IAA: Auch bei LKW kommt die Elektrifizierung mit großen Schritten

Auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation bekommt man einen Eindruck davon, dass auch in dieser Branche die Elektrifizierung vor der Tür steht. In den aktuellen Verkäufen ist der Diesel zwar vollkommen dominant, bei den Neuvorstellungen nicht mehr.
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"Wir gehen davon aus, dass 2030 die Hälfte unserer verkauften LKW mit Strom fahren wird", erklärte beispielsweise Alexander Vlaskamp, Chef des Herstellers MAN, gegenüber der Tagesschau. Ähnlich sieht es beim großen Konkurrenten Daimler aus. Martin Daum, der dort für die LKW-Sparte zuständig ist, rechnet für 2030 sogar mit einem Anteil von 60 Prozent Elektro- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen am gesamten Verkaufsvolumen.

Und die Entwicklung wird auch aus wirtschaftlichen Gründen vorangetrieben. Denn so sind beispielsweise batterieelektrische LKW zwar in der Anschaffung teurer, im Betrieb allerdings nicht. MAN-Chef Vlaskamp geht so davon aus, dass die Gesamtbetriebskosten für ein Unternehmen über die Lebenszeit des Nutzfahrzeugs hinweg bei Diesel und Strom schon im Jahr 2025 gleich sein werden. Danach erfolgt zunehmend eine Verschiebung in den Elektrobereich.

MAN zeigt auf der IAA beispielsweise einen E-Truck, der für die Langstrecke vorgesehen ist. Dieser kommt laut Hersteller auf eine Reichweite, die je nach den vorhandenen Bedingungen zwischen 600 und 800 Kilometer beträgt. Der Speicher lässt sich dann binnen 45 Minuten wieder aufladen. Somit passt das Fahrzeug in die ohnehin bestehenden gesetzlichen Bestimmungen: Der Fahrer darf demnach maximal 4,5 Stunden am Stück fahren und muss dann eine Pause von 45 Minuten einlegen.

Wasserstoff noch in den Kinderschuhen

Der eActros LongHaul von Daimler dürfte zumindest knapp ebenfalls in solch ein Fahrschema passen. Diese deutlich größere Zugmaschine soll mit einer Batterieladung 500 Kilometer schaffen und sich an einem passenden Schnelllader in weniger als 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen können. 2024 soll dieses Modell bei Daimler in Serie vom Band laufen.

Ein zweites Standbein der Elektromobilität im Lastverkehr soll der Wasserstoff werden. Hier gibt es derzeit aber noch einige Fragezeichen. Die bereits gezeigten Modelle verfügen zwar über eine etwas höhere Reichweite - 700 Kilometer sind es bei der Quantron-Zugmaschine. Allerdings gibt es derzeit nur sehr wenig grünen Wasserstoff, was den Klimavorteil schwerer erreichbar macht. Und auch die Infrastruktur für das Betanken ist so gut wie nicht vorhanden. Hier dürfte sich in den kommenden Jahren aber einiges tun.

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