Japans Moon Sniper ist weich gelandet, hat nun aber ein großes Problem

Japans "Moon Sniper"-Sonde hat es sicher zum Mond geschafft und ist gut gelandet - doch jetzt gibt es einige unerwartete Probleme. Laut der japanischen Agentur für Luft- und Raumfahrt (JAXA) leidet die Sonde unter Energieproblemen. Ihr Schicksal ist damit derzeit ungewiss.
Wissenschaft, Mond, Mondlandung, Mondmission
Public Domain

Smart Lander for Investigating Moon angekommen

SLIM, der "Smart Lander for Investigating Moon", ist zumindest dort angekommen, wo ihn die Raumfahrtbehörde hingeschickt hat, und zwar ohne nennenswerte Probleme. Japan ist damit seit gestern die fünfte Nation, die sanft auf dem nächsten Nachbarn der Erde gelandet ist.

Die anderen Länder im Club der Mondlandungen sind die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten, die während des Weltraumwettlaufs im Kalten Krieg ihre ersten Ausflüge zur Mondoberfläche unternahmen, China, dessen erste Landung im Dezember 2013 stattfand, und Indien, dessen Lander Chandrayaan-3 im vergangenen August landete. SLIM und XRISMDer Mondlander SLIM "In erster Linie war die Landung erfolgreich", erklärte der projektverantwortliche JAXA-Präsident Yamakawa Hiroshi in der zur Landung anberaumten Pressekonferenz (via Tagesschau).

Aber es gab nicht nur gute Nachrichten für SLIM: Die Solarpaneele der Sonde erzeugen auf der Mondoberfläche nicht wie geplant Strom. Wenn das Problem nicht bald behoben werden kann, wird SLIM für immer verstummen. Die Batterie der Sonde kann den Betrieb auf dem Mond nur für wenige Stunden aufrechterhalten.

Gekoppeltes Projekt

SLIM startete im vergangenen September zusammen mit einem Röntgenteleskop namens XRISM. Während das Teleskop kurz nach dem Start in eine niedrige Erdumlaufbahn einschwenkte (und kürzlich seine ersten Testbilder nach Hause schickte), machte sich SLIM auf den Weg zu weiter entfernten Himmelskörpern.


Die Sonde nahm einen langen Umweg zum Mond, in eine weite Umlaufbahn, bis sie schließlich am ersten Weihnachtstag in der Mondumlaufbahn ankam. Ihre anfängliche Umlaufbahn war stark elliptisch und brachte SLIM an ihrem nächsten Punkt bis auf 600 Kilometer an die Mondoberfläche heran, während sie an ihrem weitesten Punkt 4000 Kilometer entfernt war.

Zunächst lief alles wie im Bilderbuch

Für die gezielte Landung schien dann alles reibungslos zu verlaufen: SLIM erreichte die verschiedenen Meilensteine während des Abstiegs, und der Lander kommunizierte mit der Erde während der gesamten Dauer des historischen Aufsetzens und darüber hinaus.

Allerdings konnte JAXA den Status von SLIM nach der Landung nicht sofort bestätigen. Etwa eine Stunde später gab die Agentur auf der Pressekonferenz ein Update und erklärte die Energieprobleme der Sonde. Es sei unklar, warum die Solarzellen nicht funktionierten. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie bei der Landung beschädigt wurden, da die übrige Hardware von SLIM in Ordnung und funktionsfähig zu sein scheint.

Es ist aber sehr wohl möglich, dass der Lander nicht wie erwartet zur Sonne ausgerichtet ist, so die JAXA. Nun heißt es abwarten, ob die Sonde noch weitersenden kann oder nicht.

Zusammenfassung
  • Japans "Moon Sniper"-Sonde hat Energieprobleme auf dem Mond
  • SLIM ist erfolgreich auf dem Mond gelandet
  • JAXA-Präsident Yamakawa Hiroshi verkündet erfolgreiche Landung
  • Solarpaneele von SLIM erzeugen nicht den erwarteten Strom
  • Batterie kann nur für wenige Stunden den Betrieb aufrechterhalten
  • Sonde startete im September, erreichte Weihnachten die Mondumlaufbahn
  • Gezielte Landung auf dem Mond verlief reibungslos
  • Mögliche Fehlausrichtung zur Sonne könnte Stromausfall verursachen

Siehe auch:


Celestron CPC 1100 im Preisvergleich
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!