Verkaufsverbot: Motorola & Lenovo stoppen Smartphone-Verkäufe

Nokia und OnePlus bzw. Oppo haben sich erst vor kurzem auf ein Beilegung ihres Patentstreits geeinigt. Jetzt trifft Motorola bzw. Lenovo der Patent-Hammer: ab sofort stellt Motorola den Verkauf seiner Smartphones in Deutschland ein.
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Motorola stoppt Smartphone-Verkauf

Motorola und dessen Mutterkonzern Lenovo haben den Verkauf ihrer Smartphones und bestimmter Lenovo-PCs mit eingebautem Mobilfunkmodem mit sofortiger Wirkung gestoppt. Hintergrund ist die am Freitag ergangene Bestätigung eines bereits Anfang Mai von einem amerikanischen Patentverwerter namens InterDigital erstrittenen Verkaufsverbots durch das Landgericht München.

Nach Auffassung des Gerichts verstößt Lenovo mit den Geräten seines PC-Lineups und den Smartphones der Marke Lenovo auf breiter Front gegen Patente des US-Unternehmens InterDigital. Nachdem entsprechend Kaution durch den Kläger hinterlegt wurde und somit die sogenannte "vorläufige Vollstreckung" des Urteils des Gerichts in Kraft ist, muss Lenovo nun handeln.

Keine Lenovo-PCs mit Mobilfunkmodem mehr

Das Verkaufsverbot, welches den Vertrieb aller "WWAN"-fähigen Geräte von Lenovo in Deutschland wegen der Verletzung der Patente von InterDigital betrifft, wird somit ab sofort umgesetzt und gilt für alle Geräte, die ein Mobilfunkmodem nutzen, um damit mobil auf das Internet zuzugreifen. Neben den Laptops der Marke Lenovo sind auch die Smartphones und Tablets von Motorola betroffen.

Der Hersteller hat deshalb auf seiner Website für Deutschland bereits alle Verweise auf Smartphones und Tablets entfernt und verweist darauf, dass bestimmte Modelle seiner Notebook-Produktpalette derzeit nicht verfügbar sind. Gegenüber der Wirtschaftswoche machte Lenovo deutlich, dass man in Berufung gehen will und der Meinung ist, dass die von InterDigital für seine Patente angesetzten Lizenzgebühren zu hoch sind.


Tatsächlich will InterDigital wohl mit allen Mitteln Lizenzgebühren für seine als "Standard-essentiell" zu bezeichnenden Mobilfunkpatente zu Geld machen und führt deshalb seinen seit Monaten andauernden Patentstreit mit Lenovo fort. Zuletzt sollen die von InterDigital angesetzten Patentgebühren tatsächlich überhöht angesetzt worden sein, wobei nun mit dem in Deutschland erwirkten Verkaufsverbot die nächste Eskalationsstufe erreicht wurde.

Einigung höchst wahrscheinlich

Wahrscheinlich wird es letztlich zu einer Einigung zwischen Lenovo/Motorola und InterDigital kommen, bei der dann auch international gültige Gebühren für die Nutzung der Patente der US-Firma festgelegt werden dürften. Vorerst beschäftigt die Auseinandersetzung das Landgericht München aber weiter.

Motorola-Smartphones und Lenovo-Tablets mit 4G- und 5G-Modems sind unterdessen im deutschen Handel weiter verfügbar, die Auslieferung neuer Geräte an die Händler wurde aber eingestellt. Die Verfügbarkeit der Geräte dürfte in den kommenden Wochen immer weiter abnehmen, schließlich kann Lenovo vorläufig den Handel nicht mehr weiter beliefern, weshalb die Lagerbestände schrumpfen.

Für Lenovo kommt das Verkaufsverbot rund um die Motorola-Geräte aktuell zu einem schlechten Zeitpunkt. Mit der Motorola Edge 50-Serie hatte man erst vor kurzem neue Mittel- und Oberklasse-Smartphones vorgestellt, nachdem kurz zuvor das neue Low-End-Lineup an den Start gegangen war. In Kürze soll zudem mit dem Motorola RAZR 50 Ultra das neue Flaggschiff-Modell mit faltbarem Display starten.

Zusammenfassung
  • Motorola stoppt Smartphone-Verkauf in Deutschland
  • Lenovo setzt Vertrieb von bestimmten PCs aus
  • Landgericht München bestätigt Verkaufsverbot
  • Verbot betrifft Geräte mit Mobilfunkmodem
  • Lenovo will gegen Urteil in Berufung gehen
  • InterDigital fordert hohe Lizenzgebühren
  • Verfügbarkeit der Geräte nimmt ab

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