Eklatante Sicherheitsmängel:
Netzagentur stoppt Millionen Produkte

Die Bundesnetzagentur hat zahlreiche Produkte vom Markt genommen, die für Käufer wahrscheinlich eine Gefahr darstellten. Vor allem ging es um Sicherheitsmängel bei elektrischen Geräten, die letztlich zu Bränden führen können.
Fehler, Ausfall, Störung, defekt, Absturz

Massenweise Mängel

Wie die Behörde heute mitteilte, habe man im Laufe des vergangenen Jahres den Handel mit insgesamt 8100 Gerätetypen untersagt. Diese Produkte summierten sich dann im Einzelnen auf 73 Millionen Stück, die Anbieter nicht mehr verkaufen konnten. Sie erfüllten den Angaben zufolge nicht die gesetzlichen Anforderungen und wiesen zum Teil erhebliche Mängel auf.

"Der Trend unzulässiger und risikobehafteter Produkte aus Drittstaaten setzt sich fort. In Zusammenarbeit mit Betreibern von Online-Plattformen gelang es uns 2023, den Verkauf von Millionen nicht konformer Produkte auf Online-Marktplätzen zu stoppen. So schützen wir Verbraucherinnen und Verbraucher vor unzulässigen Produkten", erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.


Zu den Produkten, die aus dem Verkehr gezogen wurden, gehörten unter anderem sogenannte smarte, funkgesteuerte Steckdosen. Bei diesen seien die Strom führenden Teile nicht hinreichend geschützt gewesen, sodass es hätte zu Kurzschlüssen kommen können. Das kann Brände auslösen oder gar Verbraucher direkt mit einem Stromschlag außer Gefecht setzen.

Störsender auf dem Balkon

Gestoppt wurde auch der Vertrieb einiger Wechselrichter für Balkonkraftwerke, die sowohl formale als auch messtechnische Mängel mit teils hohem Risiko aufwiesen. Die Verwendung von nicht konformen Wechselrichtern konnte hier beispielsweise zu Störungen in den Frequenzbereichen führen, die von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten genutzt werden.

In den meisten Fällen konnte der Vertriebsstopp der unsicheren Produkte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Unternehmen in Handel und Industrie umgesetzt werden. Bei einem Teil war aber auch die Zusammenarbeit mit dem Zoll notwendig, um verdächtige Importe zu überprüfen, sodass die jeweiligen Produkte direkt an den Grenzen oder den entsprechenden Logistik-Hubs gestoppt werden konnten.

Zusammenfassung
  • Bundesnetzagentur zieht gefährliche Produkte zurück
  • 8100 Gerätetypen vom Markt genommen
  • 73 Millionen Stück nicht mehr verkäuflich
  • Online-Plattformen helfen beim Verkaufsstopp
  • Smarte Steckdosen wegen Kurzschlussgefahr gestoppt
  • Wechselrichter für Balkonkraftwerke verursachten Funkstörung
  • Zusammenarbeit mit Zoll stoppt unsichere Importe

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