Wasserstoff-Neuland: Regierung hofft auf Knall mit 62 Großprojekten

Mit Absichtserklärungen tut man sich in der Politik traditionell leicht, Konsequenzen bleiben aber durchaus flüchtig. Jetzt will es die deutsche Regierung in Bezug auf den gesellschaftlich schon lange erörterten Bedarf für eine solide Wasserstoff-Infrastruktur endlich knallen lassen.
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Der große Wurf beim Wasserstoff soll mit 62 Großprojekten gelingen

Auch, wenn das Wort "Großprojekt" in Deutschland die letzten Jahre durchaus nervöses Zucken auslösen kann: Wie die Bundesregierung heute mitteilt, will man sich im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Wasserstoffprojekts (sog. Wasserstoff-IPCEI - Important Projects of Common European Interest) alleine hierzulande an den Aufbau von 62 Wasserstoffgroßprojekten wagen. "Die 62 Wasserstoff-Großprojekte wurden aus über 230 eingegangenen Projektskizzen ausgewählt und bilden die gesamte Wertschöpfungskette des Wasserstoffmarktes ab", so das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Wasserstoff-IPCEI: 62 Großprojekte in DeutschlandSo soll Deutschland Wasserstoff-Land werden Wie Bundeswirtschaftsminister Altmaier erläutert, sieht der Plan ein Budget von 8 Milliarden Euro an Bundes- und Landesmitteln vor, "insgesamt sollen Investitionen in Höhe von 33 Mrd. Euro ausgelöst werden". Die Mittel sollen über Anlagen zur Wasserstofferzeugung, Transport-Lösungen bis hin zur Anwendung in der Industrie verteilt werden. Gerade Letzteres ist in der nationalen Wasserstoffstrategie der Regierung von entscheidender Bedeutung. "Ein zentraler Bereich hierfür ist die Stahlindustrie ebenso wie die Chemieindustrie, wo jährlich durch diese Wasserstoffprojekte mehrere Millionen Tonnen CO2 eingespart werden können." Wasserstoff-IPCEI: 62 Großprojekte in Deutschland62 Großprojekte bekommen Geld Und so entfallen 50 der jetzt zur Förderung ausgewählten Projekte auf die Erzeugung und Verteilung von Wasserstoff. Insgesamt sieht man Anlagen mit 2 Gigawatt Elektrolyseleistung für die Produktion von Wasserstoff vor - damit könnte man rund 40 Prozent der selbstgesteckten Kapazitätsziele von 5 Gigawatt bis 2030 erreichen. Die geförderten Wasserstoffleitungen werden nach diesen Plänen eine Länge von 1700 Kilometern erreichen, verlaufen aber vornehmlich im Norden des Landes und sollen große Verbraucher vernetzen.

Auch das Verkehrsministerium darf Geld verteilen

Das Verkehrsministerium stellt seine 12 ausgewählten Förderprojekte unter das viel bemühte Motto der Technologieoffenheit. "Grüner Wasserstoff und Brennstoffzellen sind - quer über alle Verkehrsträger hinweg - eine super Ergänzung zu reinen Batteriefahrzeugen", so Bundesverkehrsminister Scheuer. Für sein Ministerium sei es deshalb jetzt um so wichtiger, Brennstoffzellentechnologie sowie Fahrzeug- und Komponentenhersteller zu fördern, "um international den Anschluss nicht zu verpassen". Die Gelder sollen unter anderem in den Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Tanknetzwerks fließen, darüber hinaus sind der Hamburger Hafen sowie Airbus mit Prestige-Projekten beteiligt.
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