HP-Chef: Sperre von Drittanbieterpatronen schützt euch vor Viren!
HP-Chef Enrique Lores hat eine neue, recht originelle Begründung dafür geliefert, warum man alles daran setzt, den Einsatz von Drittanbieter-Druckerpatronen durch die Kunden zu verhindern: Man würde die User damit vor Malware schützen.
Als einen der Gründe hierfür nannte der HP-Chef nun eben Sicherheitsfragen. "Wir haben gesehen, dass man Viren in die Patronen einbetten kann. Durch die Patrone können diese dann in den Drucker gelangen, und vom Drucker ins Netzwerk", sagte Lores. Angesichts dessen, dass in den Patronen schon seit geraumer Zeit auch eine eigene Elektronik verbaut ist, klingt dies erst einmal nachvollziehbar.
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Die Kollegen des US-Magazins Ars Technica haben sich daher unter verschiedenen Sicherheitsexperten umgehört, ob entsprechende Angriffe schon einmal vorgekommen sind. Allerdings konnte hier keiner einen solchen Fall benennen. Und die Befragten waren auch ausgesprochen skeptisch, ob Lores da tatsächlich ein realistisches Szenario beschreibt. Immerhin wäre die Verbreitung von Malware über Tintenpatronen, die teils erst einmal monatelang in Läden herumliegen, um dann nach und nach eingesetzt zu werden, keine besonders effektive Form der Verbreitung.
Zudem kann angemerkt werden, dass das Vorgehen HPs in dieser Hinsicht ohnehin eher kontraproduktiv ist. Denn der beste Schutz vor Malware besteht immer noch darin, Geräte mit einer möglichst aktuellen Firmware zu betreiben, in der bekannte Schwachstellen geschlossen wurden. HP sorgt nun allerdings dafür, dass Nutzer sich eher davor hüten, Firmware-Updates zu installieren, da dies offensichtlich dazu führen kann, dass ihr Drucker danach den Dienst verweigert - das ist ein klarer Bärendienst für die Sicherheit und der Verdacht liegt nahe, dass HP den Einsatz von Drittanbieterpatronen doch nur behindert, um sich mehr Anteile am lukrativen Tintengeschäft zu sichern.
Siehe auch:
Von der Patrone ins Netzwerk?
Lores wurde in einem Gespräch mit dem US-Sender CNBC unter anderem auf die Sache mit den Druckerpatronen angesprochen. Inzwischen gibt es sogar eine Klage gegen den Konzern, weil dieser seinen Kampf gegen Tintenpatronen von Drittanbietern wohl etwas zu weit führte: Nach Firmware-Updates verweigerten die Drucker komplett die Arbeit, wenn keine HP-Patrone vorhanden war.Als einen der Gründe hierfür nannte der HP-Chef nun eben Sicherheitsfragen. "Wir haben gesehen, dass man Viren in die Patronen einbetten kann. Durch die Patrone können diese dann in den Drucker gelangen, und vom Drucker ins Netzwerk", sagte Lores. Angesichts dessen, dass in den Patronen schon seit geraumer Zeit auch eine eigene Elektronik verbaut ist, klingt dies erst einmal nachvollziehbar.
Auf YouTube ansehenDie Kollegen des US-Magazins Ars Technica haben sich daher unter verschiedenen Sicherheitsexperten umgehört, ob entsprechende Angriffe schon einmal vorgekommen sind. Allerdings konnte hier keiner einen solchen Fall benennen. Und die Befragten waren auch ausgesprochen skeptisch, ob Lores da tatsächlich ein realistisches Szenario beschreibt. Immerhin wäre die Verbreitung von Malware über Tintenpatronen, die teils erst einmal monatelang in Läden herumliegen, um dann nach und nach eingesetzt zu werden, keine besonders effektive Form der Verbreitung.
So geht es nicht
Der einzige Fall, in denen ein solcher Angriffsvektor bisher thematisiert wurde, war eine Forschungsarbeit von HP selbst. Das Unternehmen hatte hier selbst Security-Fachleute damit beauftragt, Malware über Druckerpatronen in ein System einzuschleusen. Dies gelang auch tatsächlich mit einer Drittanbieter-Patrone. In freier Wildbahn war solch eine Attacke aber bislang nicht zu sehen.Zudem kann angemerkt werden, dass das Vorgehen HPs in dieser Hinsicht ohnehin eher kontraproduktiv ist. Denn der beste Schutz vor Malware besteht immer noch darin, Geräte mit einer möglichst aktuellen Firmware zu betreiben, in der bekannte Schwachstellen geschlossen wurden. HP sorgt nun allerdings dafür, dass Nutzer sich eher davor hüten, Firmware-Updates zu installieren, da dies offensichtlich dazu führen kann, dass ihr Drucker danach den Dienst verweigert - das ist ein klarer Bärendienst für die Sicherheit und der Verdacht liegt nahe, dass HP den Einsatz von Drittanbieterpatronen doch nur behindert, um sich mehr Anteile am lukrativen Tintengeschäft zu sichern.
Zusammenfassung
- HP-Chef sieht Malware-Gefahr in Drittanbieterpatronen
- Einsatz von Fremdpatronen soll laut Lores Netzwerke schützen
- Experten bezweifeln Malware-Verbreitung via Tintenpatronen
- Keine bekannten Fälle von Viren in Druckerpatronen
- HP-Studie zeigt möglichen Angriff über Drittanbieter-Patrone
- Firmware-Updates von HP verhindern Nutzung fremder Patronen
- Angst vor Aktualisierung erhöht Risiko für Sicherheitslücken
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Christian Kahle
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