Olkiluoto 3: Finnland kann AKW-Block endlich in Betrieb nehmen
Während in Deutschland die letzten drei Kernkraftwerke vom Netz gingen, vermeldete der finnische Energiekonzern TVO, dass der neueste Reaktor des Landes - Olkiluoto 3 - endlich den Regelbetrieb aufnehmen konnte.
Der dritte Block des am Bottnischen Meerbusen gelegenen Atomkraftwerks hat seinen Probebetrieb damit nun erfolgreich beendet und kann regulär für die Stromversorgung eingesetzt werden. Es handelt sich hier um den derzeit leistungsfähigsten Reaktor in Europa: Die maximale Leistung wird mit 1600 Megawatt angegeben. Damit kann dieser Block allein 14 Prozent des Strombedarfs Finnlands decken. Er ist auf eine Betriebszeit von 60 Jahren ausgelegt. Der gesamte Kraftwerksstandort kommt auf rund 30 Prozent.
Olkiluoto 3
Gebaut wurde der Kernreaktor von Areva/Framatome und Siemens. Für Finnland bedeutet die Fertigstellung einen wichtigen Meilenstein in der Energiepolitik des Landes. Denn wenn die drei Blöcke in Olkiluoto laufen, ist das Land weitgehend unabhängig von Strom-Importen aus dem Ausland. Das war lange nicht der Fall. Entsprechend groß ist die Zustimmung der finnischen Bevölkerung zu dem Projekt.
Die Verzögerungen hatten unterschiedliche Gründe. Zuletzt musste man den Reaktor vor über einem Jahr im Probebetrieb schnell abschalten, was damals die Ursache war, wurde nie öffentlich bekannt gegeben. Aktuell werden in der EU noch zwei weitere Kernreaktoren gebaut: Im französischen Kraftwerk Flamanville entsteht ebenfalls ein 1600-Megawatt-Block, dessen Fertigstellung sich seit 2012 immer wieder verzögert. Im slowakischen Kernkraftwerk Mochovce arbeitet man am vierten Block, nachdem der Dritte inzwischen fertiggestellt werden konnte. Die Arbeiten an diesen begannen bereits in den 1980er-Jahren, hier kam es dann nach der politischen Wende im Ostblock zu einer langen Unterbrechung. Da in den kommenden Jahren viele Reaktoren der ersten Bauwellen stillgelegt werden, wird der Anteil der Kernenergie am europäischen Strommix ein gutes Stück sinken.
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Olkiluoto 3
Gebaut wurde der Kernreaktor von Areva/Framatome und Siemens. Für Finnland bedeutet die Fertigstellung einen wichtigen Meilenstein in der Energiepolitik des Landes. Denn wenn die drei Blöcke in Olkiluoto laufen, ist das Land weitgehend unabhängig von Strom-Importen aus dem Ausland. Das war lange nicht der Fall. Entsprechend groß ist die Zustimmung der finnischen Bevölkerung zu dem Projekt.
Lange, teure Bauzeiten
Allerdings zeigt das Bauprojekt auch die Probleme, die damit einhergehen, bei der Stromversorgung auf Kernkraft zu setzen: Mit dem Bau des Reaktors wurde bereits im Jahr 2005 begonnen. Nach den ursprünglichen Planungen sollte der Block eigentlich im Jahr 2009 in den Regelbetrieb gehen. Die Kosten für den Bau explodierten von geplanten 3 Milliarden Euro auf nun rund 12 Milliarden Euro.Die Verzögerungen hatten unterschiedliche Gründe. Zuletzt musste man den Reaktor vor über einem Jahr im Probebetrieb schnell abschalten, was damals die Ursache war, wurde nie öffentlich bekannt gegeben. Aktuell werden in der EU noch zwei weitere Kernreaktoren gebaut: Im französischen Kraftwerk Flamanville entsteht ebenfalls ein 1600-Megawatt-Block, dessen Fertigstellung sich seit 2012 immer wieder verzögert. Im slowakischen Kernkraftwerk Mochovce arbeitet man am vierten Block, nachdem der Dritte inzwischen fertiggestellt werden konnte. Die Arbeiten an diesen begannen bereits in den 1980er-Jahren, hier kam es dann nach der politischen Wende im Ostblock zu einer langen Unterbrechung. Da in den kommenden Jahren viele Reaktoren der ersten Bauwellen stillgelegt werden, wird der Anteil der Kernenergie am europäischen Strommix ein gutes Stück sinken.
Zusammenfassung
- Olkiluoto 3 in Finnland ist nach Probebetrieb nun in Regelbetrieb
- Bauprojekt begann 2005, Kosten explodierten von 3 auf 12 Milliarden Euro
- Finnland ist mit Olkiluoto 3 weitgehend unabhängig von Stromimporten
- In EU noch 2 weitere Kernreaktoren in Bau: Flamanville (F) und Mochovce (SL)
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