MAN-Chef: Busse und LKW fahren bald elektrisch - H2 nur in Nischen

Beim süddeutschen Konzern MAN ist man völlig von der Idee der Elektrifizierung des Verkehrs überzeugt - auch bei Bussen und LKW. Wasserstoff werde lediglich in einigen Nischenanwendungen eine Rolle spielen, erklärte Konzernchef Alexander Vlaskamp.
PKW, Logistik, Verkehr, Transport, Straßenverkehr, lkw, Autobahn, Transportmittel, truck, Güterverkehr, Güter, Schwerlast, Maut
Gegenüber dem Magazin Der Standard erklärte er, dass sein Unternehmen dafür sorgen werde, dass binnen der kommenden zehn bis 15 Jahre sowohl Menschen als auch Güter CO₂-neutral transportiert werden. Die Weichen dafür seien inzwischen gestellt. "Derzeit ist in Europa ein Drittel der neu zugelassenen Busse elektrisch - das sind 1100 bis 1200 Fahrzeuge. In den neuen Ausschreibungen liegt der Anteil elektrischer Fahrzeuge bei 50 bis 70 Prozent", sagte Vlaskamp.

Die Umstellung bei der Personenbeförderung dürfte laut dem MAN-Chef schneller gehen, als so mancher vermutet. In der Branche rechne man bereits damit, dass die derzeitigen Pläne umgesetzt werden und in der EU ab 2030 keine Neuzulassung von fossil betriebenen Bussen mehr erfolgen. Etwa Mitte der 2030er-Jahre würde man dann in den Städten quasi keine Busse mit Verbrennerantrieb mehr zu sehen bekommen.




Bei LKW geht es jetzt los

Und auch bei den LKW geht die Umstellung jetzt in immer größerem Stil los. MAN habe laut dem Manager bereits angefangen, sein Werk in München umzubauen, ab 2025 sollen hier dann E-LKW in Serie vom Band laufen. Am Nürnberger Standort, an dem bisher die Dieselmotoren gefertigt werden, stellt man demnächst auf die Produktion von Batterien um. "Statt Verbrennermotor, Getriebe oder Treibstofftanks werden wir drei bis sechs Batterien, die jeweils mehrere hundert Kilogramm wiegen, in den Lkws verbauen - je nach Konfiguration", erklärte Vlaskamp.

Die Variationen sind nötig, um die Anwendungsbereiche abzudecken. So benötigen einige Fahrzeuge die Batterie quasi nur als Stromquelle für die Motoren, andere müssen hingegen Kühlungen für Lebensmittel mitversorgen, oder auch hydraulische Müllpressen. Hier wird dann entsprechend mehr Akkuleistung benötigt. In Nürnberg plant man derzeit mit einer Jahreskapazität von 100.000 Batterien pro Jahr, was für 20.000 bis 25.000 LKW reicht.

Von der immer wieder betonten Technologieoffenheit hält der MAN-Chef wenig - zumindest was den Breitenmarkt angeht. "80 oder gar 90 Prozent der Logistik-Lkws werden nach unserer Einschätzung elektrisch angetrieben", sagte er. Lediglich ein kleiner Teil wird dann mit Biokraftstoffen oder Wasserstoff unterwegs sein - beispielsweise im Schwerlastbereich: "Windräder, mit 150 bis 250 Tonnen Gewicht. Das können Sie auch CO₂-neutral machen - aber nicht batterieelektrisch", so Vlaskamp. Dass sich Wasserstoff auf solche Nischen beschränkt, liegt schlicht daran, dass "Wasserstoff viel zu teuer ist, nahezu das Vier- bis Fünffache dessen kostet, was für unsere Kunden interessant wäre, es zum Einsatz zu bringen".

Zusammenfassung
  • MAN überzeugt von Elektrifizierung des Verkehrs, Wasserstoff in Nischen.
  • Binnen 10-15 Jahren CO₂-neutraler Transport von Menschen & Gütern.
  • Drittel der neu zugelassenen Busse elektrisch.
  • Umstellung auf Elektrobusse in EU ab 2030, in Städten Mitte 2030er.
  • Umstellung bei LKW jetzt in größerem Stil, Werk in München umgebaut.
  • Nürnberger Standort stellt auf Batterieproduktion um.
  • Technologieoffenheit, aber Wasserstoff zu teuer für Breitenmarkt.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!