Schüler & Versicherer im Einklang:
Klimaschutz viel stärker durchsetzen
Aus gleich zwei Richtungen wurde jetzt mehr Nachdruck beim Klimaschutz eingefordert. Ungewöhnlich genug sind beide - sowohl eine von der Fridays for Future-Bewegung initiierte Studie als auch ein mahnender Appell der Versicherungs- und Finanzwirtschaft.
Das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie hat sich die aktuellen Klima- und Emissions-Daten vorgenommen und mit den Klima-Programmen der Bundesregierung abgeglichen. Die von den Jugendlichen der Fridays for Future (FFF)-Bewegung in Auftrag gegebene und von der GLS Bank mitfinanzierte Studie sollte klären, inwieweit mit den derzeitig verfolgten Vorhaben die Ziele aus dem Pariser Abkommen eingehalten werden können.
Das Ergebnis ist wenig überraschend: Der Beitrag, den Deutschland für das 1,5-Grad-Ziel leisten müsste, stimmt mit der aktuellen Politik schlicht nicht überein. Die Ziele der Bundesregierung sehen vor, im Jahr 2050 komplett klimaneutral zu werden. Um die in Paris beschlossenen Werte einhalten zu können, müsste man aber wesentlich schneller sein: 2035 wäre als Termin zu setzen, hieß es in der Studie.
Das Institut benennt auch klare Meilensteine, die dringend angegangen werden müssten - im Folgenden einige Beispiele:
Eine vergleichbare Untersuchung, bei der die realen Vorhaben der Politik mit ihren in Paris zugesagten Zielen abgeglichen werden, gab es bisher so nicht. Deshalb mussten jetzt die Schüler der FFF-Bewegung aktiv werden. Ziemlich unerwartete Schützenhilfe erhalten sie dabei aus der Finanzwirtschaft. Auch diese hat jetzt Forderungen an die Wirtschaft vorgelegt, in denen die Anpassung der Aktivitäten auf das 1,5-Grad-Ziel gefordert wird.
Dass ausgerechnet die Finanzwirtschaft hier vorangeht, hat klare Ursachen. Sowohl als Versicherer als auch für Investmentfirmen wird das alltägliche Geschäft angesichts der zunehmenden Effekte des Klimawandels immer riskanter. Die Schäden durch Naturkatastrophen gehen rasant nach oben und längerfristige Investitionen in stabile Wirtschaftsbereiche sind zunehmend schwieriger machbar. Die Unternehmen berufen sich unter anderem auf Prognosen, nach denen ein fortschreitender Klimawandel in 50 Jahren zu jährlichen Mehrkosten von mehreren Billionen Dollar führen wird.
Das Ergebnis ist wenig überraschend: Der Beitrag, den Deutschland für das 1,5-Grad-Ziel leisten müsste, stimmt mit der aktuellen Politik schlicht nicht überein. Die Ziele der Bundesregierung sehen vor, im Jahr 2050 komplett klimaneutral zu werden. Um die in Paris beschlossenen Werte einhalten zu können, müsste man aber wesentlich schneller sein: 2035 wäre als Termin zu setzen, hieß es in der Studie.
Klare Empfehlungen
Angesichts dessen, dass die Bundesregierung schon in der Vergangenheit ihre Klimaziele nie erreichte, scheint das eine völlig unrealistische Sache zu sein. In der Untersuchung wird allerdings auch herausgearbeitet, dass Deutschland durchaus in der Lage wäre, die notwendigen Maßnahmen binnen der kommenden 15 Jahre umzusetzen - auch wenn es nicht leicht ist.Das Institut benennt auch klare Meilensteine, die dringend angegangen werden müssten - im Folgenden einige Beispiele:
- Die Ausbauziele für Wind- und Solarenergie müssten auf 25 Gigawatt pro Jahr verdoppelt werden.
- Bis 2035 müsste auch eine Infrastruktur geschaffen werden, mit der 70 bis 90 Gigawatt in Wasserstoff vorgehalten werden können. Bisher sind nur 10 Gigawatt angepeilt.
- Der Autoverkehr müsste sich bis 2035 halbieren.
- Inlandsflüge wären komplett zu streichen, Auslandsflüge sollten um 25 Prozent reduziert werden.
- Die Sanierungsrate beim Gebäudebestand müsste von aktuell 1 Prozent im Jahr auf noch nie dagewesene 4 Prozent hochgetrieben werden.
- Ab der kommenden Legislaturperiode müsste der Einbau neuer Heizungen, die fossile Brennstoffe nutzen, verboten werden. Aktuell liegt der Anteil bei Neuanlagen noch bei 80 Prozent.
- Die CO2-Bepreisung müsste auf 180 Euro pro Tonne steigen, um die Industrie zu Einsparungen zu zwingen. Dieser Preis wurde in der Vergangenheit schon von mehreren anderen Forschungseinrichtungen vorgeschlagen.
Eine vergleichbare Untersuchung, bei der die realen Vorhaben der Politik mit ihren in Paris zugesagten Zielen abgeglichen werden, gab es bisher so nicht. Deshalb mussten jetzt die Schüler der FFF-Bewegung aktiv werden. Ziemlich unerwartete Schützenhilfe erhalten sie dabei aus der Finanzwirtschaft. Auch diese hat jetzt Forderungen an die Wirtschaft vorgelegt, in denen die Anpassung der Aktivitäten auf das 1,5-Grad-Ziel gefordert wird.
Finanzgeschäfte zunehmend riskant
Federführend war hier unter anderem die Allianz, weitere 136 Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungs-Sektor unterzeichneten das Papier. Dieses richtet sich konkret an 1800 Unternehmen weltweit, die zu den größten Verursachern von Klimaemissionen gezählt werden. Von diesen wird verlangt, dass sie ihren CO2-Ausstoß um mindestens 25 Prozent reduzieren.Dass ausgerechnet die Finanzwirtschaft hier vorangeht, hat klare Ursachen. Sowohl als Versicherer als auch für Investmentfirmen wird das alltägliche Geschäft angesichts der zunehmenden Effekte des Klimawandels immer riskanter. Die Schäden durch Naturkatastrophen gehen rasant nach oben und längerfristige Investitionen in stabile Wirtschaftsbereiche sind zunehmend schwieriger machbar. Die Unternehmen berufen sich unter anderem auf Prognosen, nach denen ein fortschreitender Klimawandel in 50 Jahren zu jährlichen Mehrkosten von mehreren Billionen Dollar führen wird.
Siehe auch:
Thema:
Neueste Downloads
Neue Nachrichten
Beliebte Nachrichten
Videos
Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
Ich empfehle ...
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen