" und dadurch bewegen zu können. Bei Simulationen wurde festgestellt, dass die Laser Satelliten mit einem Gewicht von bis zu drei Tonnen bewegen könnten. Den Vorteil seines Konzepts sieht man bei Orbital Lasers vor allem darin, dass kein direkter Kontakt zu dem zu entfernenden Objekt hergestellt werden muss.

Zusammenfassung
  • Japan setzt auf Satelliten mit Lasern gegen Weltraumschrott
  • Sky Perfect JSAT gründet Firma "Orbital Lasers" für Schrottbeseitigung
  • Neue Technologie stabilisiert ausgediente Satelliten in der Umlaufbahn
  • Laseremitter für Satelliten entwickelt, der Raketenvibrationen aushält
  • Ab 2025 Vermarktung, ab 2029 eigener Entsorgungsdienst geplant
  • System kann Objekte aus 100 Metern Entfernung mit Laser bewegen
  • Simulationen zeigen, dass Laser bis zu drei Tonnen schwere Objekte bewegen können

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