Neue ESA-Rakete Ariane 6:
Teuer, aber endlich auf Erfolgskurs

Mit der neuen Ariane 6-Rakete gibt es mehr Probleme als erwartet. Vier Milliarden Euro bewilligten die Mitgliedsstaaten für die Entwicklung, die von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) voraussichtlich voll­ends ausgereizt werden. Jetzt gibt es aber auch gute Nachrichten.
Europa, Rakete, Esa, Launcher, Ariane 6, Ariane

Tests der wiederzündbaren Vinci-Oberstufe

Nach den ganzen Rückschlägen gibt es jetzt aber zumindest einige gute Nachrichten von der Ariane 6. Laut einem neuen Bericht von Space.com sind die ersten Tests der wiederzündbaren Vinci-Oberstufe der Rakete am Wochenende positiv verlaufen.

Die neue Rakete verfügt über diese innovative Oberstufe namens Vinci, die während des Fluges neu gezündet werden kann. Dadurch kann sie mit einem Flug mehrere Satelliten in verschiedene Umlaufbahnen bringen. Diese neuartige Oberstufe wurde jetzt in den Anlagen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen erfolgreich getestet.


Während des Tests, der rund 22 Stunden dauerte, simulierten die Ingenieure die Bedingungen, denen die Stufe während einer normalen Mission ausgesetzt wäre. Der Test, der zwei Vinci-Zündungen mit einer Gesamtzeit von 680 Sekunden umfasste, wurde als durchschlagender Erfolg bezeichnet.

Damit kann man nun weitermachen und hoffen, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt. Die Ariane 6-Rakete liegt allerdings weit hinter dem Zeitplan zurück, aber nachdem ihre Oberstufe endlich erfolgreich getestet wurde, sollen die nächsten Schritte nur noch obligatorisch sein. Es folgen noch eine Reihe weiterer Test, die im Oktober abgeschlossen sein werden.

Mögliche Startfenster

Die ESA hofft, den Termin für den ersten Flug der Ariane 6 dann bis Ende Oktober bekannt geben zu können. Es gibt zwar einige mögliche Startfenster in diesem Jahr, wahrscheinlicher ist aber der Jungfernflug Anfang 2024.

Die Ariane 6, die von der französischen Raumfahrtagentur CNES und einem von der ArianeGroup geführten Konsortium entwickelt wurde, ist Europas Trägerrakete der nächsten Generation, die die inzwischen außer Dienst gestellte Ariane 5 ersetzen soll. Die Entwicklung der Rakete wird laut ESA-Direktor Josef Aschbacher etwa vier Milliarden Euro kosten und damit (vorerst) im finanziellen Rahmen liegen, den die ESA-Mitgliedstaaten im Dezember 2014 zugesagt haben. Es drohen aber noch weitere Kosten, wenn man nun nicht bald zum ersten Flug abhebt.

Die Rakete ist somit nicht nur teuer, sie wird auch lange nach ihrem eigentlich angepeilten Start - der hätte im Jahr 2020 durchgeführt werden sollen - in Betrieb gesetzt werden.

Zusammenfassung
  • Ariane 6-Rakete der ESA weist mehr Probleme auf als erwartet
  • Kosten des Projekts belaufen sich auf mindestens vier Milliarden Euro
  • Erste Tests der wiederzündbaren Vinci-Oberstufe verliefen positiv
  • Vinci-Oberstufe ermöglicht mehrere Satellitenstarts in verschiedene Umlaufbahnen
  • Test der Vinci-Oberstufe im DLR in Lampoldshausen erfolgreich
  • Ariane 6 liegt weit hinter dem Zeitplan, aber weitere Verzögerungen unwahrscheinlich
  • Erster Flug der Ariane 6 wahrscheinlich Anfang 2024
  • Ariane 6 soll die außer Dienst gestellte Ariane 5 ersetzen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!