Intel-Chips aus neuem Werk in Magdeburg werden in Polen "verpackt"

Intel baut in Magdeburg bekanntermaßen mit Milliardeninvestitionen mehrere neue Chipwerke. Weil zur Produktion fertiger Prozessoren aber mehr als nur ein Wafer-Werk gehört, bekommt Polen ein weiteres Intel-Werk für rund vier Milliarden Euro.
Ki, Künstliche Intelligenz, Cpu, Prozessor, Chip, Hardware, SoC, Gpu, AI, Artificial Intelligence, Prozessoren, Chips, Nanometer, System On Chip, Komponenten
Wie Intel heute mitteilte, baut das Unternehmen in Polen ein neues Werk, in dem die in Deutschland produzierten Chips getestet und zu fertigen Prozessoren verarbeitet werden sollen. In der Nähe von Breslau entsteht dafür ein sogenanntes "Assembly and Test"-Werk, in dem aus den deutschen Dies künftig komplette Chips werden sollen. Intel Packaging & Test Werk in WroclawRender: So soll Intels neues Werk in Breslau einmal aussehen Nach den Plänen von Intel wird das neue polnische Werk bereits ab 2027 einsatzbereit sein - also pünktlich zum Produktionsstart der neuen, hochmodernen Wafer-Werke in Magdeburg. In Polen sollen mit dem Neubau rund 2000 neue Arbeitsplätze entstehen. Schon jetzt ist Polen ein wichtiger Standort für Intel, denn in Danzig ist das europaweit größte Forschungs- und Entwicklungszentrum des US-Konzerns beheimatet.

Assembly-Werk in Polen auch Druckmittel für Geld aus Deutschland

Intel wird das neue Assembly-Plant in Breslau mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Allerdings hat die polnische Regierung noch nicht durchblicken lassen, wie viel Geld von ihr oder der Europäischen Union für den Neubau beigesteuert werden soll.

Für Intel ist die Ankündigung des neuen Werks in Polen gleichzeitig auch ein Druckmittel, um die Forderungen nach weiteren Subventionen für das deutsche Werk in Magdeburg durchzusetzen. Der Konzern verlangt weitere vier Milliarden Euro, um die durch die Inflation stark gestiegenen Kosten für den Bau der Werke in Magdeburg abzufedern.

Die Bundesregierung tut sich bisher aber schwer damit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, da Intel bereits fast sieben Milliarden Euro für den Bau des Standorts in Magdeburg erhalten soll. Im Anschluss an einen kurzen Aufenthalt in Polen, bei dem das Werk in Breslau angekündigt wurde, soll Intel-Chef Pat Gelsinger deshalb nach Berlin kommen, um hier mit Vertretern der Bundesregierung Gespräche über die Finanzierung des Neubaus in Magdeburg zu führen.

Zusammenfassung
  • Intel baut in Polen ein 4 Mrd. Euro teures "Assembly and Test"-Werk.
  • Das Werk soll ab 2027 einsatzbereit sein, rund 2000 Arbeitsplätze.
  • Polen ist bereits ein wichtiger Standort für Intel.
  • Intel fordert mehr Subventionen für den Bau des Werks in Magdeburg.
  • Die Bundesregierung zögert, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen.
  • Intel-Chef soll nach Berlin kommen, um über Finanzierung zu reden.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Intels Aktienkurs in Euro
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!