Private Mondlandung gescheitert:
Astrobotic Peregrine kam nicht weit

In den vergangenen Jahren gab es einen regelrechten Boom an privaten Raumfahrtunternehmen und man konnte meinen, dass derartige Vorhaben regelrecht trivial sind. Doch die Realität ist und bleibt eine andere, das musste nun auch Astrobotic erfahren.
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Astrobotic

Probleme mit dem Antrieb

Erst vor wenigen Tagen haben wir geschrieben, dass das US-Unternehmen Astrobotic Geschichte schreiben möchte und als erste private Firma erfolgreich eine Mondlandung meistern will. Doch der Optimismus war verfrüht. Denn der Mondlander, der sich am Montag auf den Weg machte, kam nicht besonders weit.

Zwar gelang es der Vulcan-Rakete der United Launch Alliance erfolgreich abzuheben und den Peregrine-Lander ins All zu befördern, auf den Weg zum Mond wird sich das Raumfahrzeug aber nicht machen, stattdessen bleibt der Lander bis auf Weiteres im Erdorbit. Konkret kämpft das Unternehmen mit einem Problem des Antriebssystems der Landefähre. Dieses verhinderte zunächst, dass Peregrine in Richtung Sonne ausgerichtet werden konnte. Diese Position war für das Aufladen der Batterie durch Solarenergie erforderlich.

Ein "improvisiertes Manöver" klappte zwar zunächst und die Ausrichtung zur Sonne gelang, dennoch war schnell klar, dass Peregrine nicht weit kommen wird. "Leider scheint ein Fehler im Antriebssystem zu einem kritischen Treibstoffverlust zu führen", so das Unternehmen. "Das Team arbeitet daran, diesen Verlust zu stabilisieren, aber in Anbetracht der Situation haben wir der Maximierung der Wissenschaft und der Daten, die wir erfassen können, Priorität eingeräumt. Wir prüfen derzeit, welche alternativen Missionsprofile zu diesem Zeitpunkt möglich sind."

Beschädigung

Astrobotic hat später erste Bilder veröffentlicht, die die "verbeulte" Außenhaut des Landers zeigen. Das sei laut dem Unternehmen der erste "visuelle Hinweis", der zu den Telemetriedaten passt und auf das Problem beim Antriebssystem hindeutet.

Der Lander lässt sich aktuell mit Mühe und Not von einem unkontrollierbaren Taumeln stabilisieren, allzu lange wird das aber nicht gelingen. Kurz gesagt: Astrobotic versucht noch, das Beste aus Peregrine herauszuholen - viel wird das aber dennoch nicht sein.

Zusammenfassung
  • Boom bei privaten Raumfahrtfirmen, Astrobotic versucht Mondlandung
  • Astrobotic-Lander scheitert auf dem Weg zum Mond
  • Peregrine-Lander bleibt im Erdorbit wegen Antriebsproblemen
  • Sonnenausrichtung für Batterieaufladung misslingt zunächst
  • Antriebssystemfehler führt zu kritischem Treibstoffverlust
  • Astrobotic priorisiert Datensammlung für Wissenschaft
  • Erste Bilder zeigen beschädigte Außenhaut des Landers

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