Bing-Feature abgestellt - Microsoft unterwirft sich Chinas Zensoren
Microsoft steht derzeit erneut unter politischem Druck, Änderungen an seiner Suchmaschine Bing vorzunehmen. In der in China verfügbaren Variante sollen die Nutzer zumindest vorübergehend keine Autovervollständigung bei der Eingabe von Suchanfragen erhalten.
Seit dem Wochenende müssen die Anwender in China nun auf das Feature verzichten. Die Änderung ist aber wohl temporär. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hatte Microsoft den Eingriff einer "relevanten Behörde" aus China bestätigt, die verlangt habe, die Funktion über sieben Tage hinweg abzuschalten. Über die Gründe wurden allerdings keine Angaben gemacht.
Die Autovervollständigung steht nicht zum ersten Mal unter Beschuss. Aus Sicht der chinesischen Zensoren besteht hier das Problem, dass Nutzer zuweilen auf unerwünschte Zusammenhänge hingewiesen werden. Es steht daher zu vermuten, dass Microsoft in der genannten Frist auch manuelle Änderungen an den Vorschlägen vornehmen soll, so dass hier nur noch unverfängliche Zusammenhänge von Suchbegriffen präsentiert werden.
Microsoft nimmt die damit verbundenen Mühen auf sich - immerhin ist China ein gigantischer Markt und der Redmonder Konzern hat ohnehin Schwierigkeiten, Nutzer an seine Suchangebote zu binden. In den meisten westlichen Märkten kann Bing keine nennenswerten Marktanteile von Google abringen. Die Aktivitäten in China werden dann in der Regel damit begründet, dass man den dortigen Nutzern zumindest einen gewissen Blick über den nationalen Tellerrand ermöglichen will. Allerdings ist die Tragfähigkeit dieser Argumentation natürlich zweifelhaft, wenn man sich ohnehin komplett dem chinesischen Regime unterwerfen muss.
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Die Autovervollständigung steht nicht zum ersten Mal unter Beschuss. Aus Sicht der chinesischen Zensoren besteht hier das Problem, dass Nutzer zuweilen auf unerwünschte Zusammenhänge hingewiesen werden. Es steht daher zu vermuten, dass Microsoft in der genannten Frist auch manuelle Änderungen an den Vorschlägen vornehmen soll, so dass hier nur noch unverfängliche Zusammenhänge von Suchbegriffen präsentiert werden.
Unterwerfung gegen Nutzerzahlen
Bing ist derzeit die einzige Suchmaschine eines westlichen Anbieters, die in China noch verfügbar ist. Der Grund liegt in einer umfassenden staatlichen Zensur, die es für ausländische Unternehmen schwierig macht, entsprechende Dienste anzubieten. Denn im Grunde müssen komplett eigene Indizes eingesetzt werden, die sich gravierend von den freien Versionen unterscheiden.Microsoft nimmt die damit verbundenen Mühen auf sich - immerhin ist China ein gigantischer Markt und der Redmonder Konzern hat ohnehin Schwierigkeiten, Nutzer an seine Suchangebote zu binden. In den meisten westlichen Märkten kann Bing keine nennenswerten Marktanteile von Google abringen. Die Aktivitäten in China werden dann in der Regel damit begründet, dass man den dortigen Nutzern zumindest einen gewissen Blick über den nationalen Tellerrand ermöglichen will. Allerdings ist die Tragfähigkeit dieser Argumentation natürlich zweifelhaft, wenn man sich ohnehin komplett dem chinesischen Regime unterwerfen muss.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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