Kein Verkaufsverbot à la Oppo:
Nokia schließt Patent-Deal mit Honor

Der Mobilfunkausrüster Nokia hat ein Patentabkommen mit der ehemaligen Huawei-Tochter Honor bekannt gegeben - Honor wählt dabei offenbar das kleinere Übel, um nicht wie Oppo und OnePlus Verkaufs­verbote für seine Smartphones zu riskieren.
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Nokia

Einigung mit chinesischem Smartphone-Marktführer

Wie Nokia jetzt mitgeteilt hat, einigte man sich mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Honor auf den Abschluss eines Patentabkommens. Honor zahlt im Rahmen des Abkommens eine Lizenzgebühr in nicht genannter Höhe, um so die Möglichkeit zu erhalten, die diversen von Nokia unter Patentschutz gestellten Technologien in seinen Produkten zu verwenden.

Die Übereinkunft zwischen Nokia und Honor ist dabei auch beidseitig, womit Nokia nun auch die Möglichkeit bekommt, bestimmte Patente von Honor zu nutzen. Von Honors Manager für den Umgang mit geistigem Eigentum hieß es dazu, dass das Unternehmen als Besitzer einiger sogenannter essenzieller Patente auf 5G-Technologien großen Wert darauf lege, dass Rechte an bestimmten Technologien respektiert werden.

Nokia verdient auch bei Apple und Samsung mit

Honor wurde vor einigen Jahren aufgrund der massiven Sanktionen gegen Huawei von seinem früheren Mutterkonzern abgespalten und agiert seitdem als eigenständiges Unternehmen. Der chinesische Smartphone-Hersteller konnte sich seit Beginn seiner Unabhängigkeit wieder in die weltweite Top-10 vorarbeiten. Gerade in China steht man aufgrund der Popularität seiner Geräte gut da und konnte sich bereits vor Apple und Oppo als Marktführer im Smartphone-Segment etablieren.


Insgesamt dürfte Nokia deutlich mehr von dem Patent-Deal mit Honor profitieren, kassiert der finnische Konzern nun doch bei allen Geräten des chinesischen Herstellers mit. Wie hoch die dabei anfallende Gebühr ist, verrieten die beteiligten Parteien nicht. Nokia hatte 2023 bereits ähnliche Patent-Deals mit Apple und Samsung geschlossen.

Üblicherweise bewegt sich der Betrag, den die Lizenzgeber von den Smartphone-Herstellern pro verkauftem Gerät einstreichen können, im unteren bis mittleren einstelligen Euro-Bereich, wie frühere Veröffentlichungen vermuten lassen. Zahlt ein Smartphone-Hersteller nicht, schreckt Nokia auch nicht davor, vor Gericht den Erlass von Verkaufsverboten zu erstreiten.

Prominentestes Beispiel für einen solchen Schritt sind die Marken Oppo, OnePlus, Vivo und Realme. Sie gehören allesamt zum chinesischen Konzern BBK und dürfen ihre Smartphones und anderen Mobilfunkprodukte schon seit geraumer Zeit nicht mehr in Deutschland vertreiben, weil Nokia einen Verkaufsstopp erzwungen hat. Ein solches Szenario will Honor vermeiden.
Zusammenfassung
  • Nokia und Honor schließen Patentabkommen
  • Honor zahlt Lizenzgebühren für Nutzung von Nokia-Patenten
  • Beidseitige Nutzung von Patenten zwischen Nokia und Honor
  • Honor als eigenständiges Unternehmen nach Huawei-Sanktionen
  • Honor etabliert sich in China als Marktführer vor Apple und Oppo
  • Nokia profitiert finanziell von Lizenzgebühren der Honor-Geräte
  • Nokia setzt Verkaufsverbote durch, falls keine Lizenzgebühren gezahlt werden

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