Highend-Hinterhof-Astrofotografie:
So ist die ISS nur selten zu sehen

Lange Vorbereitung, präzise Kalkulationen, die richtige Positionierung, das exakte Timing: Ein Astrofotograf hat jetzt hohen Aufwand betrieben, um ein einzigartiges Bild der Internationalen Raumstation aufnehmen zu können. Die ISS zeigt sich darauf über der Mondoberfläche.
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Public Domain

So schön ist die ISS noch nie vor dem Mond vorbeigezogen

Immer bessere und vor allem günstigere Technik macht es auch abseits von großen Teleskopen möglich, beeindruckende Aufnahmen des Weltalls anzufertigen. Der Astrofotograf Andrew McCarthy erkundet auf diese Art schon seit einigen Jahren das Universum - wie er selbst beschreibt "aus einem Hinterhof in Arizona". Eine seiner Lieblingsmotive: Die ISS, wie sie vor dem Mond oder der Sonne vorbeizieht. Jetzt ist McCarthy wohl seine bisher schönste "ISS-Mond-Transitaufnahme" geglückt. Astrofotograf Andrew McCarthy: ISS vor dem MondDie ISS vor dem Mondkrater Tycho: Aufnahme von Andrew McCarthy Damit eine solche Aufnahme überhaupt gelingen kann, muss vorher großer Aufwand betrieben werden. Der Fotograf beschreibt in einem Blogbeitrag, welche Schritte nötig sind, um die ISS vor diesem außergewöhnlichen Hintergrund überhaupt zu erwischen. Wichtigstes erstes Werkzeug: Die Webseite Transit Finder liefert nach Eingabe von Standort und Zeitrahmen die nächstgelegenen Beobachtungsmöglichkeiten für einen Transit der ISS vor dem Mond.

Im nächsten Schritt gilt es, das passende Equipment vorzubereiten. Wie der Astrofotograf erläutert, seien ihm schon gute Transitaufnahmen mit einem 350-mm-Objektiv gelungen, mindestens 800 mm seien aber zu empfehlen, um einen guten Detailgrad zu erreichen. Eine Trackinghalterung kann helfen, den Mond im Bild zu halten, da der Transit selbst aber so schnell vonstattengeht, ist diese laut McCarthy "technisch gesehen unnötig". Wegen der nötigen Aufnahme-Geschwindigkeit ist eine Speicherkarte mit hoher Schreibgeschwindigkeit unabdingbar.

Weniger als eine Sekunde

Ist die Kamera auf den Mond ausgerichtet und fokussiert, muss das Equipment getestet werden. Der Transit der ISS vor dem Trabanten nimmt immer weniger als eine Sekunde Zeit in Anspruch, daraus ergeben sich wichtige Werte für die Kameraeinstellungen. Die wichtigsten zwei Einstellungen laut McCarthy: niedrigstmögliche ISO-/Gain-Werte und eine Belichtungszeit bei nicht mehr als 1 ms oder 1/1000 s. Astrofotograf Andrew McCarthy: ISS vor dem MondMcCarthy kann sehr hohen Detailgrad der ISS erreichen Sind alle Vorbereitungen getroffen, gilt es, sich auf die Transitinformationen zu verlassen und die Aufnahme zum richtigen Zeitpunkt zu starten. Allerdings: "Nach meinen Erfahrungen ist die ISS fast nie genau pünktlich", so der Astrofotograf. Die einfache Lösung: die Aufnahme startet bis zu 10 Sekunden vor dem Event und läuft mindestens 10 Sekunden weiter. Seine Leidenschaft finanziert McCarthy unter anderem über einen eigenen Webshop.

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