So radikal hat Amazon bei Bewertungsbetrug Firmen rausgeschmissen

Wie weit verbreitet das Problem mit Fake-Bewertungen bei Amazon ist, zeigt jetzt ein neuer Medienbericht. Demnach sind in den letzten Monaten mehr als 600 chinesische Unternehmen von der Verkaufsplattform geflogen, weil sie sich nicht an Amazons Richtlinien gehalten haben. Über diese Rauswürfe hatten auch wir in den letzten Monaten immer wieder berichtet. Es traf dabei so bekannte Unternehmen wie Aukey, Ravpower, Gosund und Mpow, aber das ist nur die Spitze des Eisberges. Wie nun das Online-Magazin The Verge berichtet, wurden von Amazon über 600 chinesische Marken mit rund 3000 verschiedenen Verkäuferkonten dauerhaft gesperrt. Das hat das Unternehmen gegenüber The Verge bestätigt. Infografik: Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten… Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten...

Viele Händler haben wissentlich einfach weitergemacht - und betrogen

Nach nun rund fünf Monaten, in denen der Online-Riese den Kampf gegen gefälschte Bewertungen sehr öffentlich geführt hat, ist diese Anzahl doch recht überraschend. Denn spätestens nach den ersten bekannt gewordenen Rauswürfen hätten die Händler sich einfach nur an die Richtlinien halten müssen, um nicht auch eine dauerhafte Sperre zu riskieren.

Ein Sprecher von Amazon erklärte, dass diese 600 Marken wissentlich, wiederholt und erheblich gegen Amazons Richtlinien verstoßen haben, insbesondere gegen die Richtlinien zum Missbrauch von Rezensionen. Der Konzern versucht mit den Maßnahmen Kunden zu schützen, denn durch gefälschte Rezensionen werden Kaufentscheidungen beeinflusst. Der ein oder andere Amazon-Kunde ist sicherlich darauf hereingefallen und hat seinen Kauf schließlich bereut, da das Produkt nicht das hielt, was die Bewertungen versprachen. Letztlich fällt das aber dann auf Amazon zurück.

Wie groß dieses Geschäft mit den Fake-Bewertungen ist, hat ein anderer Bericht gezeigt. Anfang Juli meldete die Muttergesellschaft von Shenzhen Youkeshu Technology (besser bekannt als YKS), dass Amazon 340 Online-Shops von YKS geschlossen und Vermögenswerte im Wert von über 20 Millionen Dollar eingefroren habe. Laut der South China Morning Post war YKS zuvor einer der größten chinesischen Einzelhändler auf der Plattform, doch wurde er wiederholt dabei erwischt, die Store-Richtlinien verletzt zu haben.

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