Epic-Chef Tim Sweeney: Google ist "korrupt" und agiert erpresserisch

Epic Games hat sich schon in Bezug auf Store-Gebühren weitgehend erfolglos mit Apple angelegt, nun versucht es das Unternehmen von Tim Sweeney erneut, und zwar bei Google. Vor Gericht bewies der Epic-CEO erneut, dass er einen Hang zu markigen Sprüchen hat.
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Epic gegen Apple und Google

Sweeney nimmt sich selten ein Blatt vor den Mund, schon gar nicht, wenn es um das vermeintliche Lieblingsthema des Epic-Chefs geht, nämlich die Gebühren, die bei Apple, Google und Co. anfallen - also die vielfach salopp als "Steuer" bezeichneten üblichen 30 Prozent. Dieser Kampf war bisher aber nur wenig erfolgreich, denn gegen Apple hat man sich eine blutige Nase geholt. Denn mit Ausnahme eines Punktes gab das Gericht dem Konzern aus Cupertino recht und selbst dieser eine Punkt ist bislang nicht rechtskräftig, denn Apple zieht damit vor das US-amerikanische Höchstgericht.

Das hindert Epic aber nicht, auch Google ins Visier zu nehmen, auch hier moniert man die marktbeherrschende Stellung des Apple-Nachbarn aus Mountain View (die Hauptquartiere von Apple und Google sind nur eine 15 Minuten lange Autofahrt voneinander entfernt).


In der dazugehörigen Klage sagte nun Tim Sweeney selbst aus, vergangene Woche saß an derselben Stelle Google-CEO Sundar Pichai und verteidigte die Art, wie sein Unternehmen den Play Store betreibt. Das ist einer von derzeit zwei Fällen, die Google Wettbewerbsverzerrung vorwerfen, der andere betrifft das Suchmaschinengeschäft und wird vom US-Justizministerium gezogen.

Wie Fortune berichtet, wollte der Epic-Chef Google als gierigen Monopolisten darstellen. Google-Anwalt Jonathan Kravis versuchte hingegen, Sweeney als Manager dastehen zu lassen, dem nicht das Wohl der Kunden wichtig ist, sondern das Wohlergehen seines eigenen Unternehmens.

Angesprochen wurde u. a. die Versuche Googles, Epic zur Veröffentlichung seines Hits Fortnite im Play Store statt auf einer Webseite zu bewegen. "Es schien eine krumme Abmachung zu sein", so Sweeney. "Google schlug eine Reihe von Nebengeschäften vor, die Epic davon überzeugen sollten, nicht gegen sie anzutreten.

Das verweigerte Sweeney und versuchte Fortnite über eine Epic-Seite für Android zu verteilen - das war aber nicht wirklich erfolgreich, der Epic-Chef nannte das einen "deprimierenden Prozess". Er schob die Schuld dafür auf Google und dessen abschreckende "Scare Screens", die beim Installieren von APKs auf mögliche Probleme hinweisen.

Zusammenfassung
  • Epic Games klagt gegen Google
  • Sweeney kritisiert hohe Store-Gebühren
  • Gericht: Apple meist im Recht
  • Google wegen Marktbeherrschung angeklagt
  • Sweeney wirft Google Gier vor
  • Streit um Fortnite-Veröffentlichung
  • "Scare Screens" behindern APK-Installation

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