Game of Books: George R.R. Martin und Kollegen verklagen ChatGPT

Der Microsoft-Partner OpenAI bekommt jetzt Ärger mit einer Reihe weltweit bekannter Autoren. Diese beschuldigen das Unternehmen, seine KI-Modelle hinter dem Chatbot ChatGPT unerlaubt mit den von ihnen verfassten Werken zu trainieren.
OpenAI, ChatGPT

Ungefragt genutzt

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat der Schriftsteller-Verband Authors Guild vor einem Bundesgericht in New York Klage gegen die Firma eingereicht. Sie vertritt dabei Mitglieder wie John Grisham, Jonathan Franzen, George Saunders, Jodi Picoult und den "Game of Thrones"-Autor George R.R. Martin.

Es handelt sich bei weitem nicht um die erste Klage dieser Art. Auch andere Entwickler von KI-Technologien müssen sich mit Urhebern auseinandersetzen, die sich daran stören, dass ihre Errungenschaften ungefragt zum Aufbau eines ganzen neuen Wirtschaftszweiges eingesetzt werden. Neben Autoren befinden sich auch bildende Künstler und Software-Entwickler unter den Klägern.


OpenAI und auch andere Beklagte gehen bisher davon aus, dass die Verwendung beliebiger Trainingsdaten aus dem Internet und anderen Quellen unter dem US-Urheberrechtsgesetz als faire Nutzung gilt und sie somit nicht fragen müssen. Ein Sprecher OpenAIs sagte am Mittwoch, dass das Unternehmen die Rechte der Urheber respektiere und "produktive Gespräche mit vielen Urhebern auf der ganzen Welt führe, einschließlich der Authors Guild.

KI weiß Bescheid

Dass die KI mit den Werken trainiert wird, zeigt sich laut den Klägern unter anderem daran, das ChatGPT auf Aufforderung hin genaue Zusammenfassungen der Bücher der Autoren erstellen kann. Die Texte müssen sich also folglich in der Datenbank hinter dem Werkzeug befinden.

Von den Urhebern oder nachgelagerten Rechteinhabern wurden die Texte dabei nicht zur Verfügung gestellt. Man gehe daher davon aus, dass die Inhalte möglicherweise aus illegalen Online-Büchersammlungen von Raubkopierern stammen. In der Klage wurde auch die Besorgnis geschildert, dass Autoren durch Systeme wie ChatGPT ersetzt werden könnten, die "minderwertige E-Books erzeugen, sich als Autoren ausgeben und von Menschen verfasste Bücher verdrängen".

Zusammenfassung
  • OpenAI wird von Autoren wegen unerlaubter Nutzung ihrer Werke beschuldigt
  • Klage wurde von Schriftstellerverband Authors Guild eingereicht
  • Unter den Klägern sind bekannte Autoren wie George R.R. Martin
  • OpenAI behauptet, Nutzung der Trainingsdaten sei unter US-Urheberrecht als fair anzusehen
  • Kläger argumentieren, dass ChatGPT Zusammenfassungen ihrer Bücher erstellen kann
  • Es wird angenommen, dass die Inhalte möglicherweise aus illegalen Quellen stammen
  • Befürchtung, dass Autoren durch KI-Systeme wie ChatGPT ersetzt werden könnten

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