Google und Epic einigen sich, Play Store-Gebühren sollen sinken

Google und Epic Games schlagen eine Einigung vor, die ihren jahrelangen Rechtsstreit um den Play Store beenden könnte. Der Deal würde Gebühren senken und Entwicklern mehr Flexibilität bei App-Vertrieb und Zahlungen geben.
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Jahrelanger Streit vor der Lösung

Google und der Fortnite-Entwickler Epic Games haben einen umfassenden Vergleichsvorschlag bei einem US-Gericht eingereicht, der den jahrelangen Kartellrechtsstreit um den Play Store beenden könnte. Die vorgeschlagene Einigung sieht weitreichende Reformen vor, die Gebühren senken und Entwicklern mehr Wahlfreiheit beim App-Vertrieb geben sollen. In einem gemeinsamen Antrag baten die Unternehmen den zuständigen Richter, den Vorschlag zur Lösung von Epics Kartellklage aus dem Jahr 2020 zu prüfen.

Das Verfahren begann, als Epic 2020 ein eigenes Zahlungssystem in Fortnite implementierte, um Googles Plattformgebühren zu umgehen. Google entfernte daraufhin das beliebte Battle-Royale-Spiel aus dem Play Store, was Epic zu einer Klage wegen Kartellrechtsverletzungen veranlasste. Google hat während der gesamten intensiv verfolgten Rechtsstreitigkeit jedes Fehlverhalten bestritten und argumentiert, dass Android-Nutzer Apps auch aus anderen Quellen installieren können.

Ein Geschworenengericht befand im November und Dezember 2023 zugunsten von Epic und entschied, dass Google gegen Kartellgesetze verstoßen hat, indem es den Play Store als dominanten Storefront auf Android aufrechterhielt. Wie Reuters berichtet, erließ Richter James Donato im vergangenen Jahr eine weitreichende einstweilige Verfügung, die Play Store-Reformen anordnete, die Google als zu weitgehend bezeichnete. Das Unternehmen legte gegen das Urteil Berufung ein.


Kernpunkte der geplanten Einigung

Der Vergleichsvorschlag würde es Entwicklern ermöglichen, Nutzer sowohl innerhalb von Apps als auch über externe Web-Links zu alternativen Zahlungsmethoden zu leiten. Google kündigte an, (in den USA) für Neuinstallationen eine begrenzte Servicegebühr von entweder neun oder 20 Prozent für Transaktionen in Play-vertriebenen Apps zu implementieren, die alternative Zahlungsoptionen nutzen. Das stellt eine erhebliche Reduzierung gegenüber den aktuellen Standardsätzen dar, die bei bis zu 30 Prozent liegen können.

Die Vereinbarung soll auch die Installation von Drittanbieter-App-Stores vereinfachen. Nutzer könnten künftig alternative App-Stores mit einem einzigen Klick von Websites herunterladen und installieren, sofern diese neue Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen. Das Programm für "Registrierte App-Stores" würde bis 2032 laufen und damit über den ursprünglich von Richter Donato angeordneten dreijährigen Zeitraum hinausgehen.

Zusätzlich plant Google, Entwicklern mehr Transparenz bei der App-Bewertung und -Verteilung zu bieten. Das Unternehmen würde auch Beschränkungen für die Bewerbung alternativer App-Stores lockern, was bisher stark eingeschränkt war.

Epic Games CEO Tim Sweeney bezeichnete Googles Vorschlag als "großartig" und sagte, er "verdoppele wirklich Androids ursprüngliche Vision als offene Plattform". Sweeney nutzte die Gelegenheit auch für einen Seitenhieb auf Apple, dessen geschlossenes Ökosystem er als Gegensatz zu Googles Öffnung darstellte. Epic führt parallel einen ähnlichen Rechtsstreit gegen Apple, der jedoch bisher weniger erfolgreich verlief.

Der Vorschlag erfordert Donatos Zustimmung. Für Donnerstag ist eine Anhörung geplant, bei der sich Google und Epic mit dem Richter treffen werden. Die globale Reichweite der vorgeschlagenen Änderungen könnte auch Entwicklern außerhalb der USA zugutekommen und den Wettbewerb im App-Ökosystem weltweit stärken.

Was haltet ihr von diesem Vergleichsvorschlag? Denkt ihr, dass niedrigere Gebühren und mehr Wahlfreiheit bei App-Stores das Android-Ökosystem verbessern werden?

Zusammenfassung
  • Google und Epic Games reichen Vergleichsvorschlag zu Kartellstreit ein
  • Entwickler sollen mehr Flexibilität bei App-Vertrieb und Zahlungen erhalten
  • Servicegebühren werden auf 9 oder 20 Prozent gegenüber 30 Prozent reduziert
  • Installation alternativer App-Stores soll per Klick von Websites möglich werden
  • Epic-CEO Sweeney bezeichnet Googles Vorschlag als großartig für offene Plattform
  • Vereinbarung würde bis 2032 laufen und das gesamte App-Ökosystem beeinflussen
  • Für Donnerstag ist eine Anhörung vor dem zuständigen Richter geplant

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