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ESA hat genug: Ariane verliert Monopol für europäische Raumflüge

Der Raumfahrtkonzern ArianeSpace hat ein Problem: Das Unternehmen verliert sein langjähriges Monopol auf Trägerraketen, mit denen die europäische Raumfahrtagentur ESA ins All fliegt. ESA-Chef Josef Aschbacher feiert dies als "entscheidenden Schritt"
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Mehr Wettbewerb

Bisher waren die Ariane-Launcher eine feste Größe im europäischen Raumfahrtprogramm. Zuletzt hatte die Ariane 5 lange als zuverlässigstes Startsystem der Welt den größten Teil der Starts bewältigt. Seit Jahren wächst allerdings die Unzufriedenheit mit dem Hersteller - denn die neue Ariane 6 scheint nur noch bedingt mit den Systemen anderer Anbieter konkurrieren zu können. So wurde etwa der Ansatz, die Startkosten mit wiederverwendbaren Komponenten herunterzudrücken, völlig verschlafen.

Die ESA-Mitgliedsstaaten haben daher beschlossen, mehr Wettbewerb einzuführen. Arianespace und ihre Partner Airbus und Safran werden dadurch ordentlich unter Druck geraten. "Wenn sie eine sehr wettbewerbsfähige Trägerrakete haben, dann sind sie im Rennen. Aber es gibt keine Garantie", erklärte Aschbacher gegenüber der Wirtschaftszeitung Financial Times.


Bei dem Launcher-Hersteller gibt man sich derzeit noch optimistisch. "Die Regeln ändern sich, wir werden uns anpassen", sagte Firmenchef Martin Sion. "Wir sind an den Wettbewerb gewöhnt." Ob es hinter den Kulissen aber auch so entspannt aussieht, dürfte fraglich sein. Immerhin hat das Unternehmen bereits vier Jahre Verspätung bei der neuen Ariane 6.

Problemkind Ariane 6

Und diese Trägerrakete ist beispielsweise mit den Systemen des US-Konkurrenten SpaceX nur bedingt konkurrenzfähig. Die Ariane 6 ist nicht wiederverwendbar und Starts sind dadurch deutlich teurer als Raumflüge mit der Falcon 9 des Wettbewerbers.

"Als einer der beiden Anteilseigner sind wir besorgt, denn Ariane ist heute der etablierte Anbieter", erklärte Airbus-Chef Guillaume Faury. Er räumte ein, dass Europa einen "marktorientierten" Weg finden müsse, um mit kostengünstigeren Anbietern wie SpaceX zu konkurrieren, schlug aber vor, die Ariane nicht zugunsten einer Reihe konkurrierender Programme aufzugeben. Eine Fragmentierung wäre "eine Katastrophe", sagte er.

Zusammenfassung
  • ArianeSpace verliert Monopol bei ESA-Trägerraketen
  • Ariane 5 galt als zuverlässiges Startsystem
  • Neue Ariane 6 kann kaum mit Konkurrenz mithalten
  • ESA-Mitglieder forcieren mehr Wettbewerb
  • Arianespace-Chef Sion zeigt sich anpassungsfähig
  • Ariane 6 nicht wiederverwendbar und teurer
  • Airbus-Chef Faury warnt vor Fragmentierung

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