Tesla Grünheide: Echsen-Problem erledigt, jetzt fehlen noch Mitarbeiter

Der Bau des Tesla-Werkes bei Berlin wird nicht zugunsten von Reptilien gestoppt. Das Gericht wies entsprechende Anträge von Umweltschutz-Verbänden jetzt zurück. Probleme macht eher die Personal-Situation - hier muss der US-Konzern mehr tun.
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Tesla kündigte kürzlich an, für den weiteren Aufbau von Werks-Bauten mehr von dem Baumbestand auf dem Grundstück im Gemeindegebiet von Grünheide roden zu wollen. Die Organisationen NABU und Grüne Liga versuchten dies per Gericht zu verhindern und argumentierten, dass in der Genehmigung durch das brandenburgische Landesumweltamt der Schutz der streng geschützten Tierarten Zauneidechse und Schlingnatter nicht hinreichend berücksichtigt worden sei.

Damit nicht vor einer endgültigen Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt (Oder) Tatsachen geschaffen werden, ordnete der zuständige Richter einen vorläufigen Rodungsstopp an. Dieser wurde nun aber aufgehoben. "Die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesamt für Umwelt sei nicht zu beanstanden", teilte das Gericht mit. Das liegt unter anderem daran, dass die Hauptpopulation der Tiere sich gar nicht in dem fraglichen Waldgebiet angesiedelt hat. Außerdem wurden ausreichend Vorkehrungen zu ihrem Schutz getroffen. Infografik: Teslas Gigafactory bei BerlinTeslas Gigafactory bei Berlin Das Gericht bescheinigte Tesla darüber hinaus, dass man für eine ausreichende Kompensation gesorgt hat. Ersatzflächen wurden angelegt und soweit möglich sind auch im Rodungsbereich lebende Tiere gefangen und umgesiedelt worden. In der Begründung stellte das Gericht auch noch einmal klar, dass der Vorwurf einer "fehlenden Wiederherstellbarkeit des früheren Zustandes" ins Leere laufe, da es sich hier nicht um einen über längere Zeit gewachsenen Naturwald handelt, sondern um einen vergleichsweise jungen Wirtschaftswald auf einem Gelände, das bauplanungsrechtlich als Industriegebiet ausgewiesen ist.

Es fehlen noch Arbeitskräfte

Damit ist zumindest eine wesentliche Hürde für die bauliche Fertigstellung des Werkes aus dem Weg. In welchem Umfang die Produktion dann im kommenden Sommer auch wirklich anlaufen kann, ist derzeit aber noch unklar. Denn aktuell fehlen noch mehrere tausend Mitarbeiter. Laut einem Bericht der Automobilwoche sind 5000 bis 7000 der geplanten Stellen für den Produktionsstart im kommenden Sommer noch nicht besetzt. Weitere 5000 Beschäftigte müsste Tesla dann in den darauffolgenden anderthalb Jahren finden, um die zweite Phase starten zu können.

Angesichts der Querelen, die es derzeit bei Daimler in Berlin gibt, dürfte man meinen, dass es sogar einfach sein sollte, an fertig ausgebildete Fachkräfte zu kommen. Doch obwohl Tesla nachgesagt wird, nicht gerade schlecht zu zahlen, sind die Voraussetzungen dann doch anders. Denn das US-Unternehmen will sich bisher nicht dem Tarifvertrag zwischen der Branche und der IG Metall anschließen. Dieser umfasst letztlich nicht nur die Bezahlung, sondern eben auch Regelungen zu Arbeitszeiten und Urlaubsumfang - und hier dürfte Tesla kaum mithalten können.

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