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Ganze Startups ausgeflogen:
Russlands IT-Experten fliehen in Scharen
Für Russland dürfte es auch nach einem wie auch immer beendeten Krieg in der Ukraine schwer werden, wirtschaftlich wieder auf die Füße zu kommen. Denn viele Leute, die man dringend bräuchte, haben dem Land den Rücken gekehrt.
Der Angriff auf das Nachbarland und die damit verbundenen innenpolitischen Folgen waren allerdings nur der berühmte letzte Tropfen, der das Fass zu Überlaufen brachte. Schon zuvor gerieten vor allem junge, technisch orientierte Menschen immer häufiger in Widerspruch zum System. Denn auch sie stehen über die verschiedensten Online-Plattformen im Austausch mit Leuten aus vielen anderen Regionen der Welt und bekommen so einen deutlicheren Eindruck davon, wie Wladimir Putin und dessen Handlanger das Land immer stärker von einer Autokratie in eine Diktatur umformten.
Als nun die Truppen über die Grenze zur Ukraine vorrückten und jede Kritik am Kriegskurs massiv unterdrückt wurde, setzte der Exodus ein. Der Branchenverband der IT-Industrie schätzt, dass bis zum 22. März - also binnen eines knappen Monats - 50.000 bis 70.000 Fachkräfte aus diesem Sektor das Land verlassen haben, berichtet die New York Times. Man rechnet damit, dass ihnen noch einmal 70.000 bis 100.000 folgen werden. Dies veranlasste die Regierung bereits, die Wehrpflicht für junge Männer auszusetzen, wenn sie im IT-Bereich tätig sind.
Die russische IT-Branche befand sich auch durchaus auf einem ziemlich guten Weg und setzte vor allem in der Software-Entwicklung international so einige Akzente. Konstantin Sonin, der schon vor längerer Zeit aus Russland auswanderte und heute als Ökonom an der University of Chicago forscht, geht davon aus, dass der Exodus die Industrie um 10 bis 15 Jahre zurückwerfen wird. "Heute ist es wie in den 90er Jahren, als alle, die es sich leisten konnten, das Land verließen", so Sonin.
Und dabei kam es durchaus zu beeindruckenden Szenen. So hatte der lettische Venture-Capital-Manager Konstantin Siniushin zwei Flugzeuge gechartert und flog komplette Startup-Belegschaften aus Moskau, St. Petersburg, Perm und Jekaterinburg aus. Das Ziel war die armenische Hauptstadt Jerewan, wo sich auch tausende andere russische IT-Experten einen neuen Lebensmittelpunkt aufbauen.
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Als nun die Truppen über die Grenze zur Ukraine vorrückten und jede Kritik am Kriegskurs massiv unterdrückt wurde, setzte der Exodus ein. Der Branchenverband der IT-Industrie schätzt, dass bis zum 22. März - also binnen eines knappen Monats - 50.000 bis 70.000 Fachkräfte aus diesem Sektor das Land verlassen haben, berichtet die New York Times. Man rechnet damit, dass ihnen noch einmal 70.000 bis 100.000 folgen werden. Dies veranlasste die Regierung bereits, die Wehrpflicht für junge Männer auszusetzen, wenn sie im IT-Bereich tätig sind.
Schwerer Rückschlag für Russland
Die IT-Spezialisten sind bei weitem nicht die einzige, aber wohl mit die wichtigste Gruppe unter jenen, die seit Wochen in Scharen das Land verlassen. Denn eigentlich werden diese Menschen dringend gebraucht, um die Wirtschaft des Landes für die Zukunft fit zu machen. Denn es ist absehbar, dass die bisher wichtigsten Einnahmequellen - der Verkauf von Erdöl und Erdgas - in einigen Jahren stark zurückgehen und irgendwann weitgehend zum Erliegen kommen werden.Die russische IT-Branche befand sich auch durchaus auf einem ziemlich guten Weg und setzte vor allem in der Software-Entwicklung international so einige Akzente. Konstantin Sonin, der schon vor längerer Zeit aus Russland auswanderte und heute als Ökonom an der University of Chicago forscht, geht davon aus, dass der Exodus die Industrie um 10 bis 15 Jahre zurückwerfen wird. "Heute ist es wie in den 90er Jahren, als alle, die es sich leisten konnten, das Land verließen", so Sonin.
Und dabei kam es durchaus zu beeindruckenden Szenen. So hatte der lettische Venture-Capital-Manager Konstantin Siniushin zwei Flugzeuge gechartert und flog komplette Startup-Belegschaften aus Moskau, St. Petersburg, Perm und Jekaterinburg aus. Das Ziel war die armenische Hauptstadt Jerewan, wo sich auch tausende andere russische IT-Experten einen neuen Lebensmittelpunkt aufbauen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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