Chipkrieg gegen China: Niederlande schließen sich US-Exportblockade an

Der Chipkrieg zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Die Niederlande haben angekündigt, dass man sich den Vereinigten Staaten anschließen will, um den Verkauf von Technologien zur Chipfertigung nach China zu beschränken. Der wichtigste Anbieter ASML kommt von dort.
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Wie die Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, wollen sich die Niederlande an der Blockade von Exporten von Maschinen und Technologien zur Fertigung hochmoderner Chips nach China beteiligen. Zuvor hatten die USA lange massiven Druck auf die Niederländer ausgeübt, um ihr Ziel zu erreichen, China am Zugriff auf Systeme für die Fertigung von modernen Chips zu hindern.


Laut der niederländischen Regierung will man bald neue Exportbeschränkungen erlassen, wobei von einer Einführung noch vor dem Sommer die Rede ist. Zwar wird China in der von der Handelsministerin Liesje Schreinemacher an das Parlament geschickten Ankündigung nicht konkret erwähnt, aber dennoch dürfte ganz klar sein, wen man damit im Auge hat.

Weltmarktführer ASML ist Ziel der neuen Exportbeschränkungen

Auch die Firma ASML, der weltweit dominierende Lieferant von leistungsfähigen Fertigungssystemen für hochmoderne Chips, wird nicht konkret erwähnt, dürfte aber primär das Ziel der Einschränkungen sein. ASML liefert bisher noch immer Anlagen für die DUV-Lithografie (Deep Ultra Violet) nach China. Genau diese Anlagen werden von den Exportbeschränkungen aber betroffen sein, so Schreinemacher in ihrem Schreiben.

DUV-Systeme sind nicht ganz so fortgeschritten wie die Extreme Ultra Violet Technologie (EUV), mit der die modernsten Chips derzeit gefertigt werden. ASML bietet zwar schon lange auch EUV-Anlagen an und ist in diesem Bereich ebenfalls führend, verkaufte aber bisher diese neueste Generation von Anlagen zur Chipfertigung nicht nach China.

Schreinemacher verweist in ihrem Schreiben auf Interessen der nationalen Sicherheit der Niederlande als Begründung für die geplanten Exportbeschränkungen. DUV-Anlagen werden in China unter anderem auch von Samsung und SK Hynix für die Fertigung von Flash-Speicherchips verwendet. Auch der chinesische Speicherhersteller Yangtze setzt auf derartige Systeme und gehört deshalb wie die beiden eben genannten koreanischen Hersteller zu den Kunden von ASML.

ASML hat bereits angekündigt, dass man Lizenzen für den Export von DUV-Systemen nach China beantragen will. Inwiefern sich die Einschränkungen auf die Produktion von Chips bei Samsung, SK Hynix und anderen Herstellern in China auswirken werden, ist derzeit noch unklar.

Zusammenfassung
  • Niederlande schließen sich USA an, um Exporte nach China zu beschränken
  • ASML ist wichtigster Anbieter, liefert DUV-Lithografie-Systeme nach China
  • Interessen der nationalen Sicherheit als Begründung für Exportbeschränkungen
  • ASML beantragt Lizenzen für den Export von DUV-Systemen nach China
  • Samsung, SK Hynix und Yangtze setzen DUV-Systeme für Flash-Speicherchips ein
  • Auswirkungen der Einschränkungen auf Chipfertigung in China unklar

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