HP erneut wegen Blockade von Drittanbieterpatronen verklagt

Druckerhersteller sind bekannt dafür, alles nur Erdenkliche zu unternehmen, um zu verhindern, dass Kunden günstigere Patronen verwenden. Die Käufer der jeweiligen Geräte sehen hingegen nicht ansatzweise ein, warum sie zu teurer Tinte genötigt werden.
Hp, Drucker, LaserJet Pro
HP

Ersatzpatronen sind ein Riesengeschäft

Zu den Herstellern, die hier am aggressivsten vorgehen, ist Hewlett-Packard alias HP. Dieser unternimmt alles, um technisch zu verhindern, dass günstige Cartridges anderer Anbieter in den Geräten eingesetzt werden können. Dabei ist HP kein Argument zu blöd, im vergangenen Jahr meinte man, dass man nur so Nutzer vor Malware schützen könne. Die Wahrheit ist aber eine andere und simplere: Es geht schlichtweg ums Geld.

HP landet auch regelmäßig vor Gericht und fährt dort auch gerne Niederlagen ein, zu einem Umdenken hat das aber nicht geführt. Ganz im Gegenteil: HP ist auch noch stolz darauf, wie man u. a. bei The Register nachlesen kann.

Nun muss sich das Unternehmen aber erneut mit einer Klage auseinandersetzen, nicht zum ersten Mal. Aktuell hat eine Gruppe an HP-Kunden im US-Bundesstaat Illinois gegen die Praktik der "Dynamic Security" genannten Firmware-Updates eine Klage eingereicht. In dieser wirft man dem Hersteller vor, dass diese Updates das Ziel haben, ein Monopol auf Ersatztintenpatronen für Drucker zu schaffen.


Die Kläger fordern, dass HP die Updates deaktiviert, die zur Folge haben, dass Drucker unbenutzbar werden, wenn man die "falschen" Patronen einsetzt. Konkret geht es um die dazugehörigen Firmware-Updates von 2022 und 2023, gefordert wird auch die Zulassung als Sammelklage und ein Schadenersatz von mehr als fünf Millionen Dollar.

Wie Ars Technica berichtet, wird nicht nur die Veröffentlichung derartiger Firmware-Updates beklagt, sondern auch der Umstand, dass Benutzer nicht darüber informiert worden seien und nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass das die "Funktionen des Druckers beschädigen könnte".

"HP will Monopol"

In der Klage wird darauf hingewiesen, dass HP ziemlich genau zum Zeitpunkt der erwähnten Updates die Preise für die Patronen angehoben hat: "HP hat den Zubehörmarkt für Ersatztintenpatronen effektiv monopolisiert und damit gegen die Kartellgesetze auf Bundes- und Landesebene verstoßen, was die Besitzer von HP-Druckern dazu zwang, nur Tinte der Marke HP zu hohen Preisen zu kaufen und den Wert von Ersatztintenpatronen anderer Marken zu verlieren", sagte dazu Kläger-Anwältin Peggy Wedgworth.

Zusammenfassung
  • Druckerhersteller blockieren Nutzung günstiger Patronen
  • Kunden lehnen teure Originaltinte ab
  • HP verhindert Einsatz fremder Cartridges
  • Kundenklage in Illinois gegen "Dynamic Security"
  • Gefordert: Deaktivierung der Druckersperren
  • Schadenersatzforderung über fünf Millionen Dollar
  • Klage kritisiert fehlende Nutzerinformation zu Updates
  • HP erhöhte zeitgleich mit Updates die Patronenpreise
  • Vorwurf des Kartellrechtsverstoßes durch Monopolbildung

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